WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Nübel bereits im Blickfeld von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke

Zwischen den Länderspielen im September und Oktober war der Zweikampf im Tor der deutschen Nationalmannschaft ein großes Thema. Marc-Andre ter Stegen machte kein Geheimnis aus seiner Unzufriedenheit mit der Rolle als Nummer zwei hinter Manuel Neuer, wird sich freilich mindestens bis zur Europameisterschaft 2020 damit abfinden müssen. Immerhin durfte ter Stegen nun im Testspiel gegen Argentinien wieder einmal über 90 Minuten im Nationaltrikot ran und sich zeigen.

Leno und Trapp in zweiter bzw. dritter Reihe

Unabhängig davon, ob Neuer seine Länderspielkarriere auch nach der EM 2020 fortsetzt oder seine Handschuhe zumindest beim DFB dann an den Nagel hängt, muss man sich im deutschen Fußball unverändert keine Sorgen um die Qualität zwischen den Pfosten machen. Denn hinter Neuer und ter Stegen warten mit Bernd Leno (FC Arsenal) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) noch zwei weitere Schlussleute schon seit längerem auf ihre Chance im DFB-Trikot, die sich mutmaßlich aber im Hinblick auf einen Stammplatz eher nicht bieten wird.

Zum einen ist ter Stegen jünger als Trapp und Leno, zum anderen steht schon der nächste Torwart mit sehr großem Potential in den Startlöchern. Alexander Nübel ist zwar erst seit einem knappen Jahr die Nummer eins beim FC Schalke 04, hat sich aber in Windeseile zu einem der herausragenden Keeper der Bundesliga entwickelt.

Im Juni stand Nübel noch bei der U21-Europameisterschaft im deutschen Tor und darf nun darauf hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft auch im Kader der A-Nationalelf aufzutauchen. Denn Bundestorwarttrainer Andreas Köpke machte nun gegenüber der “Süddeutschen Zeitung“ keinen Hehl daraus, den 23 Jahre alten Schalker bereits “im Blick“ zu haben.

Köpke mit viel Lob für Nübel

Köpke zeigte sich desweiteren voll des Lobes über Nübel, obwohl dieser gerade 27 Bundesliga-Spiele absolviert hat: „Es ist schon sehr, sehr stark, wie er gefühlt aus dem Nichts gekommen ist. Das ging von Null auf Hundert, und er spielt, als ob er schon ewig da spielen würde. Er verliert scheinbar nie die Ruhe“, so der einstige Nationaltorwart, der allerdings auch betonte, im Moment “keine Notwendigkeit“ zu sehen, konkret über Nübels Berufung nachzudenken.

Nach der EM 2020 könnte Nübel aber nach jetzigem Stand eine Rolle spielen, sofern Neuer dann tatsächlich Abschied von der Nationalmannschaft nimmt. Dann ist auch geklärt, wie es für den Torwart auf Vereinsebene weitergeht. Schon seit geraumer Zeit bemüht sich der FC Schalke 04 um eine Verlängerung von Nübels 2020 auslaufendem Vertrag, der aber wohl mit dem FC Bayern München sehr große Konkurrenz hat.

Aktuell ist nicht ausgeschlossen, dass Schalke nach Leon Goretzka wieder einen Leistungsträger in Richtung München verliert. Dort freilich müsste sich Nübel dem Konkurrenzkampf mit Neuer stellen und regelmäßige Einsätze wären kaum garantiert. Letztere wären aber zwingend nötig, um in Sachen Nationalmannschaft Eigenwerbung zu betreiben.

>> Hier alles zur EM Gruppenauslosung 2020

Frankreich: Kommt Lucas Hernandez? Hugo Lloris verletzt

Am Freitag auf Island und am Montag zu Hause gegen die Türkei hat französische Nationalmannschaft die beiden womöglich vorentscheidenden Spiele in der Qualifikation für die EM 2020 vor der Brust. Der Weltmeister, der an den ersten sechs Spieltagen bei einer Niederlage in der Türkei (0:2) fünf Siege eingefahren hat, darf sich angesichts der punktgleichen Türken und der auch nur mit drei Zählern Rückstand lauernden isländischen Mannschaft maximal einen Ausrutscher erlauben, könnte indes mit zwei Siegen auch schon vorzeitig das EM-Ticket lösen.

Paul Pogba fehlt den Franzosen

Trainer Didier Deschamps berief für die beiden Partien einen 23 Spieler umfassenden Kader, in dem allerdings Paul Pogba fehlt. Der Mittelfeldspieler plagt sich mit Sprunggelenksproblemen herum und wurde deshalb nicht nominiert, konnte indes zuletzt im Training von Manchester United auch nur wenig Eigenwerbung betreiben.

