WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Iran: Wer folgt auf Carlos Queiroz?

Mit sieben Punkten und 7:0-Toren aus den Vorrundenspielen gegen den Irak (0:0), Vietnam (2:0) und den Jemen (5:0) sowie sowie dem ungefährdeten 2:0 über den Oman im Achtelfinale und einem noch deutlicheren 3:0 über China im Viertelfinale galt der Iran vor den Halbfinal-Spielen der Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten als heißester Titelkandidat.

Dann aber zogen die Perser im wohl vorweggenommenen Endspiel gegen zuvor nur bedingt überzeugende Japaner überraschend klar mit 0:3 den Kürzeren. Eine Niederlage, die zugleich die achtjährige Amtszeit von Trainer Carlos Queiroz beendet hat. Bei der WM 2018 in Russland war der Iran bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden.

https://twitter.com/FIFAWorldCup/status/1090011493482016771

Zunächst war nach der Pleite gegen Japan noch offen, ob Queiroz seine im April 2011 begonnene Tätigkeit fortsetzen würde. Dem Vernehmen nach soll der iranische Verband FFI durchaus großes Interesse daran gehabt haben, den 65 Jahre alten Portugiesen zu halten, allerdings nicht die finanziellen Mittel für eine weitere Zusammenarbeit.

Queiroz verlässt den Iran

Medienberichten zufolge soll der iranische Verband in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken und unter anderem auch Queiroz sowie dessen Assistenten noch Gehälter schulden. Deshalb hieß es zuerst, der erfahrene Fußball-Lehrer würde so lange im Iran bleiben bis er und seine Mitarbeiter die vollständigen Zahlungen erhalten haben.

Laut der Nachrichtenagentur Isna soll Queiroz am Donnerstagmorgen das Land nun aber doch schon vorzeitig verlassen haben. Dem Bericht zufolge ist der frühere Assistent von Sir Alex Ferguson aus Teheran nach Lissabon geflogen. Die Ausreise erfolgte indes offenbar erst, nachdem Queiroz von Seiten des Verbandes die Bezahlung des ausstehenden Gehälter zugesichert worden ist.

Queiroz, der den Iran in seiner Amtszeit zu den Weltmeisterschaften 2014 und 2018 geführt hatte, aber jeweils nicht über die Vorrunde hinausgekommen sind, wurde bereits mit einem Engagement als Nationaltrainer Kolumbiens in Verbindung gebracht. Ob der Portugiese aber kurzfristig eine neue Herausforderung annehmen wird, ist noch offen, zumal die Trennung vom iranischen Verband bislang noch gar nicht offiziell bestätigt worden ist.

Große Namen in der Diskussion

Allerdings haben bereits die Spekulationen darüber begonnen, wer die Nachfolge von Queiroz antreten könnte. Dabei machen einige große Namen von Jürgen Klinsmann über Zinedine Zidane und Laurent Blanc bis hin zu Jose Mourinho die Runde, die vom iranischen Sportministerium sogar öffentlich als Kandidaten genannt wurden.

Realistisch ist es aktuell aber kaum, dass ein renommierter Coach aus dieser Kategorie den Job beim 30. der aktuellen Weltrangliste der FIFA übernehmen wird. Schon alleine aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit den US-Sanktionen gegen den Iran stehen. Ein großes Problem stellt mit Blick auf die genannten Kandidaten auch dar, dass im Moment internationale Banken nicht mit dem Iran zusammenarbeiten dürfen, also derzeit kein Geld ins Ausland überwiesen werden kann.

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WM 2022: Ein Stadion fertiggestellt

Ob die Weltmeisterschaft 2022 in Katar mit 32 oder 48 Nationen ausgetragen wird, dürfte sich im März entscheiden, wenn im Rahmen des FIFA-Councils eine entsprechende Abstimmung vorgesehen ist. Danach dürfte dann relativ zeitnah auch klar sein, ob sämtliche Partien wie bislang geplant in Katar stattfinden oder es doch noch einen Co-Gastgeber gibt, was aufgrund der politischen Spannungen zwischen Katar und den Nachbarstaaten um Saudi-Arabien allerdings nichts ganz einfach zu realisieren sein dürfte.

