WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Entscheidung über die EM 2020 steht bevor

Nachdem sich die Gesundheitskrise europaweit in den vergangenen Tagen extrem zugespitzt hat und mittlerweile von ganz wenigen Ausnahmen auch das gesamte internationale Sportgeschehen zum Erliegen gekommen ist, wird eine von der UEFA vergangene Woche für Dienstag angekündigte Telefonkonferenz mit Hochspannung erwartet.

Zwar wird die UEFA dann mit den Vertretern der 55 Kontinentalverbände, den nationalen Ligen und der Vereinigung der europäischen Clubs (ECA) auch über den Fortgang der Champions League und der Europa League diskutieren, doch im Mittelpunkt steht natürlich die Entscheidung über die Europameisterschaft 2020, deren geplante Austragung ab dem 12. Juni in zwölf verschiedenen Städten Europas inzwischen als überaus unwahrscheinlich gilt (hier alle EM 2020 Stadien im Überblick).

Russland besitzt eine geeignete Infrastruktur

Schon am Wochenende sickerte medial durch, dass die UEFA im Rahmen der Telefonkonferenz eine Verlegung der EURO vorschlagen wird, wobei mit dem Dezember 2020 und dem Sommer 2021 zwei mögliche Szenarien genannt wurden. Am Montag ist nun noch eine weitere Möglichkeit entstanden, hat sich Russland doch als Gastgeber für das Turnier angeboten.

“Natürlich sind wir bereit. Wir müssen aber zuerst diskutieren, wie das Format aussehen könnte, wie viele Spiele stattfinden würden und so weiter“, erklärte Alexei Sorokin, Chef des Organisationskomitees der WM 2018 die grundsätzliche Bereitschaft Russlands, helfend einzuspringen. Da für die Weltmeisterschaft in Russland die entsprechende Infrastruktur geschaffen wurde, wäre das Land strukturell sicherlich dazu bereit, ein weiteres Großturnier zu stemmen.

Die Aussagen Sorokins untermauerte der russische Sportminister Oleg Matyzin, der erklärte, bereit zu sein, “alle Maßnahmen zu treffen, um die Sicherheit der Sportler zu gewährleisten.“ Der russische Vize-Premierminister Dmitri Tschernyschenko hält eine EM in Russland ebenfalls für möglich, will dem Krisentreffen am Dienstag indes nicht vorgreifen: „Wir werden natürlich darauf achten, was die UEFA entscheiden wird. Aber Russland hat viel Erfahrung in der Austragung von Großereignissen.“

Auch Russland betroffen

Dass die EM 2020 wie geplant vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 stattfindet, aber komplett in Russland anstatt in zwölf verschiedenen Ländern, ist allerdings wenig wahrscheinlich. Zwar wurde in Russland am vergangenen Wochenende in der Premier Liga zum Teil sogar noch mit Zuschauern gespielt, doch auch dort steigt die Anzahl der positiven Erkrankungstests. Zudem wäre davon auszugehen, dass viele Fans ihre Mannschaft nach Russland würden begleiten wollen, was sicherlich im Sinne des Kampfes gegen das Virus wäre.

Als nicht unwahrscheinlich gilt, dass die UEFA am Dienstag noch keine endgültige Entscheidung treffen wird. Vielmehr wird von vielen Beobachtern erwartet, dass zunächst zwar die EM für den Sommer 2020 abgesagt, aber noch kein neuer Termin festgelegt wird. Das würde der UEFA alle Optionen offen halten, um je nach Entwicklung der Pandemie die passende Lösung zu finden.

>> Alle EM 2020 Teams im Überblick

Bitter: Cenk Tosun fällt für die Türkei bei der EM 2020 verletzt aus

Cenk Tosun zählt seit 2015 als fixer Bestand der türkischen Nationalmannschaft. In insgesamt 42 Länderspielen erzielte der beim FC Everton unter Vertrag stehende Mittelstürmer insgesamt 16 Tore und schaffte mit der Türkei die EM 2020 Qualifikation. Seine Torbilanz wird der Stürmer bei der EURO jedoch nicht weiter aufbessern können. Tosun verletzte sich Anfang März im Training von Crystal Palace, dem Verein an den er verliehen war, am Knie und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Für ihn bedeutet das mindestens 6 Monate Pause und keine Fußball Europameisterschaft 2020.