Während Pogba nun ausfällt, kehren die im September fehlenden Leistungsträger N’Golo Kante und Kylian Mbappe nach auskurierten Verletzungen ins Frankreich-Trikot zurück. Unterdessen profitiert Presnel Kimpembe davon, dass mit Samuel Umtiti und Aymeric Laporte zwei Innenverteidigung ausfallen.

Wohl auch deshalb will Trainer Deschamps nicht von vornherein auch auf Lucas Hernandez verzichten. Der Defensivmann, der sowohl links als auch innen verteidigen kann, wurde trotz einer Knieblessur, die einen Einsatz im Trikot des FC Bayern München in der Champions League bei Tottenham Hotspur und am Wochenende gegen die TSG 1899 Hoffenheim verhindert hat, nominiert.

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Kein Risiko bei Hernandez

In München war man deshalb nachvollziehbarerweise nicht begeistert, doch Deschamps bemühte sich im Wissen um die Befindlichkeiten eines Vereinstrainers, bei Hernandez nichts riskieren zu wollen. “Es stehen zwei wichtige Spiele an und ich brauche alle meine Spieler“, rechtfertigte Deschamps zwar einerseits die Nominierung des 23-Jährigen, betonte aber auch, „weder Niko Kovac noch die Bayern ärgern“ damit ärgern zu wollen.

Vielmehr versicherte Deschamps, einen möglichen Einsatz vom Gesundheitszustand des Verteidigers abhängig machen zu wollen: „Er wollte kommen und am Montag werden wir dann weitersehen. Aber natürlich werde ich kein Risiko eingehen.“ Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic kündigte unterdessen an, dass letztlich die Mediziner entscheiden werden, der Verein dem französischen Verband aber mitteilen werde, “dass es dem Spieler nicht gut geht, dass er verletzt ist.“

Am Wochenende ereilte den französischen Verband mit der mutmaßlich schweren Armverletzung von Torwart und Kapitän Hugo Lloris, der beim 0:3 mit Tottenham Hotspur bei Brighton & Hove Albion mit der Trage vom Platz gebracht werden musste, eine weitere Hiobsbotschaft. Lloris wird wohl länger ausfallen und in den anstehenden Länderspielen von Alphonse Areola vertreten.

Frankreich liegt aktuell hinter der Türkei punktgleich mit 15 Zählern auf Rang 2. Die beiden besten Nationen einer jeden Gruppe qualifizieren sich für die Fußball Europameisterschaft 2020.

Der am Freitag bekannt gegebene Kader Frankreichs im Überblick:

Tor: Alphonse Areola (Real Madrid), Hugo Lloris (Tottenham Hotspur), Steve Mandanda (Olympique Marseille)

Abwehr: Lucas Digne (FC Everton), Leo Dubois (Olympique Lyon), Lucas Hernandez (FC Bayern München), Presnel Kimpembe (Paris Saint-Germain), Clement Lenglet (FC Barcelona), Benjamin Pavard (FC Bayern München), Raphael Varane (Real Madrid), Kurt Zouma (FC Chelsea)

Mittelfeld: N’Golo Kante (FC Chelsea), Blaise Matuidi (Juventus Turin), Tanguy Ndombele, Moussa Sissoko (beide Tottenham Hotspur), Corentin Tolisso (FC Bayern München), Thomas Lemar (Atletico Madrid)

Sturm: Wissam Ben Yedder (AS Monaco), Kingsley Coman (FC Bayern München), Olivier Giroud (FC Chelsea), Antoine Griezmann (FC Barcelona), Jonathan Ikone (OSCLille), Kylian Mbappe (Paris Saint-Germain)

Deutsche U21: Stefan Kuntz nur mit einer Änderung im Kader

Nach einem erfolgreichen Start der nahezu komplett neuformierten deutschen U21-Nationalmannschaft geht es für Auswahl von Trainer Stefan Kuntz im Oktober mit den nächsten beiden Länderspielen weiter. Dem 2:0-Erfolg im Testspiel gegen Griechenland sowie dem 5:1-Traumauftakt in Wales in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2021 in Slowenien und Ungarn trifft die deutsche U21 nun zunächst am 10. Oktober in einem hochkarätigen Fußball Freundschaftsspiel auf Spanien und dann fünf Tage später am 15. Oktober am zweiten Spieltag der EM-Quali auf Bosnien-Herzegowina.

Vagnoman ersetzt Beyer

Dass Kuntz mit den Leistungen im September zufrieden war, ließ sich nicht nur anhand der Ergebnisse ablesen, sondern ist auch jetzt daran zu erkennen, dass es im 23-köpfigen Kader nur eine einzige Änderung gibt. Anstelle von Jordan Beyer im DFB-Trikot (Borussia Mönchengladbach) wurde Josha Vagnoman nominiert, der in den letzten Wochen auf der rechten Abwehrseite des Hamburger SV zur Stammkraft avanciert ist und in der 2. Bundesliga mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen konnte.