In Katar laufen ungeachtet dessen die Vorbereitungen für die WM 2022, die aktuell auf eine alleinige Gastgeberrolle ausgerichtet sind, auf Hochtouren. In Sachen Stadienbau liegt Katar zwar im Zeitplan, doch fertiggestellt ist bislang nur das Khalifa National Stadium. Im Laufe des Jahres 2019 sollen drei weitere WM-Stadien fertig sein und die übrigen vier Stadien dann im Jahr 2020 komplettiert werden. Schon während der WM 2018 wollte man schon weiter sein.

Ein WM-Stadion wird komplett abgebaut

Bemerkenswert ist, dass Katar laut einem Bericht des “Kicker“ für alle acht WM-Stadien schon Pläne für die Zeit nach dem Turnier im November und Dezember 2022 hat. Wohl auch mit Blick auf einige Stadien in Japan und Südkorea (2002), Südafrika (2010), Brasilien (2014) und auch Russland (2018), die nach der Weltmeisterschaft teilweise nicht mehr oder nur noch selten wirklich gefüllt werden konnten und können, ist schon jetzt klar, wie es mit den katarischen WM-Stadien weitergeht.

Das bereits fertige Khalifa National Stadium ist auch nach der WM 2022 als Nationalstadion vorgesehen, in dem unter anderem regelmäßige Leichtathletik-Veranstaltungen stattfinden werden. Die Stadien in Al-Khor, Al-Wakrah, Al-Rayyan und die Arena Al-Thumama in Doha werden danach weiterhin von den ansässigen Vereinen für Fußballspiele genutzt, allerdings mit geringerer Kapazität. Dafür ist ein teilweiser Rückbau um durchschnittlich 20.000 Plätze im Vergleich zur WM-Kapazität geplant.

Sogar komplett abgebaut werden soll das Ras Abu Aboud, dessen attraktive Lage direkt am Meer dann wohl Platz für andere Bauten machen wird.

Nach 2022 Büros im Finalstadion

Für das mit 80.000 Plätzen größte WM-Stadion Lusail, in dem am 18. Dezember 2022 auch das Finale ausgetragen werden soll, ist auch keine weitere Nutzung für Fußballspiele angedacht. Das Lusail soll zwar in der Außenstruktur erhalten bleiben, doch im Inneren sind Büros und medizinische Einrichtungen geplant. Auch das Education City Stadium erhält einen neuen Zweck und steht nach der WM passend zu seinem Namen für Bildungszwecke zur Verfügung. Vorgesehen ist dort der Bau von zwei Schulen.

Einerseits ist es fraglos positiv, dass man sich in Katar frühzeitig Gedanken über die weitere Verwendung der Stadien macht, doch die Tatsache, dass gleich mehrere Stadien nur bei der Weltmeisterschaft richtig genutzt werden, lässt zwangsläufig die Frage aufkommen, ob die eingesetzten Finanzmittel nicht sinnvoller hätten verwendet werden können. Die ohnehin nicht abreißende Kritik an der WM-Vergabe nach Katar wird damit auf jeden Fall nicht leiser.

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Interkontinentale WM 2030 denkbar

Im März steht zwar nun erst einmal die mit Spannung erwartete Abstimmung darüber, ob bereits die WM 2022 in Katar mit 48 statt der bisherigen 32 Teilnehmer (wie etwa bei der WM 2018) ausgetragen wird, auf dem Programm und doch werfen auch schon die folgenden Turniere ihren Schatten voraus. Klar ist, dass 2026 erstmals mit 48 Teams gespielt wird und dann die USA, Kanada und Mexiko als gemeinsame Gastgeber fungieren werden. Wo die WM 2030 stattfinden wird, ist dagegen noch offen. Interessiert an der Ausrichtung sind aber gleich eine Reihe von Ländern.

Mit Argentinien, Paraguay und Uruguay planen drei südamerikanische Nationen eine gemeinsame Bewerbung hoffen 100 Jahre nach der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay auf einen Bonus für die Ausrichtung der der Jubiläumsausgabe. Konkurrenzlos ist das Trio um Uruguay allerdings bei weitem nicht.

