Archiv des Autors: wm-2018

Leon Bailey mit England zur WM 2018?

Am Samstag war Leon Bailey wieder einmal zur Stelle und brachte Bayer Leverkusen beim Hamburger SV mit dem Führungstreffer auf die Siegerstraße. Der 20-Jährige nutzte einen Stockfehler von HSV-Verteidiger Douglas Santos eiskalt aus, umkurvte noch Keeper Christian Mathenia und schoss zu seinem bereits neunten Saisontreffer im 20. Einsatz ein. Hinzu kommen noch fünf direkte Vorlagen sowie diverse weitere, überragenden Szenen, die den schnellen Offensivmann schon jetzt zu einem der Spieler dieser Saison machen. Die Frage die sich nun stellen wird ist, ob er nun erstmals das WM Trikot für England überstreifen wird.

Baileys Leistungen sind natürlich auch andernorts nicht unbeobachtet geblieben. So wurde der Anfang 2017 vom KRC Genk verpflichtete und erst ein halbes Jahr später richtig durchgestartete Jamaikaner zuletzt unter anderem mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und auch dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Dass Leverkusen für Bailey in nicht allzu ferner Zukunft eine Ablöse in zumindest annähernd dreistelliger Millionenhöhe erzielen kann, gilt als nicht unwahrscheinlich. In der kommenden Sommertransferperiode will Leverkusen Bailey indes noch nicht ziehen lassen und sitzt angesichts eines bis 2022 laufenden Vertrages, der dem Vernehmen nach auch keine Ausstiegs-Klausel enthalten soll, am längeren Hebel.

Belgien, Deutschland oder England?

Möglicherweise erhält Bailey aber im Sommer die Gelegenheit, sich auf ganz großer Bühne noch mehr als ohnehin schon in den Blickpunkt zu schießen. Einsätze für die A-Nationalmannschaft Jamaikas hat der meist als Linksaußen eingesetzte Linksfuß bislang abgelehnt und es ist nicht davon auszugehen, dass sich daran etwas ändern wird. Spekuliert wurde deshalb in den letzten Monaten darüber, dass Bailey aufgrund seiner Zeit in Genk für Belgien auflaufen könnte oder aber sogar mit der deutschen Nationalmannschaft liebäugeln könnte, wobei eine Einbürgerung in Deutschland aber frühestens 2020 möglich wäre. In seinem Heimatland, Jamaika, werden die WM 2018 Songs aber ohnehin gesungen werden. Die Frage ist wie sich Bailey entscheiden wird.

Nun aber berichtet der britische “Mirror“ noch von einer weiteren Option. Weil zwei Großeltern Baileys englische Pässe besitzen sollen, könnte der Leverkusener zumindest theoretisch auch für England auflaufen. Aus der Theorie könnte aber bald mehr werden, denn wie das Blatt weiter vermeldet, soll sich Englands Nationaltrainer Gareth Southgate um die Dienste Baileys bemühen. Sollte Bailey relativ zeitnah eine entsprechende Entscheidung treffen, wäre eine Nominierung für den WM-Kader der Three Lions sicherlich nicht utopisch. Und da Bailey nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, eine Vorliebe für den Fußball auf der Insel zu haben und eines Tages in der Premier League spielen zu wollen, wäre es nicht gänzlich überraschend, würde sich der Flügelspieler für England entscheiden.

Jamaika keine wirkliche Alternative

In Leverkusen will man Baileys Entscheidung nicht beeinflussen, wie Sportdirektor Rudi Völler in “Bild“ betonte: “Ich weiß das noch aus meiner Zeit als Bundestrainer – solche Entscheidungen sind für junge Spieler oft nicht leicht. Sie müssen sich wohl fühlen. Wir als Verein sehen das völlig gelassen.“

Allerdings darf man davon ausgehen, dass man es in Leverkusen weitaus lieber sehen würde, wenn Bailey für England oder Belgien spielen würde anstatt für Jamaika. Schon alleine deshalb, weil die Reise zu Länderspielen dann deutlich kürzer ausfallen. Für sein Geburtsland zu spielen, ist für Bailey indes wegen der vergleichsweise niedrigen Qualität der Mitspieler und dem Vernehmen nach auch wegen der oft nicht komplett professionellen Rahmenbedingungen aber ohnehin keine Option. Bailey sollte sich indes schnell entscheiden, da im Fall einer WM-Teilnahme auch die Panini WM 2018 Sticker von ihm gedruckt werden müssen.