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Leihe beendet, Rehab beim FC Everton

Erst kurz nach Jahreswechsel wurde der Mittelstürmer vom FC Everton für die gesamte Rückrunde (also bis Sommer) an Crystal Palace verliehen. Durch seinen Kreuzbandriss beendete sein neuer Verein die Leihe jedoch schon 2 Monate danach wieder. In 5 Spielen für Crystal Palace schoss der türkische Nationalspieler 1 Tor.

Cenk Tosun unterzeichnet 2018 einen Viereinhalb-Jahres-Vertrag beim FC Everton und wurde durch eine Ablösesumme von 22,5 Mio. Euro einer der teuerste Süper Lig Transfers überhaupt. Nach seiner Verletzung am Knie wird der in Deutschland geborene Türke seine Rehab beim FC Everton durchführen. Wie es mit ihm nach seiner Genesung weiter geht, ist noch unklar. Das Türkei Trikot wird der 28-jährige Mittelstürmer mit Sicherheit wieder überstreifen.

Türkische Nationalmannschaft mit Verletzungssorgen

Bereits 3 Monate vor der EM 2020 plagen die Türkei Verletzungssorgen. Nach Merih Demiral und Yusuf Yazici ist Cenk Tosun bereits der dritte langfristige Ausfall. Wie gut der Kader der Türkei die drei Verletzungen bei der EM verkraften wird, wird man spätestens beim EURO 2020 Eröffnungsspiel am 12. Juni 2020 gegen Italien sehen.

Tosun, der seine Ausbildung in Deutschland genoss und auch bis zur U21 im Deutschland Trikot angetreten ist, hinterlässt im Sturm der Türken auf jeden Fall ein Loch, das bis zur EURO gefüllt werden muss. Die Türkei trifft in der EM 2020 Gruppe A auf Italien, Wales und die Schweiz.

Pandemie: Die UEFA ist vorbereitet

Auch die Fußballwelt ist mittlerweile von der Pandemie betroffen. In einigen Ländern wurden bereits Spiele ohne Zuschauer durchgeführt, in anderen der Spielbetrieb für mehrere Wochen ausgesetzt. Im Hinblick auf die kommende Europameisterschaft 2020 ist das natürlich keine Situation, die man sich gewünscht hat.

12 Länder tragen die kommende EM aus, umso größer ist Gefahr Panik auszulösen und die Situation weiter zu verschlechtern. Im Zuge des UEFA Kongresses ist UEFA Generalsekretär Theodore Theodoridis und UEFA Präsident Aleksander Ceferin bei der Pressekonferenz Rede und Antwort gestanden.

Pläne vorhanden, Panik unerwünscht

„Es gibt Pläne für alles.“, verkündete der Generalsekretär der UEFA. Verkünden wolle man diese aber erst, wenn es nötig ist. Der Grund dafür: Panik vermeiden. Eine größere Panik könne weitaus schlimmere Folgen, als die Pandemie selbst haben. In fast allen der 12 Austragungsländer der Jubiläumseuropameisterschaft gibt es bereits Fälle von Infizierten.

Bis zum EURO 2020 Eröffnungsspiel am 12. Juni 2020 zwischen der Türkei und Italien ist aber noch lange Zeit. Wie sich die Situation rund um die Pandemie entwickeln wird, ist aktuell nur schwer einzuschätzen.

Speziell in Italien gab es in den letzten Wochen bereits Spiele ohne Zuschauer in der Serie A. In der Schweiz wurde der Spielbetrieb überhaupt für mehrere Wochen pausiert. Doch wann sollen diese Spiele nachgeholt werden?

Der Spielplan ist dicht gefüllt und lässt kaum Raum für Verschiebung. Was, wenn es zu weiteren Verschiebungen kommt oder EM-Fans durch die Pandemie abgeschreckt werden? Die Lösungen der UEFA werden werden zur rechten Zeit kundgetan werden.

Nations League Playoffs Priorität Nummer 1

Bevor überhaupt an die EM 2020 gedacht werden kann, müssen noch die letzten 4 Teilnehmer für die Endrunde in den Nations League Playoffs gefunden werden. Glücklicherweise sind bisher in den Austragungsländern der Playoffs kaum Fälle des Krankheit aufgetaucht. Aber auch in den weiteren 12 teilnehmenden Ländern ist die Zahl der bekannten Infizierten gering. Bis zum Start der Playoffs sind es noch zwei Wochen.