Arena Nationala Bukarest

Wikimedia, Mr. Lamna

Interkontinentale Bewerbung den Statuten nach möglich

Im Raum steht auch eine gemeinsame Bewerbungskampagne von Spanien, Portugal und Marokko. Nachdem Marokko schon fünfmal, zuletzt um die WM 2026, mit einer eigenständigen Bewerbung gescheitert ist, erhoffen sich die Nordafrikaner so wohl größere Chancen auf den Zuschlag. Dass dann zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft auf zwei verschiedenen Kontinenten stattfinden würde, wäre laut Gianni Infantino kein Problem. Auf einer Pressekonferenz in Marrakesch betonte der FIFA-Präsident, dass grundsätzlich nichts gegen eine „interkontinentale“ Bewerbung von Spanien, Portugal und Marokko spreche. „Es steht nichts in den Statuten der FIFA, das eine mögliche Kandidatur verbieten würde“, so Infantino, der im Umkehrschluss durchblicken ließ, dass von Seiten der FIFA eine entsprechende Dreierbewerbung zugelassen würde.

Spanien und Portugal erhalten indes möglicherweise europäische Konkurrenz, was nicht ganz unbedeutend wäre, da sich die UEFA in diesem Fall voraussichtlich auf die Unterstützung einer Kampagne festlegen würde. Neben den iberischen Ländern erwägen auch England, Nordirland, Schottland, Wales und Irland eine gemeinsame Austragung der WM auf der Insel.

Nur Außenseiterchancen für eine südosteuropäische Bewerbung

Darüber hinaus wollen auch die vier südosteuropäischen Länder Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Serbien an den im Herbst publik gemachten Plänen, sich gemeinsam um die Austragung der WM 2030 bewerben zu wollen, festhalten. Zuletzt kamen die Regierungs- und Staatschefs der vier Länder am 22. Dezember in Varna zusammen und riefen ein Organisationskomitee ins Leben, das zum ersten Mal im Februar zusammenkommen soll.

Nach aktuellem Stand würde eine Bewerbung aus Südosteuropa allerdings als klarer Außenseiter gelten. Obwohl die Chancen auf den Zuschlag schon alleine deshalb mutmaßlich eher gering sind, weil in Sachen Infrastruktur und Stadien reichlich Nachholbedarf vorhanden wäre, wollen Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Serbien ihre Ankündigungen mit Leben füllen und eine Bewerbungsmappe einreichen. Als nicht unwesentlicher Grund dafür gilt, dass in allen vier Ländern im Jahr 2019 Wahlen stattfinden – und die Regierungschefs mit einer WM-Bewerbung auf viele Stimmen hoffen können.

Mehrheit für WM 2022 mit 48 Teams

Schon jetzt wird as nächste Council-Meeting der FIFA im März in Miami mit großer Spannung erwartet. Denn dann wird erwartet, dass endgültig darüber entschieden wird, ob bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 48 anstatt der bisherigen 32 Nationen an den Start gehen. Ab der WM 2026 ist eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes um 16 Mannschaften bereits beschlossene Sache. Diese Diskussion gab es bereits während der WM 2018 in Russland.

Infantino will Machbarkeit prüfen

Geht es nach FIFA-Präsident Gianni Infantino wird die Erweiterung aber bereits um vier Jahre vorgezogen. Und wie der 48-Jährige im Rahmen des „Executive Football Summit“ in Marrakesch erklärte, ist ein großer Teil der nationalen Verbände dafür, bereits 2022 in Katar mit 48 Mannschaften zu spielen. „Die Mehrheit der Verbände möchte, dass es so kommt“, so Infantino, der allerdings einschränkte und auf eine Machbarkeitsstudie verwies, mit der eruiert werden soll, ob das flächenmäßig kleine Katar eine WM mit derart vielen Teams überhaupt stemmen könnte. Nicht zum ersten Mal brachte Infantino in diesem Zusammenhang eine Ausweitung auf den einen oder anderen Nachbarstaat ins Gespräch: “Wir müssen sehen, ob es organisatorisch möglich ist. Natürlich wäre es schwierig, eine WM mit 48 Mannschaften allein in Katar auszurichten. Einige Spiele müssten in den Nachbarländern ausgetragen werden.“

Dass das Klima zwischen Katar auf der einen sowie den angrenzenden Ländern um Saudi-Arabien alles andere als gut ist, weiß aber natürlich auch Infantino. So wirft eine von Saudi-Arabien angeführte Allianz mit Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten Katar unter anderem die Unterstützung von terroristischen Organisationen vor. Diplomatische Beziehungen zwischen Katar und der Allianz gibt es derzeit deshalb nicht. „Wir reden über Fußball, nicht über Politik“, betonte Infantino zwar, zeigte sich in dieser Hinsicht aber zurückhaltend und machte deutlich, dass die FIFA alleine keine Entscheidung treffen könne ohne dass Katar involviert ist: “Wir werden sehen, was möglich ist.“