Benedikt Höwedes wieder im Training – Reicht es für die WM?

Als sich Benedikt Höwedes Ende August für einen Wechsel zu Juventus Turin entschied, hatte der langjährige Kapitän des FC Schalke 04 sicherlich anderes im Sinn als ein halbes Jahr später exakt ein Pflichtspiel für die Alte Dame bestritten zu haben. Doch die Zeit des 29-Jährigen in Italien steht bislang unter einem alles andere als guten Stern. Die Frage ist jetzt natürlich ob es für die WM 2018 in Russland reichen wird.

Erst wurde Höwedes von einer langwierigen Oberschenkelverletzung außer Gefecht gesetzt und als er sich wieder herangearbeitet hatte und am 26. November beim 3:0 gegen den FC Crotone seinen Einstand feiern konnte, stand schon der nächste Rückschlag vor der Tür. Anschließend wurde der Weltmeister von 2014 von einem schweren Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu einer erneuten Pause gezwungen, die auch noch länger als zunächst erwartet andauerte.

Nicht für die Champions League nominiert

Während seiner Reha musste Höwedes dann noch einen weiteren Nackenschlag wegstecken, verzichtete Juventus doch darauf, ihn für die K.o.-Phase der Champions League zu melden, sodass Höwedes in der Königsklasse auch dann definitiv nur Zuschauer sein wird, wenn Juve nach dem 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Tottenham Hotspur in England noch den Sprung ins Viertelfinale schafft.

Somit bleiben Höwedes nur noch Einsätze in der Serie A und in der Coppa Italia, in der Juve nach dem 1:0-Sieg im Halbfinal-Hinspiel bei Atalanta Bergamo mit einem Bein im Endspiel steht, um sich für ein längeres Engagement in Turin zu empfehlen. Schon vom Tisch ist, dass eine zwischen Schalke und Juve vereinbarte Kaufoption über 13 Millionen Euro Ablöse greift. Dafür hätte Höwedes mindestens 25 Pflichtspiele für Juve bestreiten müssen – eine Zahl, die schon jetzt nicht mehr zu erreichen ist. Nichtsdestotrotz sollen die Italiener grundsätzliches Interesse an einer Weiterverpflichtung haben, allerdings nur zur Zahlung einer deutlich geringeren Ablöse von dem Vernehmen nach etwa vier Millionen Euro bereit sein.

Wieder zurück im Mannschaftstraining

Empfehlen will sich Höwedes in den kommenden Wochen und Monaten aber nicht nur für eine Zukunft bei Juve, sondern auch für die WM 2018. Die am Freitag erfolgte Rückkehr ins Mannschaftstraining war in diesem Zusammenhang sicher ein erster Schritt, doch nun müssen Spiele und gute Leistungen folgen, um es noch in den Kader von Bundestrainer Joachim Löw zu schaffen.

Dieser weiß zwar die Vielseitigkeit von Höwedes, der als gelernter Innenverteidiger bei der WM 2014 alle Spiele als Linksverteidiger bestritten hat, zu schätzen, doch trotz aller Verdienste muss auch Höwedes, der das Deutschland Trikot 44 Mal getragen hat, mit Leistung überzeugen. Nicht zuletzt wegen der enormen Konkurrenz, die es mittlerweile nicht nur in der Innenverteidigung, sondern eben auch hinten links mit Jonas Hector, Marvin Plattenhardt oder möglicherweise auch Philipp Max gibt.

Doch sollte Höwedes in Turin richtig fit werden und rasch zu seiner Form finden, muss er sich nicht mit den WM 2018 Songs begnügen, sondern kann auch selbst dabei sein. Zunächst gilt es aber natürlich, gesund zu bleiben.

Infantino traurig wegen Italiens Quali

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich über die verpasste WM Qualifikation 2018 der Italiener geäußert. Der Schweizer, der auch einen italienischen Pass besitzt sagte demnach gegenüber der „Gazzetta dello Sport“: „Ich bin traurig für die WM, ich habe fast geweint. Wir sprechen von einem Team mit großer Tradition, das bei solchen Events sein Bestes gibt“. Italien hat das WM Quali-Play-Off mit 0:1 im Hinspiel gegen Schweden verloren. Nach dem 0:0 im Rückspiel in Mailand war die erste verpasste Quali seit über 50 Jahren Gewissheit.