Sollte sich die Lage ändern und der schlimmste Fall einer Absage eintreten, kann es zu terminlichen Problem kommen. Aufgrund des zeitlich Drucks hat die UEFA nur wenige Möglichkeiten Termine einer Neuaustragung zu finden. Was dies für die EM 2020 bedeuten könnte, ist bis dato unklar.

Update Februar 2020: Das neue FIFA-Ranking

Die neue FIFA-Weltrangliste ist am 20. Februar 2020 erschienen. Wie erwartet sind nur sehr wenige Veränderungen zu erkennen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im Zeitraum zwischen Dezember und Februar werden allgemein nur sehr wenige Spiele ausgetragen. Die Clubs und Nationalmannschaften sind in Winterpause. In europäischen Ländern herrschen aufgrund des Winters keine optimalen Spielbedingungen für Fußballspiele.

International fanden insgesamt 15 Freundschaftsspiele seit dem letzten Update statt. Hauptsächlich jene Mannschaften die daran teilnahmen, konnten ihr Ranking verändern. Europäische Mannschaften oder gar fixe Teilnehmer der Fußball Europameisterschaft 2020 nahmen daran nicht teil. Auch die 16 Teams, die sich im Nations League Playoff um die letzten 4 Plätze bei der EURO matchen, verzichteten auf die Spieltermine in diesem Zeitraum.

Die Top-30 der aktuellen FIFA-Weltrangliste

In den Top-30 der FIFA-Weltrangliste (Stand: 20. Februar 2020) gab es nur eine kleine Veränderung. Wales, die zuvor gleichauf mit den USA waren, haben einen Platz verloren und sind jetzt auf Platz 23 zu finden. Angeführt wird die Weltrangliste weiterhin von EURO 2020 Favoriten Belgien und Frankreich. Auch das englische Nationalteam ist weiterhin in den Top 5 zu finden.

Das nächste Update gibt es am 9. April 2020. Es ist das vorletzte Ranking vor der Europameisterschaft, in dem der Ausgang der UEFA Nations League Playoffs schon berücksichtigt sein wird. Es ist also schon sicher, dass sich beim nächsten Update in Europa mehr verändern wird, als beim aktuellen.

André Silva kommt in EM-Form

Größere Vorschusslorbeeren als für André Silva gab es in der Geschichte des portugiesischen Fußballs selten für einen Spieler. Nicht zuletzt Cristiano Ronaldo sorgte im Sommer 2017 für hohe Erwartungen an den Angreifer. “Wenn ich eines Tages zurücktrete, wird Portugal in guten Händen sein, denn das Team hat bereits einen tollen Stürmer gefunden: André Silva:“

Knapp drei Jahre später hat der mittlerweile 24-Jährige zwar eine respektable Bilanz von 15 Toren in 34 Länderspielen vorzuweisen, doch gerade auf Vereinsebene ist der ganz große Durchbruch nach wie vor nicht gelungen. 2017 für 38 Millionen Euro vom FC Porto zum AC Mailand gewechselt, konnte der technisch beschlagene Angreifer in der Serie A nicht wirklich Fuß fassen. In 24 Ligaspielen in Italien gelangen André Silva nur magere zwei Tore.

Für die Saison 2018/19 verlieh Milan André Silva an den FC Sevilla, bei dem die Quote mit neun Toren in 27 Partien der Primera Division etwas besser, aber auch noch nicht den Erwartungen entsprechend ausfiel. Zurück beim AC Mailand war in der laufenden Saison schnell klar, dass André Silva keine große Perspektive mehr haben würde. Nach nur einem weiteren Einsatz erfolgte kurz vor Transferschluss Ende August die Ausleihe an Eintracht Frankfurt, während sich Milan im Gegenzug Ante Rebic sicherte.

Formverfall nach gutem Einstand

Auch in Frankfurt blieb André Silva aber lange vieles schuldig. Mit drei Toren in seinen ersten vier Bundesliga-Einsätzen fiel der Einstand zwar richtig gut aus, doch noch vor der gesamten Mannschaft verlor André Silva im Herbst seine Form und musste sich überwiegend mit Jokereinsätzen begnügen. Auch nach der Winterpause saß der Angreifer zunächst nur auf der Bank und musste sich mehr oder weniger offene Kritik an seiner Berufseinstellung gefallen lassen.

Diese scheint aber angekommen zu sein, denn in den letzten Wochen präsentiert sich André Silva in vielerlei Hinsicht verbessert. Bei Fortuna Düsseldorf zur Pause eingewechselt, bereitete der Stürmer kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand von Timothy Chandler vor.