Eckert sieht finanzielle Gründe

Während Infantino Mitte März eine Abstimmung anstrebt, hat sich mit Hans-Joachim Eckert der ehemalige Richter der Ethikkommission der FIFA zu Wort gemeldet und die Pläne Infantinos scharf kritisiert. “Der Hintergrund ist aus meiner Sicht nur der, dass man mit mehr Mannschaften mehr Geld für die Fernsehrechte verlangen kann“, erklärte Eckert gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und meldete zugleich Zweifel daran an, dass Katar innerhalb der nächsten drei Jahre die für eine Mammut-WM nötige Infrastruktur schaffen kann. Katar besitze laut Eckert zwar “Geldmittel ohne Ende“, müsse aber auch die Logistik stemmen. So müssten Stadien gebaut werden, für die wiederum Arbeitskräfte nötig sein und bereits jetzt werden über die schlechten Bedingungen auf den WM-Baustellen viel diskutiert.

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Deutsche Nationalmannschaft: Länderspiel-Kracher im Herbst

Mit Wiederbeginn der Bundesliga am Wochenende startet für die in der Heimat aktiven deutschen Nationalspieler auch die Phase der Empfehlung für die nächsten Länderspiele. Zunächst trifft die Auswahl des DFB am 20. März in einem Freundschaftsspiel in Wolfsburg auf Serbien, ehe vier Tage später in den Niederlanden schon die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 beginnt.

Sämtliche acht Qualifikationsspiele zur EURO 2020 werden bis zum November ausgetragen und doch bleibt darüber hinaus auch noch Zeit für das eine oder andere Freundschaftsspiel – zumindest ein Termin ist für eine Testpartie vorgesehen. Während im Juni, September und November jeweils Doppelspieltage der EM-Qualifikation angesetzt sind, besteht im Oktober vor dem Gastspiel in Estland (13.10.) Freiraum. Und diesen wird der DFB offenbar nutzen, um ein Testspiel gegen einen hochkarätigen Gegner abzuschließen.

https://twitter.com/DFB_Team/status/1082662744741036034

Ursprünglich hatte sich Bundestrainer Joachim Löw bereits für den 20. März ein Kaliber wie Argentinien oder Brasilien gewünscht, bevor das Freundschaftsspiel gegen Serbien vereinbart wurde. Im Oktober soll es dann aber tatsächlich gegen ein absolutes Schwergewicht vom Format der beiden südamerikanischen Top-Nationen gehen.

Grindel verspricht attraktives Testspiel

Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt deutete DFB-Präsident Reinhard Grindel an, dass der Abschluss eines entsprechenden Länderspiel-Krachers bevorstehe. Die Verhandlungen in dieser Hinsicht seien bereits „sehr weit, aber noch nicht zu Ende“, so Grindel, der sich indes dennoch ein Versprechen abringen ließ: „Aber es wird einen attraktiven Gegner im Herbst geben.“

Ein namhafter Gegner wäre allerdings auch wünschenswert, denn abgesehen von den beiden Duellen mit der Niederlande droht eine wenig spektakuläre EM-Qualifikation mit international allenfalls zweit- oder vielleicht sogar nur drittklassigen Gegnern wie Nordirland, Estland und Weißrussland. Dann die Stadien zu füllen, dürfte nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres, als selbst gegen die Niederlande nicht wenige Plätze frei geblieben sind, nicht einfach werden. Auch dann nicht, wenn die Partien gegen Nordirland, Estland und Weißrussland wie geplant in kleineren Stadien stattfinden werden. Eine Übersicht zu den EM 2020 Stadien gibt es übrigens hier.

EM-Qualifikation hat oberste Priorität

Oberste Priorität, auch um die Nationalmannschaft für die Fans wieder attraktiver zu machen, hat für DFB-Boss Grindel die ungefährdete Qualifikation für die kommende Europameisterschaft. Dabei hofft Grindel, dass die zum Ende des vergangenen Jahres mit einer deutlich verjüngten Mannschaft gezeigten Leistungen konserviert und ausgebaut werden können: “Wir müssen den Weg, den wir angefangen haben in der Nations League mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern und vielen, die Richtung 2020 nachkommen, weitergehen und eine so wettbewerbsfähige Mannschaft aufstellen, dass wir eine souveräne Qualifikation spielen.“

Indien: Trainer Constantine zurückgetreten

Die Vorrunde des Asien-Cups in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist noch nicht beendet, aber dennoch haben bereits drei der 24 an den Start gegangenen Nationen einen Trainerwechsel hinter sich. Nachdem sich Thailand von Milovan Rajevac und Syrien von Bernd Stange getrennt hatten, traf Stephen Constantine bei Indien aus eigenem Antrieb zurück. Indien hatte sich auch nicht für die WM 2018 in Russland qualifiziert.