Beyer, der wie Vagnoman als Jahrgang 2000 auch noch in der U20 eingesetzt werden darf, soll diesmal eine Altersklasse niedriger zum Zug kommen. Ein Wechselspiel, dass in Zukunft noch öfter angewendet werden soll, wie Kuntz auf der Webseite des DFB erklärte. “Diesen fließenden Übergang zwischen der U 20- und U 21-Nationalmannschaft wollen wir in den nächsten Länderspielphasen häufiger handhaben. Bei Spielern, die für beide Teams spielberechtigt sind, schauen wir, wem wir – wie jetzt bei Jordan Beyer – in der U 20 noch mal zu mehr Spielanteilen verhelfen können, um die Entwicklung des Spielers zu fördern.“

Wichtiger ist im Hinblick auf die EM-Qualifikation zwar sicherlich die Partie in Bosnien-Herzegowina, doch den Test gegen Spanien geht man im Lager des DFB mit voller Konzentration an – natürlich auch deshalb, weil es sich um die Neuauflage des EM-Finales vom Juni handelt, als Spanien mit 2:1 das bessere Ende für sich hatte. Nun haben beide Mannschaften zwar ein ganz anderes Gesicht, aber dennoch verspricht sich Kuntz “einen Test auf ganz hohem Niveau.“

Das Aufgebot der deutschen U21 für die Spiele im Oktober

Tor: Eike Bansen (SV Zulte-Waregem), Lennart Grill (1. FC Kaiserslautern), Markus Schubert (FC Schalke 04)

Abwehr: Felix Agu (VfL Osnabrück), Maxime Awoudja (VfB Stuttgart), Josha Vagnoman (Hamburger SV), Julian Chabot (Sampdoria Genua), Tim Handwerker (1. FC Nürnberg), Luca Kilian (SC Paderborn), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg)

Mittelfeld: Ridle Baku (FSV Mainz 05), Dzenis Burnic (Dynamo Dresden), Niklas Dorsch (1. FC Heidenheim), Adrian Fein (Hamburger SV), Dennis Geiger (TSG 1899 Hoffenheim), Salih Özcan (Holstein Kiel), Vitaly Janelt (VfL Bochum)

Sturm: Makana Baku (Holstein Kiel), Johannes Eggestein (Werder Bremen), Robin Hack (1. FC Nürnberg), Mats Köhlert (Willem II), Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg), Janni Serra (Holstein Kiel)

>> Hier alles zur EURO 2020 erfahren

Linksverteidiger Robin Gosens hofft auf die Nationalmannschaft

Ob Nico Schulz seinen Platz auf der linken Abwehrseite der deutschen Nationalmannschaft nach der 2:4-Niederlage in der EM-Qualifikation 2020 gegen die Niederlande ohne die dabei erlittene Sprunggelenksverletzung behalten hätte, weiß wohl nur Bundestrainer Joachim Löw. Doch weil Schulz nach der Pleite von Hamburg für das anschließende Gastspiel in Nordirland ausfiel, war eine Umstellung unvermeidlich.

Linksverteidiger-Position: Halstenberg wohl erstmal im Vorteil

Löw hatte mit Marcel Halstenberg von RB Leipzig und Jonas Hector zwei weitere Linksverteidiger im DFB-Trikot zur Auswahl. Der weitaus weniger erfahrene Halstenberg erhielt den Zuschlag und rechtfertigte das Vertrauen mit dem Treffer zur 1:0-Führung in Nordirland. Beim 2:0-Erfolg in Belfast absolvierte der 27-Jährige ansonsten ein solides, viertes Länderspiel und dürfte nun auf der linken Abwehrseite erst einmal die Nase vorne haben, zumal Schulz vermutlich für die Länderspiele im Oktober gegen Argentinien (Internationales Testspiel am 9.10.) und in Estland (13.10.) nicht rechtzeitig fit wird.

Hector, der in der vergangenen Saison zeitweise gar nicht mehr berufen wurde und nach dem Wiederaufstieg mit dem 1. FC Köln auch im neuen Spieljahr nur bedingt überzeugen konnte, scheint unterdessen über seinen Zenit hinaus und könnte auf absehbare Zeit noch einen weiteren Konkurrenten erhalten.

Denn in Italien macht seit geraumer Zeit Robin Gosens auf sich aufmerksam, der als Profi noch nie in Deutschland aktiv war, aber über einen Umweg über die Niederlande sogar den Sprung in die Champions League geschafft hat.  Mit Atalanta Bergamo läuft der 25-Jährige, der 2017 nach insgesamt fünf Jahren in den Niederlanden von Heracles Almelo nach Bergamo gekommen ist, in dieser Saison erstmals in der Königsklasse auf und das als absoluter Stammspieler.

