Frauen-Fußball-WM 2023 in Australien und Neuseeland

Am 20. Juli 2023 ist der Moment gekommen: Im australischen Auckland werden zwei Mannschaften und das Schiedsrichtergespann den Platz betreten. Nach dem Handshake und den Nationalhymnen ertönt dann der altbekannte Pfiff, der signalisiert, dass die Partie beginnt.

In diesem speziellen Fall handelt es sich freilich nicht um irgendein Spiel: Es ist der Auftakt zur Fußball-WM 2023 der Frauen, die von Neuseeland und Australien gemeinsam ausgerichtet wird. Sie endet am 20. August 2023, wenn in Sydney im Stadium Australia vor 83.500 Zuschauern die neuen Weltmeisterinnen gekrönt werden. Wir geben dir hier alle wichtigen Informationen an die Hand, die du zur neunten Austragung der Frauen-WM wissen musst.

Wer geht bei der Frauen-WM 2023 in Neuseeland und Australien an den Start?

Insgesamt 32 Mannschaften kämpfen in Neuseeland und Australien um die WM-Krone und hoffen, die Nachfolge der bisherigen Weltmeisterinnen aus den USA anzutreten. Europa stellt dabei das größte Kontingent: 11 Teams der UEFA sind sicher am Ball. Ein weiteres kann über die Qualifikation hinzukommen.

Asien entsendet sicher sechs Mannschaften und eventuell zwei weitere. Aus Afrika sowie Nord-, Mittelamerika & Karibik fahren jeweils mindestens vier Mannschaften zur Weltmeisterschaft. Zwei weitere Teams können jeweils über die Qualifikation hinzukommen. Aus Südamerika sind drei Mannschaften sicher dabei. Zwei weitere Teams könnten es ebenfalls schaffen.

Die wichtigsten Termine zur Frauen-WM 2023 auf einen Blick

  • Europäische Qualifikation: 16. September 2021 bis 6. September 2022
  • UEFA-Playoffs: 6. Oktober 2022 bis 11. Oktober 2022
  • Auslosung der Gruppenphase der Frauen-WM 2023: 22. Oktober 2022 (in Auckland)
  • Interkontinentales Playoff-Turnier: 17. Februar 2023 bis 23. Februar (Austragungsort: Neuseeland)
  • Start der Gruppenphase: 20. Juli 2023
  • Start der KO-Runde: 5. August 2023
  • Finale: 20. August 2023

Die Austragungsorte der Weltmeisterschaft der Frauen 2023 in Australien und Neuseeland auf einen Blick

  • Auckland (Neuseeland 🇳🇿) – Eden Park (48.276 Zuschauer)
  • Dunedin (Neuseeland 🇳🇿) – Dunedin Stadium (28.744 Zuschauer)
  • Hamilton (Neuseeland 🇳🇿) – Waikato Stadium (25.111 Zuschauer)
  • Wellington (Neuseeland 🇳🇿) – Wellington Regional Stadium (39.000 Zuschauer)
  • Brisbane (Australien 🇦🇺) – Brisbane Stadium (52.263 Zuschauer)
  • Perth (Australien 🇦🇺) – Perth Oval (22.225 Zuschauer)
  • Adelaide (Australien 🇦🇺) – Hindmarsh Stadium (18.435 Zuschauer)
  • Sydney (Australien 🇦🇺) – Stadium Australia (83.500 Zuschauer) + Sydney Football Stadium (42.512 Zuschauer)
  • Melbourne (Australien 🇦🇺) – Melbourne Rectangular Stadium (30.052 Zuschauer)

Wer sind die Favoriten für die Frauen-WM 2023?

Ganz oben auf der Liste der Favoritinnen stehen die Vereinigten Staaten. Die US-Amerikanerinnen sind nicht nur die Titelverteidigerinnen, sondern sogar die doppelten Titelverteidigerinnen. Sie gewannen die letzten beiden Weltmeisterschaften und unterstrichen damit ihre Vormachtstellung im internationalen Fußball.

Ihre schärfsten Herausforderinnen dürften aus England kommen: Die Three Lioness reisen als Europameisterinnen nach Neuseeland und Australien. Vize-Europameister Deutschland könnte ebenfalls eine gute Rolle spielen. Ob dies für Vize-Weltmeister Holland nach der vergleichbar schwachen EM 2021 ebenfalls gilt, ist fraglich. Zu beachten sind ebenfalls Japan, Schweden, Spanien und Frankreich.

Welche Neuerungen sind für die Frauen-WM 2023 zu berücksichtigen?

Die Teilnehmerzahl wurde von 24 auf 32 Mannschaften erhöht. Anders als bei vorherigen Weltmeisterschaften gibt es deshalb nicht mehr sechs Gruppen, sondern acht. Gruppen-Dritte haben deshalb keine Chance mehr, das Ticket für die KO-Runde zu lösen. Stattdessen kommen die beiden bestplatzierten Teams pro Staffel weiter.

Dadurch, dass es erstmals zwei Gastgeberländer gibt, ist bei der Verteilung der Austragungsorte etwas zu berücksichtigen: In der Gruppenphase spielen die jeweiligen Staffeln ausschließlich in einem Land. Sie wechseln also nicht zwischen Australien und Neuseeland hin und her. Dies kann erst in der KO-Runde der Fall sein.

Rückblick: Das waren die letzten Weltmeisterschaften der Frauen

Frauen-WM 2019 in Frankreich

2019 traten die USA in der Gruppe F an und bekamen es schon hier mit den Schwedinnen zu tun. Dieses Duell galt als guter Gradmesser, wie stark die Titelverteidigerinnen sein würden. Sie setzten sich gegen die Skandinavierinnen mit 2:0 durch und gewinnen ihre Gruppe insgesamt mit 18:0-Toren. In der KO-Runde schalteten die Amerikanerinnen Spanien, Frankreich, England und den damals amtierenden Europameister Niederlande aus. Sie bekamen es also mit einigen anderen hoch gehandelten Teams zu tun und lösten diese Aufgaben mit Bravour.

Aus dem deutschsprachigen Europa hatte sich nur das DFB-Team für die WM in Frankreich qualifiziert. Die Gruppenphase verlief dabei durchaus hoffnungsvoll: Deutschland hatte es u.a. mit Spanien zu tun, setzte sich aber mit 9 Punkten und 6:0-Zählern durch. In der KO-Runde war nach einem 3:0 über Nigeria im Achtelfinale jedoch im Viertelfinale gegen Schweden Endstation. Am Ende gewannen die USA im Finale gegen die Niederlande mit 2:0 und krönten sich zum 4. Mal als Weltmeisterinnen.

Frauen-WM 2015 in China

2015 traten die USA in der Gruppe D gegen Schweden, Australien und Nigeria an. Sie gewannen die Staffel zwar, aber deutlich weniger spektakulär als 2019. Sie holten aus drei Spielen sieben Punkte und hatten ein Torverhältnis von 4:1. In der KO-Runde ging es gegen Kolumbien, China, Deutschland und im Endspiel schließlich gegen die Titelverteidigerinnen aus Japan.

Tatsächlich hielten sich die USA bis zum Finale in Sachen Gegentoren in der KO-Runde schadlos. Ein Trost dürften die beiden Treffer für Japan aber nicht gewesen sein, da die USA gleich fünf Tore machten.