Das Achtelfinale nur hauchdünn verpasst

Im Auftaktspiel feierte Indien noch einen 4:1-Sieg über Thailand, das unter Rajevac-Nachfolger Sirisak Yodyardthai aber die Kurve bekommen und den Sprung ins Achtelfinale geschafft hat. Dagegen kassierte Indien nach dem Traumstart ins Turnier gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (0:2) und gegen Bahrain (0:1) zwei Niederlagen. Insbesondere die Pleite gegen Bahrain war überaus unglücklich. Erst in der Nachspielzeit erzielte Jamal Rashid per Elfmeter das goldene Tor, wodurch Indien in der Tabelle auf den letzten Platz abrutschte. Ein Remis hätte der indischen Auswahl dank des gewonnenen Direktvergleichs gegen Thailand sogar zum zweiten Platz und zum sicheren Weiterkommen gereicht.

Trainer Constantine, der seinen Dienst zum 1. Januar 2015 angetreten hatte, erklärte kurz nach der Begegnung seinen Rücktritt: “Ich war vier Jahre lang hier. Mein Ziel war es vom ersten Tag an, dass wir uns für den Asian Cup qualifizieren. Das haben wir geschafft und einige Rekorde gebrochen“, so der 56 Jahre alte Engländer, dem anzumerken war, dass es keine einfache Entscheidung ist. Allerdings sieht Constantine nun den Moment gekommen, um eine neue Herausforderung in Angriff zu nehmen: “Ich denke, mein Zyklus geht hier zu Ende. Ich habe das geschafft, was von mir verlangt wurde und noch etwas mehr und nun ist es Zeit, weiterzugehen.“

Nachfolge und Zukunft von Constantine noch offen

Der indische Verband akzeptierte den Rücktritt Constantines und bedankte sich für die erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre. Die Qualifikation für die WM 2018 hatte Indien zwar klar verpasst, doch unter Constantine 2015 durch ein 2:1 nach Verlängerung im Finale gegen Afghanistan die Südasienmeisterschaft gewonnen und sich zum erst vierten Mal überhaupt für die Endrunde der Asienmeisterschaft qualifiziert. Und im Vergleich zur letzten Endrundenteilnahme 2011, als nach der Gruppenphase drei Niederlagen und 3:13-Tore zu Buche standen, hat sich Indien deutlich besser präsentiert.

Wer die Nachfolge Constantines als indischer Nationaltrainer antreten wird, ist derzeit noch offen. Ebenso, wie es mit Constantine selbst weitergeht. Vor seinem Engagement in Indien war Constantine unter anderem schon Trainer von Malawi, Nepal und Ruanda sowie bei kleineren Vereinen auf Zypern und in Griechenland.

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Katar: Trainiert Arsene Wenger bei der WM 2022 den Gastgeber?

Bei den aktuell in den Vereinigten Arabischen Emiraten laufenden Asienmeisterschaften hat die Auswahl Katars mit einem 2:0-Sieg gegen den Libanon einen guten Start hingelegt, womit gute Chancen auf das Erreichen der K.o.-Phase vorhanden sind. Dieser Erfolg unterstrich eine allgemein positive sportliche Entwicklung der Auswahlmannschaft des WM-Gastgebers von 2022. Bereits im Herbst hatte Katar mit überraschenden Siegen in den Testspielen gegen Ecuador (4:3) und in der Schweiz (1:0) sowie einem Unentschieden gegen Island (2:2) auf sich aufmerksam gemacht.

Um bei der WM im eigenen Land eine gute Rolle spielen zu können und nicht schon nach der Vorrunde die Segel streichen zu müssen, ist aber dennoch noch einiges an Arbeit nötig. Im Zuge dessen sucht der Verband Katars offenbar auch noch nach dem passenden Trainer für die WM-Mission. Dabei hat das kleine Land mit den großen finanziellen Möglichkeiten allem Anschein nach eine namhafte Lösung im Sinn. Während der aktuelle Nationalcoach, der Spanier Felix Sanchez Bas, international weitgehend unbekannt ist, läuft im Hintergrund offenbar die Suche nach einem neuen Trainer von Weltformat. Auch vor der WM 2018 in Russland war der Franzose Wenger bereits bei diversen Ländern im Gespräch.