Vier Tage später brachte André Silva die SGE im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig (3:1) per Elfmeter in Führung und hatte damit seinen Anteil am Weiterkommen. Und nun am Freitag steuerte André Silva beim 5:0 gegen den FC Augsburg seinen vierten Bundesliga-Treffer bei.

Lob von Adi Hütter

Im Angriff der Eintracht hat sich André Silva für den Moment auch dank der Abwesenheit von Bas Dost, nicht zuletzt aber mit seinen Leistungen einen Stammplatz gesichert. Von Trainer Adi Hütter, der noch im Dezember Kritik geübt hatte, gab es zuletzt ein Lob: “Portugiesen sind halt manchmal so, dass sie so ein bisschen mit dem Ball spielen wollen. Wenn du in der Bundesliga aber nicht richtig arbeitest und anläufst, wird es schwer. Ich denke, dass jetzt der Knopf aufgegangen ist und er verstanden hat, dass er auf dem Platz arbeiten muss.“

Diesen Formanstieg gilt es nun zu bestätigen, auch mit Blick auf die portugiesische Nationalmannschaft. Denn im Herbst spielte André Silva für die Auswahl Portugals nur eine sehr untergeordnete Rolle. Von den sechs Länderspielen seit Sommer bestritt André Silva nur das letzte und in Sachen EM-Qualifikation 2020 schon unbedeutende in Luxemburg (2:0). Weil die Konkurrenz in der portugiesischen Offensive groß ist, muss André Silva nun nachlegen, um sich das persönliche Ticket für die Europameisterschaft 2020, das andernfalls durchaus in Gefahr geraten könnte, zu sichern.

Der Portugal hat eine äußerst schwierige Gruppe erwischt. In Gruppe C treffen die portugiesischen Titelverteidiger auf die Mannen im Deutschland Trikot, Weltmeister Frankreich und einen Nations League Playoff Sieger. Wenn man sich in dieser Gruppe durchsetzen kann, ist ein abermaliges Finale bei der EM 2020 nicht unmöglich.

EM 2020 als Schaufenster? – Timo Werner lässt seine Zukunft offen

Nach einem Doppelpack zum Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Union Berlin (3:1) blieb Timo Werner an den vergangenen beiden Spieltagen torlos, was sicherlich auch ein Grund dafür war, dass RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt (0:2) und gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) nur einen von sechs möglichen Punkten holte. Nach wie vor liest sich Werners Bilanz von 20 Treffern und sechs Vorlagen an den ersten 20 Spieltagen aber imposant.

Die Torjägerkanone zu holen, wird angesichts der Treffsicherheit des sogar schon 22 Mal erfolgreichen Robert Lewandowski zwar nicht einfach, aber fraglos spielt der 23-Jährige eine starke Saison, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Sommer reichlich Begehrlichkeiten bei anderen Klubs wecken wird.

Werner hat seinen eigentlich am 30. Juni 2020 auslaufenden Vertrag zwar im August um drei Jahre verlängert, sich aber dem Vernehmen nach eine moderate Ausstiegsklausel schon für den Sommer 2020 gesichert. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll der schnelle Angreifer RB Leipzig dann für eine im internationalen Vergleich eher gering anmutende Ablöse im Bereich von 30 Millionen Euro verlassen können.

Interessenten aus England und Spanien

Im vergangenen Sommer wurde lang über einen Wechsel Werners zum FC Bayern München spekuliert, der aber offenbar letztlich von einer konkreten Offerte Abstand genommen hat. Nun wird dem Rekordmeister nachgesagt, sich wieder mit Werner zu beschäftigen, der überdies in den vergangenen Wochen und Monaten unter anderem auch mit dem FC Liverpool, dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur sowie dem FC Barcelona und Real Madrid in Verbindung gebracht wurde. In der Münchner Allianz Arena als Austragungsort der Europameisterschaft 2020 dürfte er im Sommer aber mit großer Wahrscheinlichkeit zu sehen sein.

Wohin Werners Weg nach dieser Saison führen wird, ist derzeit nicht abzusehen. Seine persönliche Zukunft ab dem Sommer 2020 ist für den gebürtigen Stuttgarter im Moment aber kein dominierendes Thema. “Wenn man mit 23 Jahren im bisherigen Saisonverlauf 20 Tore erzielt hat, weckt das natürlich Interessenten. Das ist klar.