Deutscher Fußball als Vorbild

Infantino hat allerdings im Zuge seiner Ausführungen auch gesagt, dass sich die qualifizierten Teams die Teilnahme natürlich verdient haben. Außerdem ist er der Meinung, dass sich die Krise im italienischen Fußball schon länger angebahnt habe. Als Vorbild für den Ausweg aus der Krise sollte der Fußball in Deutschland fungieren. Deutschland ist einer der Top-Favoriten auf den Titel bei der Weltmeisterschaft 2018, während den italienischen Fans nur Trost über den WM Song 2018 bringt.

„Buffon gerne den Pokal überreicht“

Der 47-jährige Infantino hat außerdem auch gesagt, dass er Italiens Ikone Gianluigi Buffon gerne den WM Pokal überreicht hätte. 2006 wurde diese Ehre dem damaligen FIFA-Präsident Sepp Blatter zuteil. Unmittelbar nach dem gescheiterten Play-Off haben Daniele de Rossi, Andrea Barzagli und Buffon selbst ihren Rücktritt aus dem Nationalteam angekündigt.

Buffon allerdings hat selber immer wieder davon gesprochen zurückzukehren, sollte er gebraucht werden. Selbiges gilt auch für seinen Verein, Juventus Turin. Dort hat der mittlerweile 40-Jährige noch Vertrag bis Jahresende. Eine Entscheidung ob er noch weitermachen wird oder nicht ist zur Stunde noch nicht gefallen. Buffon hat in seiner gesamten Karriere 175 Spiele im Italien Trikot mitgemacht und ist damit der Spieler mit den meisten Einsätzen im Nationalteam von allen aktiven Spielern. Sein Debüt bei der Squadra Azzurra gab es am 29. Oktober 1997 beim Spiel gegen Russland (1:1). Die WM 2018 wäre seine insgesamt sechste Weltmeisterschaft gewesen.

20% der Isländer wollen WM-Tickets

Schon bei der EM 2016 in Frankreich wusste das isländische Nationalteam zu begeistern – genauso wie ihre Fans. Viele werden sich wohl noch an die minutenlangen „Huh“-Rufe erinnern die stets nach jeden Spiel ertönten. Bei der WM 2018 Qualifikation haben sich die Isländer souverän durchgesetzt und der Gruppe I sogar Top-Favorit Kroatien auf Rang zwei hinter ich gelassen. Der Andrang der Isländer bei der WM 2018 in Russland soll nun auch sehr groß sein. „Rund 20 Prozent der Bürger Islands haben Karten für die WM beantragt“, sagte Botschafterin Berglind Asgeirsdottir der Agentur Interfax zufolge zuletzt in Moskau.

Hammergruppe D

Interessanterweise hat Island knapp 330 000 Einwohner, weswegen 20% davon schon eine sehr hohe Zahl ist. Die Spieler, die das Island Trikot bei der Endrunde überziehen werden haben allerdings eine sehr sehr schwere Aufgabe zu bewältigen. Sie bekommen es mit Argentinien, Kroatien und Nigeria zu tun. Schon der Aufstieg in die K.o.-Phase wäre eigentlich eine absolute Sensation. Argentinien gehört ohnehin mit Spanien, Deutschland, Frankreich und Brasilien zu den ganz großen WM Favoriten. Für alle Isländer die daheim bleiben wird es aber wohl Trost beim WM 2018 Song geben.

Tolle Leistungen in der Vergangenheit

Vor allem bei der EM 2016 wussten die Isländer absolut zu überzeugen. Obwohl die ganz großen Stars nicht mit dabei sind, konnten sie die Gruppe F mit Ungarn, Österreich und Portugal überstehen und sind am Ende erst im Viertelfinale gegen Finalist und Gastgeber Frankreich ausgeschieden. Im Achtelfinale gelang noch der sensationelle Sieg gegen die englische Nationalmannschaft. Ob die Auswahl auch in Russland begeistern kann, wird sich zeigen. Alleine schon die souveräne Qualifikation hat gezeigt, dass mit ihnen absolut zu rechnen ist. Das erste Spiel geht übrigens gleich am 16. Juni über die Bühne. Dann trifft Argentinien auf Island. Für beide Teams kann diese Partie bereits vorentscheidend sein. Am 22. steht die Partie Nigeria – Island an und am 26. Juni geht es gegen Kroatien.