Zidane und Jardim sagen ab

Laut einem Bericht von “Sky“ soll Katar unter anderem bei Zinedine Zidane angefragt haben, der seit seinem freiwilligen Aus bei Real Madrid nach dem dritten Champions-League-Titel im Sommer 2018 ohne Job ist. Der Franzose hat aber ebenso kein Interesse am Nationaltrainer-Job im Wüstenstaat wie der Portugiese Leonardo Jardim, der nach vier erfolgreichen Jahren im Herbst beim AS Monaco entlassen wurde.

Nun gibt es nach Informationen von “France Football“ aber einen neuen Wunschkandidaten, der bis zur WM 2022 aus der Mannschaft Katars ein international konkurrenzfähiges Team formen soll. Demzufolge wirbt der katarische Verband um die Dienste von Arsene Wenger, der bis zum Ende der Saison 2017/18 22 Jahre lang die Geschicke des FC Arsenal bestimmte.

Wenger seit Sommer 2018 ohne Job

Danach wurde der 69 Jahre alte Franzose unter anderem mit Paris St. Germain und kurzzeitig auch mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht, ist aktuell aber nach wie vor arbeitslos. Beenden will Wenger seine lange Trainerkarriere indes noch nicht, sich zugleich aber auch nicht vorschnell auf ein neues Engagement einlassen. Vielmehr wartet der erfahrene Coach, der stets großen Wert auf einen gepflegten und technisch anspruchsvollen Fußball legt, auf das richtige Angebot für die Rückkehr auf die Trainerbank.

Und in diesem Zusammenhang geht Wengers Blick offenbar durchaus auf die WM 2022, die der gebürtige Elsässer in einem Interview bei “BeIN Sports“ zumindest als „interessant“ bezeichnet hat. In diesem Zusammenhang verriet Wenger auch, von einem toll geplanten Turnier auszugehen, bei dem die Gastgeber “unter großem Druck“ stehen werden – möglicherweise ja mit Wenger als Chefcoach. Möglich wäre auch, dass Wenger auch zur EM 2020 einen neuen Job hat.

Mexiko: Gerardo Martino neuer Nationaltrainer

Die mexikanische Nationalmannschaft startet mit einem neuen Trainer ins Jahr 2019. Wie der Verband FMF mitteilte, übernimmt ab sofort Gerardo Martino das Kommando bei “El Tri“, der damit die Nachfolge von Juan Carlos Osorio antritt, dessen Vertrag nach dem Aus im Achtelfinale bei der WM 2018 in Russland gegen Brasilien nicht verlängert worden war. In den vergangenen Monaten seit der WM fungierte der Brasilianer Ricardo Ferretti wie schon Ende 2015 als Interimscoach, verlor allerdings fünf von sechs Spielen bei lediglich einem Sieg gegen Costa Rica.

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Der 56 Jahre alte Martino wurde in Mexiko-Stadt offiziell vorgestellt und teilte der Öffentlichkeit in diesem Rahmen seine Ziele für die kommenden Jahre mit: “Mein Ziel ist es, mit Ehrlichkeit und Respekt zu arbeiten. Wir können mit diesen Spielern in Mexiko und denen, die in den Ligen in aller Welt spielen, ein großes Team aufbauen.“

Zum dritten Mal Nationaltrainer

Für Martino ist Mexiko bereits die dritte Station als Nationaltrainer. Von 2006 bis 2011 machte sich der Argentinier als Coach von Paraguay einen Namen und war von August 2014 bis Juli 2016 auch Trainer seines Heimatlandes. Mit Argentinien verlor Martino allerdings gleich zweimal das Finale der Copa America, jeweils im Elfmeterschießen gegen Chile, und trat anschließend zurück. Zwischen den Stationen Paraguay und Argentinien trainierte der frühere Profi den argentinischen Traditionsverein Club Atlético Newell’s Old Boys und war in der Saison 2013/14 für den FC Barcelona verantwortlich. Abgesehen vom eher unbedeutenden spanischen Superpokal blieben Martino allerdings mit Landsmann Lionel Messi und Co. Titel versagt.