Zwar verlief der Auftakt bei Dinamo Zagreb aus Sicht der Italiener mit einer 0:4-Niederlage alles andere als planmäßig, doch die neuen internationalen Erfahrungen dürften Gosens‘ Chancen in der Nationalmannschaft zumindest nicht mindern.

System als Pluspunkt für Gosens?

Im Interview mit “t-online.de“ erklärte Gosens zwar, vom DFB noch kein Signal bekommen, die Nationalmannschaft aber durchaus im Hinterkopf zu haben: “Natürlich ist das mittlerweile auch ein Fernziel von mir geworden, das sage ich ganz offen.“ Die mit Schulz, Halstenberg und Hector recht große Konkurrenz schreckt den an der deutsch-niederländischen Grenze in Emmerich geborenen Außenbahnspieler dabei nicht.

“Natürlich weiß ich, dass die Position links in der Nationalmannschaft lange eine Problemstelle war und es aktuell ein paar Spieler gibt. Aber gerade mit der großen Saison, die wir gerade angefangen haben, und mit dem neuen System, das Bundestrainer Joachim Löw spielen lässt…“

Dass Löw verstärkt auf eine mit Innenverteidigern besetzte Dreierkette sowie zwei offensive Außenverteidiger davor setzt, wertet Gosens nicht von ungefähr als Vorteil in eigener Sache. Schließlich handelt es sich bei jenem 3-5-2 um das Erfolgssystem Bergamos, das Gosens bestens kennt: “Dieses System mit hohen Außenverteidigern wäre genau auf mich zugeschnitten, da ich das ja auch ständig im Verein spiele“, so Gosens, der sich in diesem Zusammenhang auch durchaus selbstbewusst zeigt: “Es ist schon ein ganz konkretes Ziel von mir, mich für die Nationalmannschaft zu empfehlen, und das kann ich nur über Leistung machen. Ich brauche mich vor niemandem verstecken.“

Bleibt abzuwarten, ob der Bundestrainer diese Sichtweise teilt und Gosens, vielleicht ja in Abwesenheit von Schulz schon im Oktober, eine Chance erhält. Ansonsten bliebe sicherlich die Fußball EURO 2020 das große Ziel.

>> Zu den EM 2020 Quoten

Kevin Volland hakt die Nationalmannschaft weitgehend ab

Gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) hat die deutsche Nationalmannschaft in der Fußball EM 2020 Quali zwar jeweils zwei Tore erzielt, insgesamt aber im Offensivspiel nicht überzeugen können. Serge Gnabry, der in beiden Partien traf, war zwar sicherlich ein Lichtblick, doch mit Marco Reus und Timo Werner fielen die beiden anderen in der Dreier-Offensive aufgebotenen Akteure sowohl gegen die Niederlande als auch in Nordirland ab.

Reus und Werner konnten die im Verein bei Borussia Dortmund bzw. RB Leipzig meist herausragenden Leistungen nicht bestätigen und müssen in dieser Verfassung jeweils um ihre Plätze bangen. Insbesondere im Hinblick auf die EURO 2020, bei der Leroy Sane nach seinem Anfang August erlittenen Kreuzbandanriss wieder zur Verfügung stehen und in Normalform gesetzt sein sollte.

Julian Brandt und je nach Grundordnung auch Kai Havertz sind weitere Akteure, die um die Plätze in der Offensive im Deutschland Fußball Trikot kämpfen. Der zuletzt erstmals nominierte Luca Waldschmidt und der verletzungsbedingt in den jüngsten Partien fehlende Julian Draxler runden die aktuelle Auswahl in der Abteilung Attacke ab, die freilich auch noch erweitert werden könnte.

Volland letztmals im November 2016 dabei

Allerdings mutmaßlich nicht durch Kevin Volland, der zwar bei Bayer Leverkusen seit Monaten zu den Schlüsselspielern zählt und als Torschütze sowie Vorbereiter regelmäßig Akzente setzt. Der 27-Jährige, der im November 2016 beim 1:1 gegen Italien sein zehntes und bislang letztes Länderspiel bestritten hat, genießt bei Bundestrainer Joachim Löw aber offenkundig nicht die höchste Wertschätzung.