 

WM 2018: Public Viewing auch nach 22:00 erlaubt

Gute Nachrichten für alle Fußballfans aus Deutschland. Laut diversen Medienberichten wird das Public Viewing bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auch nach 22:00 Uhr erlaubt sein. Schon seit einiger Zeit gab es Kritik von Anrainern, dass die Lärmbelastung bei der Endrunde in Russland hoch sein wird. Medien der „Funke Mediengruppe“ berichten demnach, dass die Bundesregierung die Lärmschutzvorgaben während der WM per Verordnung lockern will. Dadurch können die Fans auch beruhigt die WM 2018 Songs singen, jedoch natürlich mit Maß und Ziel.

Späte Anpfiffzeiten

Während das WM 2018 Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien noch um 17:00 MESZ stattfindet, gibt es viele Partien, die erst gegen 20:00 angepfiffen werden. Vor allem in der K.o.-Phase kann es dann natürlich sein, dass erst kurz vor Mitternacht die Entscheidungen fallen. Da es aber jenen Fans, die keine Tickets für Russland bekommen haben ermöglicht werden soll gemeinsam zu feiern, wird die Regierung entsprechend reagieren. Schon bei der WM 2014 in Brasilien wurde eine ähnliche Regelung getroffen – dort wurden teilweise sogar Spiele um 00:00 MESZ ausgetragen.

Wo kann ich die WM schauen?

Neben Streaming-Anbietern wie zum Beispiel „DAZN“ wird die WM für Deutsche, Österreicher und Schweizer in den jeweiligen öffentlich-rechtlichen Anstalten übertragen. In Deutschland überträgt ARD/ZDF, in der Schweiz SRF und in Österreich der ORF alle 64 Spiele der WM Endrunde. Eine Übersicht dazu gibt es bei unserer WM 2018 Übertragung sehen.

Wer sind die Favoriten?

Die WM 2018 Buchmacher sind sich einig, dass Brasilien, Deutschland, Frankreich und Spanien den Titel untereinander ausmachen werden. Vor allem dem Titelverteidiger werden die besten Chancen eingeräumt. Solltest du bereits jetzt daran interessiert sein, dass du dir die WM 2018 Deutschland Wetten ansiehst, dann können wir dich dazu nur einladen. Sowohl beim Titel, als auch beim Gruppensieg und bei der Torschützen-Wette ist die Mannschaft von Joachim Löw ganz oben anzusiedeln. Was dann tatsächlich bei einem Turnier passieren wird, ist zur Stunde natürlich noch nicht bekannt.

Maradona wettert gegen Argentinien

Er ist neben Lionel Messi wohl der größte Fußballer, den Argentinien jemals hatte. Die Rede ist natürlich von Diego Maradona, der immer wieder mit markigen Sprüchen auffällig wird. Nun geriet sein eigenes Land und vor allem Nationaltrainer Jorge Sampaoli ins Kreuzfeuer der Kritik. Vor allem die Kaderplanung für die WM 2018 hat Maradona zur Kritik veranlasst.

„Sampaoli ist ein Lügner“

Jorge Sampaoli wurde vom FC Sevilla geholt, als die argentinische Nationalmannschaft in der WM Quali Südamerika garnicht gut ausgesehen hat. Lange Zeit hat es sogar so ausgesehen, als ob sich die Mannschaft garnicht für die Endrunde in Russland qualifizieren würde.  „Sampaoli ist ein Lügner. Er verheimlicht uns Dinge, dabei muss ein Trainer in erster Linie die Wahrheit sagen“, Diego Maradona bei „Diario Popular“. „Zum Beispiel muss er zugeben, dass er keinen neuen Torjäger in seinen Reihen hat, obwohl er den peinlichen Icardi nominiert. Pipa (Higuain) wird zum Tode verurteilt, ob wohl er zehnmal besser ist als Icardi.“ Argentinien zählt bei einigen Buchmachern zu den WM 2018 Favoriten.