Besser lief es dafür zuletzt bei Atlanta United. Mit einem 2:0-Sieg im Finale gegen die Portland Timbers feierte Atlanta unter dem Kommando von Martino die Meisterschaft in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS). Dennoch lehnte Martino eine Verlängerung seines am Jahresende auslaufenden Vertrages ab und heuerte nun beim mexikanischen Verband an.

Vertrag wohl bis zur WM 2022

Details zur Vereinbarung mit dem erfahrenen Fußball-Lehrer teilte der Verband bislang indes nicht mit. In mexikanischen Medien wird allerdings berichtet, dass Martino ein Arbeitspapier bis zum Jahr 2022 und damit bis zur nächsten Weltmeisterschaft in Katar unterschrieben haben soll. Dann lautet das große Ziel, eine erfolgreiche Qualifikation vorausgesetzt, endlich wieder einmal das Achtelfinale zu überstehen. Denn bei den letzten sieben Weltmeisterschaften überstand Mexiko zwar stets die Vorrunde, scheiterte dann aber immer im Achtelfinale.

Das erste Turnier steht für Martino und Mexiko aber schon im Sommer auf dem Programm. Beim CONCACAF Gold Cup 2019 in den USA (18. Juni bis zum 18. Juli 2019) startet “El Tri“ gemeinsam mit dem Gastgeber als Favorit und will nach dem Halbfinal-Aus 2017 gegen Jamaika diesmal wieder den Titel holen.

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Asien-Cup: Japan mit Muto statt Asano

Mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und Bahrain beginnt am Samstag die 17. Auflage der Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erstmals gehen dann analog zur Europameisterschaft 2016 und zum Afrika-Cup im Sommer 2019 24 statt der bisherigen 16 Teilnehmer an den Start. Vornehmlich wegen der Erweiterung feiern mit Kirgisistan, den Philippinen und dem Jenen drei Nationen ihre Premiere beim asiatischen Kontinentalturnier.

Fehlen werden dagegen einige Stars, die den Fußball in Asien in den vergangenen Jahren geprägt haben. So tritt Japan ohne die langjährigen Eckpfeiler Shinji Kagawa, Shinji Okazaki und Keisuke Honda sowie auch deshalb mit einer deutlich verjüngten Mannschaft an. Titelverteidiger Australien muss nicht nur auf den nach der WM 2018 endgültig zurückgetretenen Altstar Tim Cahill auskommen, sondern auch auf den verletzten Spielmacher Aaron Mooy verzichten. Und Heung-Min Son, der wohl größte Star, den der asiatische Fußball aktuell zu bieten hat, reist erst mit Verspätung zum Turnier an.

Son erst gegen China dabei

Im Vertrauen darauf, dass seine Kollegen die beiden ersten Aufgaben gegen die Debütanten Philippinen (7. Januar) und Kirgisistan (11. Januar) auch ohne ihren besten Offensivspieler meistern werden, wird Son erst in der Vorbereitung auf das dritte und letzte Vorrundenspiel am 16. Januar gegen China zum Aufgebot Südkoreas stoßen. Zuvor wird der 26-Jährige voraussichtlich noch drei Pflichtspiele im Trikot der Tottenham Hotspurs bestreiten. Nach der dritten Runde im FA-Cup bei den Tranmere Rovers (4. Januar) stehen die Spurs vor zwei Top-Spielen. Zunächst trifft Tottenham im Halbfinal-Hinspiel des League Cup auf den FC Chelsea (8. Januar) und erwartet dann in der Premier League Manchester United (13. Januar) zum Verfolger um einen Platz in der Champions League.

Anschließend aber müssen die Spurs mehrere Partien ohne Son auskommen, sofern Südkorea wie erwartet beim Asien-Cup bis zum Schluss mitmischt. Das Derby beim FC Fulham (20. Januar), das Rückspiel beim FC Chelsea (22. Januar) sowie die Heimspiele gegen den FC Watford (30. Januar) und Newcastle United (2. Februar) werden ohne Son stattfinden, wenn es Südkorea ins Endspiel schafft. Bei einem Aus im oder vor dem Halbfinale (28. und 29. Januar) wäre ein Mitwirken gegen Newcastle zumindest im Bereich des Möglichen.