Das spürt auch Volland selbst, der nun im “Kicker“ recht deutlich machte, nach knapp drei Jahren ohne Berufung nicht mehr an eine Zukunft in der Nationalmannschaft zu glauben: “Es gab natürlich ein paar Momente, in denen man der Auffassung ist, von der Leistung her könnte der Bundestrainer einen schon mitnehmen. Und dann war es doch nicht so. Und dann ist es auch abgehakt für mich.“

Champions League als Prüfstein

Wirklich beeinträchtigt fühlt sich Volland durch die Nichtberücksichtigung beim DFB indes nicht, sondern geht stattdessen in seiner Führungsrolle im Verein auf: “Was soll ich machen? Ich gebe Gas, versuche, mit meiner Mannschaft alles rauszuholen. Mir macht es hier in Leverkusen riesig Spaß. Und solange das der Fall ist und mich das Thema nicht belastet, ist bei mir alles okay.“

Sofern Volland, der sein einziges Länderspieltor ebenfalls im November 2016 beim 8:0 in San Marino erzielt hat, in Leverkusen weiter mit Leistung vorangeht und möglicherweise auch in der Champions League in den Duellen mit Juventus Turin und Atletico Madrid überzeugen kann, wird der Name des durchschlagkräftigen Angreifers aber sicherlich immer wieder auch in Zusammenhang mit der Nationalmannschaft genannt werden. Erst recht, wenn die DFB-Elf auch in den nächsten Länderspielen im Spiel nach vorne Probleme offenbaren sollte.

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ÖFB-Team in EM-Quali unter Zugzwang

Für die österreichische Nationalelf geht es bei den anstehenden Spielen in der EM 2020 Qualifikation um viel. Während beim Heimspiel gegen Außenseiter Lettland drei Punkte Pflicht sind, wartet drei Tage später in Warschau mit Tabellenführer Polen eine ungleich schwierigere Aufgabe. Erlaubt sich die Foda-Truppe einen Ausrutscher, könnte die Endrunde 2020 bereits in weite Ferne rücken.

Pflichtsieg gegen Lettland

Der EM-Gastgeber 2008 hatte einen krassen Fehlstart in die Quali hingelegt. Auf die bittere 0:1-Heimpleite gegen Polen folgte ein überraschendes 2:4 in Israel, durch Siege über Slowenien (1:0) und Nordmazedonien (4:1) fand man zuletzt aber wieder zurück in die Spur. Gegen Lettland müssen die Österreicher in der Salzburger Red Bull-Arena unbedingt nachlegen.

Die Balten sind bislang noch punktelos, zuletzt setzte es eine herbe 0:5-Klatsche gegen Slowenien. Erfreulich ist die Bilanz gegen den EM-Teilnehmer von 2004: in bisher sieben Duellen gab es fünf Erfolge, die einzige Niederlage setzte 1995 in der EM-Quali mit einem 2:3 in Riga. Das jüngste Aufeinandertreffen erfolgte 2011 in Graz, als sich die ÖFB-Elf im Rahmen eines Testspiels mit 3:1 durchsetzen konnte.

Gelingt der Pflichtsieg gegen Lettland steht drei Tage später mit dem Auswärtsspiel in Polen die wohl schwierigste Aufgabe in der Qualifikation bevor. Der EM-Viertelfinalist von 2016 und 20. der Fußball Weltrangliste konnte bislang alle vier Partien für sich entscheiden und kassierte dabei kein einziges Gegentor.

Die Mannschaft von Jerzy Brzeczek, die mit Stars wie Wojciech Sczeszny und Robert Lewandowski gespickt ist, könnte mit einem weiteren Dreier die EURO-Teilnahme so gut wie fixieren. Neben der spielerischen Qualität können sich die „Bialo-Czerwoni“ auch auf das heißblütige Heimpublikum verlassen, welches das Warschauer Nationalstadion in einen Hexenkessel verwandeln wird.

ÖFB-Stammtorhüter Lindner muss zuschauen

Teamchef Franco Foda sorgte bei der Kadernominierung durchaus für eine Überraschung. Die langjährige Nummer eins Heinz Lindner, aktuell vereinslos, schaffte es nicht ins Aufgebot für das Länderspiel-Doppel.

Mit Pavao Pervan (VfL Wolfsburg), Alexander Schlager (LASK) und Cican Stankovic (Red Bull Salzburg) stehen hingegen gleich drei potentielle Debütanten im Kader. Wer als Nummer eins ins Lettland-Spiel geht, ist noch offen.

Überraschend kam auch der Rücktritt von Guido Burgstaller. Der Schalke-Stürmer, der in 25 Länderspielen zwei Tore im Österreich Trikot erzielen konnte, will sich nach eigener Aussage vollständig seinem Verein und seiner Familie widmen. Foda reagierte mit der Nominierung von Lukas Hinterseer, für den HSV-Stürmer ist es der erste Teameinsatz seit knapp drei Jahren.