Dennoch ist sich Maradona nicht sicher, wie das Team abschneiden wird und kritisiert stattdessen lieber Superstar Angel Di Maria. „Letztens wurde Di María gefragt, was sein größter Traum sei: ‚Die Champions League gewinnen‘, antwortete er! Und was ist mit der Weltmeisterschaft? So denken die Nationalspieler heute.“ Insgesamt denkt der Weltmeister von 1986 auch, dass es mit dem argentinischen Fußball bergab gehen wird.  „Es tut weh. Aber die Wahrheit ist, dass wir schlecht sein werden. Da sehe ich keinen Ausweg“, so Maradona.

Ehrenbürger in Neapel

Der ehemalige Offensiv-Künstler ist nicht nur in seinem Heimatland ein absolutes Idol. Er ist auch Ehrenbürger der Stadt Neapel, da er den SSC Napoli zum bisher letzten Mal zur Meisterschaft geführt hat. Das ist inzwischen 28 Jahre her. Seither meldet er sich immer wieder kritisch zu Wort, vor allem was die argentinischen Fußballer betrifft.

Joachim Löw auch bei Real Madrid ein Thema?

Bei der Trainersuche des FC Bayern München für die nächste Saison fällt immer wieder der Name Joachim Löw. Der Bundestrainer steht beim DFB zwar noch bis 2020 unter Vertrag, soll diesen aber per Klausel nach der WM 2018 beenden können. Ausgeschlossen ist ein solches Szenario nicht. Insbesondere dann nicht, sollte sich Deutschland als Titelverteidiger früh aus Russland verabschieden müssen oder aber auch dann, sollte der erneute Triumph gelingen. Für die WM 2018 Wettanbieter ist Deutschland gemeinsam mit Brasilien, Frankreich und Spanien der Favorit auf den Titel.

Nicht die Optimal-Lösung für den FC Bayern

Der FC Bayern würde zwar den Aussagen der Verantwortlichen zufolge am liebsten mit Jupp Heynckes weitermachen, doch der bald 73 Jahre alte Fußball-Lehrer scheint eine Fortsetzung seiner im Oktober als Nothelfer begonnenen Arbeit kategorisch abzulehnen. Niko Kovac, Thomas Tuchel, Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann gelten aktuell als weitere Kandidaten für die Nachfolge von Löw, die gegenüber dem Bundestrainer alle den Vorteil hätten, nicht bei der WM gefordert zu sein und somit den kompletten Sommer der Vorbereitung der neuen Aufgabe widmen können. Die WM 2018 Songs werden die Trainer aber wohl dennoch singen.

Vor allem auch wegen der beeinträchtigten Vorbereitung ist ein Engagement Löws beim FC Bayern nicht unbedingt wahrscheinlich, was aber nicht automatisch bedeutet, dass der 58-Jährige auch beim DFB bleibt. Denn Löw, der sich in den vergangenen Jahren mit seinem Wirken bei der Nationalmannschaft enormes Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus erworben hat, dürften sehr viele Türen offen stehen.

Zidanes Stuhl wackelt bedenklich

Möglicherweise sogar bei Real Madrid, wo Löw laut einem Bericht der spanischen “El Mundo Deportivo“ der Favorit auf den Trainerposten sein soll, sofern es mit Zinedine Zidane nicht mehr weitergehen sollte. Und dass die Liaison zwischen Real und dem Franzosen endet, ist nach einer bislang völlig enttäuschenden Saison nicht auszuschließen. Weil die Meisterschaft angesichts von 19 Punkten Rückstand auf den FC Barcelona schon abgehakt werden muss und es im Viertelfinale der Copa del Rey gegen CD Leganes ein völlig unerwartetes Aus gesetzt hat, bleibt den Königlichen nur noch die Champions League, um die Saison zu retten. Im Achtelfinale der Königsklasse wartet allerdings mit Paris St. Germain bereits ein richtig dicker Brocken. Sollte Real gegen Neymar und Co. den Kürzeren ziehen, wäre das Ende der Ära Zidane wohl gekommen.

Vor allem Real-Präsident Florentino Pérez soll ein Befürworter Löws sein, der indes nicht der einzige Kandidat ist. Im Gespräch sind laut der “El Mundo Deportivo“ mit Massimiliano Allegri (Juventus Turin), Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur), Jürgen Klopp (FC Liverpool) und Maurizio Sarri (SSC Neapel) auch vier weitere Trainer, die ihre Qualitäten auf höchstem Niveau schon bewiesen haben. Außerdem gilt auch der einstige Real-Profi Guti, der derzeit im Nachwuchs tätig ist, als eine Option. Und alle hätten gegenüber Löw den Vorteil, sich ohne die Belastung einer WM direkt auf die Aufgabe Real stürzen zu können.