Aber Stand jetzt mache ich mir keine Gedanken, was in der Zukunft passiert. Wir stehen jetzt vor vielen wichtigen Spielen, die entscheidend für den weiteren Saisonverlauf sind. Darauf will ich mich konzentrieren. Über meine Zukunft kann ich mir irgendwann später noch Gedanken machen“, betonte Werner nun gegenüber dem “Kicker“.

Darüber hinaus erklärte Werner aber auch, sich “auf jeden Fall grundsätzlich vorstellen“ zu können, die Bundesliga zu verlassen ohne ein bestimmtes Land zu favorisieren. “Ich bin offen für alles. Ich war zuletzt in Amerika im Urlaub, da lief durchgehend englischer Fußball. Das ist schon ein Ausrufezeichen für die Premier League. Aber auch in Spanien gibt es sehr namhafte und große Mannschaften, in denen es sicher Spaß macht zu spielen.“

Stammplatz in Gefahr

Wann eine Entscheidung fällt, ist offen. Gut möglich aber, dass Werner auf dem internationalen Transfermarkt mit guten Leistungen bei der EURO 2020 noch mehr Interesse auf sich zieht und die Investitionsbereitschaft der werbenden Klubs nochmals erhöht. Aktuell allerdings sieht es nur bedingt danach aus, als würde der in 29 Länderspielen elf Mal erfolgreiche Stürmer im Deutschland Trikot zur ersten Elf von Bundestrainer Joachim Löw zählen.

So hatte zuletzt auf der Mittelstürmerposition Serge Gnabry die Nase vorne und links offensiv würde die rechtzeitig zu erwartende Rückkehr von Leroy Sane Werners Einsatzchancen erst einmal verringern. Gnabry, Sane und Werner sind freilich auch zusammen in einen Dreier-Offensive vorstellbar, deren Tempo auch auf absolutem Top-Niveau seinesgleichen suchen würde. Deutschland zählt jedenfalls mit oder ohne Werner zu den Favoriten der Europameisterschaft 2020.

Afrika-Cup 2021 wieder im Winter – Jürgen Klopp verärgert

Nachdem die 32. Auflage des Afrika-Cups, bei der sich Algerien am 19. Juli im Finale in Kairo gegen den Senegal (aktuell bestes afrikanisches Team laut FIFA Weltrangliste) durch einen 1:0-Erfolg den zweiten Titel seiner Geschichte holte, erstmals im Sommer ausgetragen wurde, erfolgt beim nächsten Mal die Rolle rückwärts. So wird der Afrika-Cup 2021 wieder zu Jahresbeginn ausgetragen.

Gespielt werden soll demnach vom 9. Januar bis zum 6. Februar 2021. Ausrichter Kamerun begründete die Rückverlegung des Turniers mit den besseren Witterungsbedingungen. Vermieden werden soll, dass die Spieler bei extrem hohen Temperaturen ran müssen. Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings auch gemunkelt, dass die Verlegung des Afrika-Cups in den Winter in Zusammenhang mit der neuen Klub-WM steht, deren Erstauflage von der FIFA für den Sommer 2021 in China geplant ist. Die daran beteiligten Top-Klubs sollen natürlich möglichst in Bestbesetzung antreten und nicht aufgrund einer Kontinentalmeisterschaft auf mehrere Leistungsträger verzichten müssen.

Liverpool Anfang 2021 ohne ein Trio?

Genau das droht nun aber etwa dem FC Liverpool Anfang 2021, sollten der Ägypter Mohamed Salah, der Senegalese Sadio Mane und der Guineer Naby Keita mit ihren Nationen an der Afrikameisterschaft, wovon nicht zuletzt deshalb auszugehen ist, weil das Turnier zuletzt analog zur Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer erweitert wurde.

Liverpools Trainer Jürgen Klopp machte aus seinem Ärger über die Entscheidung im Rahmen einer Pressekonferenz keinen Hehl. „Das hilft afrikanischen Spielern ganz sicher nicht“, sieht es Klopp als alles andere als optimal an, dass seine Profis just nach der ohnehin in England extrem intensiven Phase nach Weihnachten ein Turnier spielen wollen und dann zurückkehren, wenn es im Verein mit der K.o.-Phase in den internationalen Wettbewerben richtig in die Vollen geht.