Ebenfalls nicht mit von der Partie ist Peter Zulj, der Anderlecht-Legionär zog sich im Topspiel gegen Standard Lüttich einen Nasenbeinbruch zu. Für ihn rückt der zuletzt stark aufspielende Thomas Goiginger vom LASK ins Aufgebot. Tage zuvor war bereits Wolfsburgs Xaver Schlager mit einem Knöchelbruch ausgefallen, für ihn reiste Louis Schaub (1. FC Köln) zum ÖFB-Team.

Bei den EM 2020 Quoten wird Österreich übrigens als krasser Außenseiter gehandelt. Derzeit liegt die Quote auf einen Turniersieg bei 100.

Stefan Kuntz dämpft die Erwartungen und lobt Lukas Nmecha

Am vergangenen Wochenende fungierte Stefan Kuntz bei der Auslosung der zweiten Runde des DFB-Pokals als Glücksfee und zeichnete für einige interessante Paarungen wie allen voran das Duell Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach verantwortlich. Schon in Kürze ist der Europameister von 1996 dann wieder in seiner eigentlichen Funktion als Trainer der U21-Nationalmannschaft gefordert.

Nachdem der alten U21 trotz der erfolgreichen Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio aufgrund der Niederlage im Finale der U21-Europameisterschaft 2019 gegen Spanien (1:2) die Krönung versagt geblieben ist, steht die neue Generation in den Startlöchern. Am 5. September trifft die neue U21 zunächst in einem Freundschaftsspiel in Zwickau auf Griechenland, ehe es fünf Tage später schon mit der Qualifikation für die Europameisterschaft 2021 ernst wird. Zum Auftakt der Qualifikation gastiert Deutschland in Wales.

Nur vier EM-Teilnehmer weiter dabei

Noch hat Trainer Kuntz seinen Kader nicht benannt, doch klar ist, dass aus der alten U21 mit Torhüter Markus Schubert (FC Schalke 04), Arne Maier (Hertha BSC), Johannes Eggestein (Werder Bremen) und Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg) nur noch vier Akteure weiterhin spielberechtigt sind. Am ersten Spieltag der Bundesliga kamen neben Eggestein und Nmecha mit Dennis Geiger (TSG 1899 Hoffenheim) und Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) zudem nur zwei Spieler zum Einsatz, die künftig für die U21 auflaufen dürfen. Kai Havertz dürfte das zwar auch, zählt aber längst zum Kreis der A-Nationalmannschaft und wird in der EM 2020 Qualifikation teilnehmen.

Auch im Wissen darum mahnte Kuntz nun im Interview mit “ran.de“ vor zu hohen Erwartungen und erinnerte an die Vergangenheit der nun geforderten Jahrgänge 1998 und jünger: „Es ist kein Geheimnis, dass jetzt die Jahrgänge kommen, die mit ihren DFB-Junioren-Nationalmannschaften in der Vergangenheit eher nicht so erfolgreich waren“, so Kuntz, der sich im Klaren darüber ist, dass die Erfolge der letzten Jahre mit dem EM-Titel 2017 und dem Finaleinzug 2019 nicht ohne Weiteres zu wiederholen sein werden.

Nichtsdestotrotz gibt es auch Hoffnungsträger. Allen voran der gerade auf Leihbasis von Manchester City zum VfL Wolfsburg gewechselte Nmecha, der vor seiner erst vor wenigen Monaten getroffenen Entscheidung für den DFB von der U16 bis zur U21 bereits 31 Junioren-Länderspiele für England bestritten hatte.

Kuntz sieht bei Nmecha noch Verbesserungsbedarf

Gegenüber dem “Kicker“ ließ Kuntz durchblicken, dem 20 Jahre alten Angreifer in der Bundesliga eine gute Rolle zuzutrauen. „Lukas ist ein absoluter Teamplayer. Er verfügt über eine sehr gute Physis, einen guten Abschluss. Wichtig ist, dass er nun schnell auf das physische Niveau der Bundesliga kommt“, so der 56 Jahre alte Fußball-Lehrer, der bei Nmecha noch beim Kopfballspiel und beim schwächeren linken Fußball Entwicklungspotential sieht.

Auf jeden Fall stellt Kuntz Nmecha in Aussicht, für die U21 wichtig zu werden: „Wenn Lukas seine Entwicklung in Wolfsburg fortsetzt, kann er auch bei uns eine feste Größe sein.“ Zunächst freilich muss sich der gebürtige Hamburger in Wolfsburg gegen durchaus starke Konkurrenten durchsetzen. Gelingt das, ist auch der Weg ins Deutschland Trikot in die U21-Stammelf frei.