Ägypten-Coach sorgt sich wegen Ramadan

Der Argentinier Hector Cuper ist seit März 2015 ägyptischer Nationaltrainer und hat das Land sensationell zur WM 2018 in Russland geführt. Nun hat der 62-Jährige allerdings ein Problem angeführt, dass für viele muslimische Sportler schwer zu lösen ist: Der Fastenmonat Ramadan. Vom 14. Juni bis zum 15. Juli wird die Weltmeisterschaft in den WM 2018 Stadien ausgetragen und unmittelbar vor dem Turnier endet der muslimische Fastenmonat. Der ehemalige Coach von Inter Mailand und Valencia macht sich nun große Sorgen um die körperliche Verfassung seiner Spieler.

„Wann soll ich trainieren?“

„Meine Spieler fasten dann vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, wann soll ich trainieren? Ich kann keinen Menschen trainieren lassen, der keine Flüssigkeiten und keine Kalorien im Körper hat“, so der 62-Jährige gegenüber „La Nación“. Mitte Mai beginnt für Millionen von Muslimen das Fasten und endet erst knapp vor der Weltmeisterschaft. Für Ägypten gibt es gleich im ersten Spiel der Gruppenphase eine vorentscheidende Partie. In der Gruppe A trifft am am 15. Juni 2018 auf die Startruppe um Luis Suarez und Edinson Cavani aus Uruguay.

Cuper führt allerdings an, dass er auf eine etwas flexible Auslegung des Koran hoffe.  „Der Koran sagt, dass es Ausnahmesituationen gibt, etwa wenn man auf Reisen ist“, sagte er. Ägypten hat sich in der WM Qualifikation Afrika in Gruppe D gegen Uganda, Ghana und Kongo durchgesetzt. Nicht zuletzt durch den Star der Mannschaft, nämlich Mohamed Salah. Der Legionär des FC Liverpool wurde just auch zu Afrikas Spieler des Jahres gewählt.

Saudi-Arabien mit ähnlichem Problem

Neben Ägyptens Nationalcoach hat offenbar auch der Trainer von Saudi Arabien, Juan Antonio Pizzi. Pizzi ist demnach auch der Meinung, dass hier Lösungen gefunden werden müssen, damit die Spieler eine entsprechende Fitness haben. Saudi Arabien bestreitet am 14. Juni das WM 2018 Eröffnungsspiel gegen Russland und wird dann natürlich sofort im Fokus stehen. Spätestens dann dürfte man erfahren, wie es um die Verfassung der Spieler stehen wird.

Tunesien: Rani Khedira sagt für die WM ab

Mit seinem ablösefreien Wechsel von RB Leipzig zum FC Augsburg hat Rani Khedira im vergangenen Sommer einen richtigen Schritt getan. Auf den ersten Blick war es zwar ein Schritt zurück vom Vize-Meister und sicheren Champions-League-Teilnehmer zu einem Klub mit kleinerem Budget und oberstem Ziel Klassenerhalt, doch dafür ist Khedira beim FCA nun anders als in Leipzig Stammspieler.

Lediglich vier Spiele hat der 24-Jährige verpasst, darunter den 3:0-Sieg des FCA am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt aufgrund einer Gelbsperre. Ansonsten hat sich der gebürtige Stuttgarter zu einer festen Größe im Augsburger Mittelfeld entwickelt mit Stärken in der Rückwärtsbewegung, aber auch dem einen oder anderen Akzent im Vorwärtsgang. Ob er das Deutschland Trikot (der ersten Mannschaft) aber jemals tragen wird, bleibt fraglich.

Mangelnde Sprachkenntnisse als gewichtiges Argument

Die Leistungen Khediras sind auch den Verantwortlichen des tunesischen Fußballverbandes nicht verborgen geblieben, für den der 1,88 Meter große Rechtsfuß wegen seines aus dem nordafrikanischen Land stammenden Vaters spielen dürfte. Weil Khedira nur in den Junioren-Nationalmannschaften für Deutschland aktiv war und somit auf der Ebene der A-Teams noch ein Verbandswechsel möglich wäre, buhlte Tunesien zuletzt um den Bruder von Weltmeister Sami Khedira und hatte mit der Teilnahme an der WM 2018 in Russland ein durchaus attraktives Lockmittel zur Hand.