Als Konsequenz daraus deutete Klopp an, künftig möglicherweise auf die Verpflichtung afrikanischer Spieler zu verzichten: “Wir werden jetzt nicht Sadio, Mo und Naby verkaufen – natürlich nicht. Aber wenn man eine Entscheidung darüber treffen muss, ob man einen Spieler holt, ist das massiv. Der Spieler ist dann vier Wochen weg. Als Klub muss man das berücksichtigen.“

Klopp fordert einen runden Tisch

Klopp, der die Verlegung auf den Winter kurz und bündig als “Katastrophe“ bezeichnete, sieht über den Afrika-Cup, der das nächste Großereignis nach der Euro 2020 ist (hier die aktuellen Euro 2020 Wettquoten), hinausgehend ein generelles Problem. “Diese Entscheidungen werden getroffen, ohne Spieler oder Trainer zu fragen“, so der Erfolgscoach, der sich Sorgen um eine zu hohe und mit neuen bzw. erweiterten Wettbewerben wie der Klub-WM weiter wachsende Belastung der Spitzenspieler macht. So untermauerte Klopp seine schon vor längerer Zeit geäußerte Forderung nach einem runden Tisch, um Möglichkeiten zu diskutieren, wie für Top-Spieler künftig mehr anstatt immer weniger Zeit zur Regeneration geschaffen werden kann.

Top-Talent Eduardo Camavinga bald in Frankreich-Aufgebot?

Den 106 Jahre alten Rekord von Maurice Gastiger, der am 8. Februar 1914 im Alter von 17 Jahren, vier Monaten und fünf Tagen bei der 4:5-Niederlage in Luxemburg als nach wie vor jüngster Spieler in der Geschichte der französischen Nationalmannschaft auf dem Platz stand, kann Eduardo Camavinga nicht mehr knacken. Doch Platz zwei in diesem Ranking ist für den im November 17 Jahre alt gewordenen Shooting-Star von Stade Rennes noch drin.

Seit November eingebürgert

So gilt es als nicht unwahrscheinlich, dass Nationaltrainer Didier Deschamps Camavinga bereits im März für die Freundschaftsspiele gegen die Ukraine (27. März) und Finnland (31. März) erstmals für die Equipe Tricolore nominiert. Die Voraussetzungen dafür wurden in den vergangenen Monaten auf jeden Fall geschaffen. Seit dem 5. November ist der in Angola geborene Mittelfeldspieler, der schon mit zwei Jahren zusammen mit seiner Familie nach Frankreich gekommen ist, in Besitz der französischen Staatsbürgerschaft.

Offiziell überreicht erhielt der Youngster seinen neuen Pass am 20. Dezember. Ein besonderer Moment für Camavinga, der im “Kicker“ kein Geheimnis daraus macht, sich als Franzose zu fühlen: „Selbst wenn ich in Angola geboren bin, ist Frankreich das Land meiner Kindheit. Als Kind habe ich immer die Videos von der WM 1998 geschaut. Und ich habe davon geträumt, dieses Trikot zu tragen.“

Zumindest in der U21 wurde Camavinga dieser Traum kurz nach der Einbürgerung bereits erfüllt. Im November stand der für sein Alter bemerkenswert abgeklärt agierende Linksfuß beim 3:2-Sieg über Georgien in der U21-EM-Qualifikation über 90 Minuten im Frankreich-Trikot auf dem Feld, musste dann aber vier Tage später in der Schweiz aufgrund von muskulären Problemen passen.

Bereits im Fokus von Real Madrid

Gut möglich nun, dass sich U21-Coach Sylvain Ripoll nicht mehr allzu oft an Camavinga erfreuen darf, der ähnlich wie in jüngerer Vergangenheit Kylian Mbappe mehrere Karrierestufen auf einmal nehmen könnte. Denn seit seinem Debüt am 6. April 2019 ist Camavinga bei Stade Rennes eine feste Größe und hat mit seinen Leistungen längst über die französische Landesgrenze hinaus Aufmerksamkeit erregt.

Nicht zuletzt Real Madrid hat Camavinga bereits mehrfach beobachtet. Und die Königlichen sollen danach überaus sowohl von der Technik als auch von der körperlichen Präsenz Camavingas angetan gewesen sein. Gerüchten zufolge soll Real sogar dazu bereit sein, eine Ablöse von 100 Millionen Euro auf den Tisch zu legen.