Vahid Halilhodzic neuer Nationaltrainer von Marokko

Knapp einen Monat nach dem Rücktritt von Herve Renard im Anschluss an einen mit dem Achtelfinale-Aus gegen Außenseiter Benin enttäuschend verlaufenen Afrika-Cup hat die marokkanische Nationalmannschaft einen neuen Trainer. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab der Fußballverband Marokkos (FRMF) die Verpflichtung von Vahid Halilhodzic bekannt, der seinerseits erst vor zwei Wochen sein Amt als Trainer des FC Nantes niedergelegt hatte.

Nach Differenzen mit Präsident Waldemar Kita, der zugleich Eigentümer des französischen Erstligisten ist, und dessen Sohn Franck hatte Halilhodzic eine Woche vor dem Start der Ligue 1 die Brocken hingeworfen. Den FC Nantes hatte der 67 Jahre alte Fußball-Lehrer erst im Oktober übernommen.

Zuvor war Halilhodzic nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2018 in Russland überraschend zwei Monate vor Turnierbeginn als Coach der japanischen Nationalmannschaft entlassen worden. Der japanische Verband begründete die Entscheidung damals mit mangelnder Kommunikation und einem gestörten Vertrauensverhältnis zwischen dem Bosnier und seinen Spielern.

https://twitter.com/FRMFOFFICIEL/status/1162059453530877958

Renard hinterlässt große Fußstapfen

Auch wenn der Afrika-Cup, in den die Mannschaft um Superstar Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam als Mitfavorit gestartet war, nicht nach Wunsch verlaufen ist, so tritt Halilhodzic dennoch in große Fußstapfen. Denn Vorgänger Renard hatte die Löwen vom Atlas während seiner 2016 begonnenen Amtszeit vom 81. Platz der FIFA-Weltrangliste auf Rang 45 und vor allem zur WM 2018 geführt. Dort kam Marokko zwar nicht über die Gruppenphase hinaus, hinterließ aber mit zum Teil begeisternden Offensivfußball einen bleibenden Eindruck.

Halilhodzic freilich kann auch eine Reihe von Erfolgen vorweisen, die teilweise auch in Zusammenhang mit dem Fußball in Nordafrika im Allgemeinen und in Marokko im Besonderen stehen. So gewann der frühere Torjäger mit dem marokkanischen Klub Raja Casablanca während seines einjährigen Engagements in der Saison 1997/98 die afrikanische Champions League. Darüber hinaus schaffte Halilhodzic sowohl mit der Elfenbeinküste als auch mit Algerien die Qualifikation für eine WM-Endrunde.

Während Halilhodzic vom Verband der Elfenbeinküste aber ähnlich wie in Japan wenige Monate vor der WM 2010 entlassen wurde, sorgte Algerien 2014 für Furore und hatte den späteren Weltmeister Deutschland im Achtelfinale am Rande der Niederlage. Erst in der Verlängerung musste sich Algerien der DFB-Elf damals mit 1:2 geschlagen geben.

Qualifikation zum Afrika-Cup 2021 als erste Aufgabe

Auf seiner vierten Station als Nationaltrainer will Halilhodzic natürlich seine Erfolge wiederholen und es zur WM-Endrunde schaffen, die 2022 in Katar stattfindet. Zuvor allerdings steht für Marokko die Qualifikation für den Afrika-Cup 2021 in Kamerun auf dem Programm. Dabei wird es nach einem Doppeltest im September und Oktober gegen Algerien im November ernst. In einer Vierergruppe mit Mauretanien, Burundi und der Zentralafrikanischen Republik startet die Auswahl Marokkos dann als klarer Favorit.

Parallel zur Qualifikation für den Afrika-Cup beginnt im März 2020 auch die bis November 2021 dauernde WM-Qualifikation. Marokko ist dabei automatisch für die zweite Runde qualifiziert, die erst nach den Erstrundenpartien im September ausgelost wird.

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Djibril Sow: Über die Bundesliga zum Stammplatz in der Nati?

Rund neun Millionen Euro Ablöse hat sich Eintracht Frankfurt die Verpflichtung von Djibril Sow kosten lassen, der in den vergangenen beiden Jahren mit den Young Boys Bern jeweils Schweizer Meister wurde. Für den mittlerweile 22 Jahre alten und damit noch immer jungen Mittelfeldspieler bedeutet die Eintracht bereits den zweiten Anlauf im deutschen Fußball.

Schon mit 18 Jahren verließ Sow seinen Heimatverein FC Zürich in der Hoffnung, bei Borussia Mönchengladbach auf großer Bühne Fuß zu fassen. Bei der Fohlen-Elf allerdings blieb dem in Zürich geborenen Schweizer mit senegalesischen Wurzeln der Durchbruch aber versagt. Vielmehr reichte es in zwei Jahren nur zu drei Kurzeinsätzen bei den Profis in der Bundesliga und im DFB-Pokal. Darüber hinaus kam Sow zwar einigermaßen regelmäßig in der zweiten Mannschaft der Borussia zum Zug, doch die Regionalliga West war für den Schweizer Junioren-Auswahlspieler natürlich nicht die Endstation Sehnsucht.