Allerdings hat sich Khedira nach einigen Monaten des Nachdenkens nun dagegen entschieden, bei der Weltmeisterschaft für Tunesien aufzulaufen. „Es hat mich mit Stolz erfüllt, dass der Verband an mich gedacht hat“, fühlte sich Khedira zwar geehrt, nannte dann aber auch die Beweggründe für sein Nein: „Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, ich spreche nur Deutsch. Das war ausschlaggebend. Mein Spiel ist von Kommunikation geprägt, von Anweisungen und taktischen Dingen. Die Zeit ist zu knapp, das ist zu schwierig. Ich kann dem Team nicht mit meiner besten Leistung helfen“, zitiert unter anderem der “Kicker“ den Augsburger.

Für die Zukunft alles offen?

Zudem betonte Khedira, dass es gegenüber den Tunesiern, die die Qualifikation für die WM 2018 geschafft haben und nun womöglich ihren Platz an ihn verlieren würden, nicht fair wäre, erst jetzt relativ kurz vor dem Turnier zur Mannschaft zu stoßen: „Sie haben sich in den vergangenen zwei Jahren den Arsch aufgerissen. Ich will keinem von ihnen den Platz wegnehmen.“

Laut Khedira hat der tunesische Verband verständnisvoll auf die Absage reagiert. Ob es ein endgültiges Nein war oder ob zukünftig noch denkbar ist, dass der aus der Jugend des VfB Stuttgart stammende Mittelfeldmann eines Tages doch noch für Tunesien aufläuft, ist offen geblieben. Eines ist jedenfalls sicher: Die WM Songs 2018 wird er sich wohl alleine aufgrund seines Bruders daheim anhören.

Koeman ist neuer Niederlande-Coach

Der niederländische Fußballverband hat einen neuen Trainer. Ronald Koeman wird demnach auf Dick Advocaat folgen, der nach der verpassten WM 2018 Qualifikation entlassen wurde. Koeman hat selbst regelmäßig mit dem Job als „Bondscoach“ spekuliert, war bisher aber immer bei verschiedenen Clubs tätig. Zuletzt wurde er allerdings wegen Erfolglosigkeit beim FC Everton im Oktober 2017 entlassen. Am Dienstag wurde er nun als Coach des WM Finalisten von 2010 präsentiert. Er hat einen Vertrag bis 2020 erhalten.

Weg aus der Krise

Die stolze Fußballnation aus den Niederlanden erlebt aktuell eine sehr schwere Zeit. Nachdem man schon bei der EM 2016 in Frankreich nicht dabei war, ist man nun auch bei der WM 2018 nur in der Zuschauer-Rolle. Nachdem man bei der WM 2014 in Brasilien noch sensationell den dritten Platz erreicht hat, steckt man nun in einer veritablen sportlichen Krise. Stars wie Robin van Persie, Arjen Robben und Wesley Sneijder sind aus dem Nationalteam zurückgetreten. Nun muss die nächste Generation um Kasper Dolberg, Justin Kluivert und so weiter antreten um die einstige Weltmacht wieder an die Spitze des Fußballs zu führen. Für den vermeintlichen neuen Coach, Ronald Koeman, spricht definitiv seine langjährige Erfahrung als Spieler und auch als Trainer.

Legende in seiner Heimat

Ronald Koeman ist in seiner Heimat eine Institution. Der 54-Jährige Europameister von 1988 feierte mit dem FC Barcelona und vor allem mit Feyenoord Rotterdam große Erfolge. Koeman hat insgesamt 192 Spiele in der spanischen Primera Division bestritten und sogar 342 in der höchsten niederländischen Spielklasse für insgesamt drei Vereine. Der ehemalige Verteidiger wurde in den Jahren 1987 und 1988 Niederlandes Fußballer des Jahres was eine riesengroße Auszeichnung ist, wenn man alleine an die Konkurrenz-Situation von damals denkt. Für die „Elftal“ hat er in Summe 78 das Niederlande-Trikot übergestreift. Sein größter Coup war ohne Zweifel der Europameister-Titel im Jahr 1988. Koeman hat beim 2:1-Sieg über Deutschland damals in der 74. Minute per Elfmeter zu Ausgleich getroffen.