Über kurz oder lang wird man sich in Rennes mit einem Verkauf des Top-Talents beschäftigen müssen. Schließlich dürften die Bretonen kein Interesse daran haben, Camavinga mit Vertragsende im Sommer 2022 ablösefrei zu verlieren. Einsätze in der französischen Nationalmannschaft würden derweil sicherlich dazu beitragen, den Marktwert des Franko-Angolaners noch weiter zu erhöhen.

Frankreich bekommt es in der Gruppe F der EURO mit Deutschland, Portugal und den Sieger von Nations League Playoff A zu tun.

>> Hier alle EM 2020 Gruppen

Slowakei: Robert Bozenik als neuer Hoffnungsträger

Die Slowakei hat die Qualifikation für die EM 2020 auf direktem Weg verpasst. Bei der Europameisterschaft 2016 noch ins Achtelfinale eingezogen und erst dort an Deutschland gescheitert, reichte es für die slowakische Auswahl in Qualifikationsgruppe E nur zum dritten Platz hinter Kroatien und Wales. Letztlich entscheidend war die 1:3-Niederlage Mitte November im “Endspiel“ in Kroatien. Zuvor hatten aber auch das 0:4 im Hinspiel gegen den Vize-Weltmeister, eine 0:1-Pleite in Wales und ein 1:1 gegen Ungarn wichtige Punkte gekostet.

Über die Play-offs der besten noch nicht für die Endrunde qualifizierten Nations-League-Teilnehmer erhält die Slowakei Ende März aber eine zweite Chance. Im Halbfinale geht es dann zunächst gegen Irland, ehe dann im Falle eines Sieges der Gewinner der Partie zwischen Bosnien-Herzegowina und Nordirland im Finale wartet. Gelingt der Sprung zur EURO noch, träfe die Slowakei in der Endrunde im Sommer in Gruppe E auf das in den EM Wettquoten hochgehandelte Spanien sowie Schweden und Polen.

Bozenik trifft in den letzten drei Länderspielen

In den vergangenen Monaten hat sich in der Slowakei ein neuer Hoffnungsträger im Hinblick auf die EM 2020 und generell auf die Zukunft herauskristallisiert. Robert Bozenik, der erst im Juni sein Debüt feierte, bestritt mittlerweile acht Länderspiele und erzielte dabei beachtliche vier Tore. Der 20 Jahre alte Angreifer scheint dazu in der Lage, die slowakische Offensive perspektivisch auf in neues Niveau zu hieven.

Während in der Defensive mit Milan Skriniar sowie im Mittelfeld mit Marek Hamsik, Stanislav Lobotka und Juraj Kucka Akteure von nachgewiesener internationaler Klasse vorhanden sind, fehlte es der Slowakei in den vergangenen Jahren an einem entsprechenden Stürmer. Bozenik hat nun in den letzten drei Länderspielen immer getroffen und einige Hoffnungen geweckt. Zunächst war der 1,88 Meter große Stürmer im Oktober im Testspiel gegen Paraguay (1:1) erfolgreich und dann traf Bozenik auch beim 1:3 in Kroatien sowie beim 2:0-Heimsieg zum Jahresabschluss gegen Aserbaidschan.

Bozenik im Verein mit ausbaufähiger Quote

Beim MSK Zilina liest sich Bozeniks aktuelle Quote mit drei Toren und vier Vorlagen in 16 Partien der Fortuna Liga zwar eher durchwachsen, aber dennoch bescheinigen viele Experten dem Angreifer das Potential für eine erfolgreiche Karriere auch fern der Heimat. So machen aktuell auch schon Spekulationen über Interessenten aus den großen Ligen Europas die Runde.

Neben Vereinen aus England, Frankreich, Italien und den Niederlanden soll vor allem der Hamburger SV, der gerade den zweiten Anlauf nimmt, in die Bundesliga zurückzukehren, seine Fühler ausgestreckt haben. Gespräche mit dem HSV soll Bozeniks Berater bereits geführt haben. Noch steht aber ein Treffen mit Trainer Dieter Hecking aus, bevor eventuell weitere Schritte in die Wege geleitet werden. Eine im Raum stehende Ablöseforderung Zilinas im Bereich von drei Millionen Euro ist für den noch bis 2022 gebundenen Bozenik marktgerecht, könnte einem Wechsel nach Hamburg indes im Wege stehen. Dass Bozenik 2022, zum Zeitpunkt der WM in Katar, tatsächlich noch für den MSK Zilina spielt, ist aber eher unwahrscheinlich.