Muto bei Newcastle zuletzt kaum im Einsatz

Während Son nachreist, fällt der Asien-Cup für Takuma Asano komplett ins Wasser. Der Angreifer von Hannover 96 gehörte zwar zum Mitte Dezember bekannt gegebenen Kader von Trainer Hajime Moriyasu, wurde nun aber verletzungsbedingt aus dem Aufgebot gestrichen und ist bereits mit Hannover ins Trainingslager nach Malaga gereist, wo der 24-Jährige zunächst ein Aufbautraining absolviert.

Für Asano wurde Yoshinori Muto nachnominiert. Der Angreifer, der bei Newcastle United nach seinem Wechsel vom 1. FSV Mainz 05 auf die Insel in den vergangenen Wochen nur noch selten zum Zug gekommen ist, kann den Asien-Cup auch dazu nutzen, Spielpraxis zu sammeln und Selbstvertrauen zu tanken.

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Asien-Cup 2019: Zwölf Deutschland-Legionäre dabei

Während in der Bundesliga noch der Ball ruht, steigt in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom 5. Januar bis zum 1. Februar 2019 der Asien-Cup. Erstmals sind analog zur letzten Auflage der Europameisterschaft 2016 in Frankreich 24 Nationen statt der bisherigen 16 Teilnehmer vertreten und kämpfen um die Fußballkrone Asiens.

Natürlich mit dabei ist Titelverteidiger Australien. Die Socceroos zählen auch diesmal wieder zum Favoritenkreis, wenngleich Spielmacher Aaron Mooy (Huddersfield Town) verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht. Dafür sind mit Mathew Leckie von Hertha BSC und Robbie Kruse vom VfL Bochum zwei Akteure dabei, die ihr Geld in Deutschland verdienen. Leckie ist nach einem kurz vor Weihnachten erlittenen Muskelfaserriss zwar für die ersten Spiele fraglich, soll aber im Turnierverlauf noch eine wichtige Rolle spielen.

Südkorea mit den meisten Deutschland-Legionären

Neben den beiden Australiern reisen zehn weitere Spieler, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag stehen, in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die meisten Deutschland-Legionäre stellt Südkorea und damit ausgerechnet das Land, das bei der WM 2018 mit dem 2:0-Sieg im letzten Gruppenspiel maßgeblich für das deutsche Vorrunden-Aus verantwortlich war. Mit Dong-Won Ji und Ja-Cheol Koo stellt der FC Augsburg zwei südkoreanische Auswahlspieler ab, während das übrige Trio in der 2. Bundesliga aktiv ist. Hee-Chan Hwang vom Hamburger SV, Chung-yong Lee vom VfL Bochum und Jae-Sung Lee von Holstein Kiel werden ihren Vereinen zum Jahresauftakt der zweiten Liga, der vom 29. bis 31. Januar im Rahmen einer englischen Woche stattfindet, möglicherweise fehlen. Und zwar vermutlich schon dann, wenn es ihre Teams bis ins Viertelfinale schaffen, das am 24. und 25. Januar ausgetragen wird. Die in der Bundesliga aktiven Asien-Cup-Teilnehmer verpassen den Start vom 18. bis 20. Januar auf jeden Fall, endet die Vorrunde doch erst am 17. Januar.

Der SV Werder Bremen und Hannover 96 müssen somit im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres auf Yuya Osako bzw. Genki Haraguchi verzichten, die im Kader Japans stehen, das zusammen mit Australien und Südkorea den engsten Favoritenkreis bildet. Im aus Vereinssicht schlechtesten Fall des Einzugs eines abgestellten Akteurs ins Asien-Cup-Endspiel droht sogar ein Ausfall für die ersten drei Bundesliga-Spieltage nach der Winterpause.

Drei “Deutsche“ bei Underdogs

Eher gering scheint derweil die Gefahr, dass der FC Erzgebirge Aue Ende Januar auf John-Patrick Strauß verzichten muss, der mit den Philippinen beim Asien-Cup als Außenseiter startet. Sicher keine Pflichtspiele verpassen werden unterdessen Vitalij Lux vom SSV Ulm 1846 und Viktor Maier vom SC Wiedenbrück, für die mit Kirgisistan das Überstehen der Vorrunde auch schon ein großer Erfolg wäre. Da die Regionalligen Südwest und West erst Mitte bzw. Ende Februar den Betrieb wiederaufnehmen, wären Lux und Maier selbst bei einer nicht zu erwartenden Finalteilnahme rechtzeitig zurück.

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