So entschied sich Sow 2017 zunächst einen Schritt zurück zu gehen, um dann in der Heimat bei den Young Boys Bern zu einem herausragenden Akteur der Super League zu avancieren, sich für die A-Nationalmannschaft und letztlich auch für ein Comeback in Deutschland zu empfehlen.

Verletzung nach wenigen Trainingseinheiten

Der Einstand in Frankfurt freilich hätte für Sow kaum unglücklicher verlaufen können. Gleich in einer seiner ersten Trainingseinheiten erlitt der zentrale Mittelfeldspieler nach offiziellen Angaben n einen “Einriss der Sehne des hinteren rechten Oberschenkelmuskels.“ Acht bis zehn Wochen Pause wurden Anfang Juli prognostiziert, sodass Sow wohl erst nach der Länderspielpause bei der EM-Quali 2020 im September eine vollwertige Alternative darstellen dürfte.

Dann will sich Sow aber schnell beweisen und einen Stammplatz sichern, was aufgrund der Konkurrenz unter anderem mit Sebastian Rode, Dominik Kohr, Lucas Torro, Gelson Fernandes oder Jonathan de Guzman sicher nicht ganz leicht fallen wird. Das Potential dafür besitzt Sow aber definitiv. Und alleine mit einem Stammplatz bei der SGE will es Sow nicht bewenden lassen.

Vielmehr machte der technisch beschlagene Rechtsfuß nun im “Kicker“ auch kein Geheimnis daraus, seinen vier Länderspielen noch viele weitere Auftritte im Trikot der Schweiz folgen lassen zu wollen. “Wir haben in der Nati eine Phase des Übergangs, viele ältere Spieler sind weg, ein neues Gerüst ist entstanden. Im Mittelfeld sind wir gut aufgestellt, da ist es schwierig, Einsatzzeiten zu bekommen. Ich hoffe, dass ich für die Startelf interessanter werde, wenn ich in Frankfurt meine Leistung bringe“, sieht Sow im Hinblick auf die Auswahl einen engen Zusammenhang mit seiner Rolle in Frankfurt.

Die EM 2020 im Blick

Liebend gerne würde Sow bereits beim nächsten großen Turnier, der Europameisterschaft 2020 dabei sei und will dafür in den nächsten Wochen die Voraussetzungen schaffen: “Wenn ich für mein Land bei so einem Turnier spielen könnte, würde ein kleiner Traum in Erfüllung gehen. Dafür muss ich jetzt hart arbeiten, fit werden und eine gute Saison spielen.“

Gelingt das, muss sich Sow kaum vor Akteuren wie Remo Freuler (Atalanta Bergamo), Edimilson Fernandes (1. FSV Mainz 05), Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach) oder auch Steven Zuber (TSG 1899 Hoffenheim) verstecken, wenn es um den Platz neben dem gesetzten Granit Xhaka (FC Arsenal) im zentralen Mittelfeld geht.

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Lionel Messi gegen Deutschland doch nicht dabei – Superstar drei Monate gesperrt

Zunächst schien es so, als käme Lionel Messi nach der Copa America mit einem Spiel Sperre in Folge seines umstrittenen Platzverweises im Spiel um Platz drei, das Argentinien gegen Chile dennoch mit 2:1 gewann, davon. Doch nun ist klar, dass der südamerikanische Kontinentalverband CONMEBOL die rote Karte des fünffachen Weltfussballers getrennt von dessen heftiger Kritik im Anschluss an das Halbfinal-Aus der Albiceleste gegen Brasilien (0:2) und weiteren kritischen Aussagen nach dem kleinen Finale bewertet hat.

Denn wie der Verband mitteilte, wurde Messi für die nächsten drei Monate für alle Spiele der argentinischen Nationalmannschaft gesperrt. Darüber hinaus muss der 32-Jährige eine Strafe in Höhe von 50.000 US-Dollar bezahlen.

Messi verpasst vier Tests und den Start in die WM-Qualifikation

Messi fehlt Argentinien somit für insgesamt vier Freundschaftsspiele im September und Oktober. Unter anderem muss der kürzlich im Amt bestätigte Nationaltrainer Lionel Scaloni damit auch am 9. Oktober auf Messi verzichten, wenn Argentinien im Dortmunder Signal-Iduna-Park in einem Testspiel auf Deutschland trifft. Ebenfalls nicht dabei ist der Superstar im September gegen Chile und Mexiko sowie im Oktober gegen Portugal.

Danach darf Messi zwar in Testspielen wieder mitwirken, muss aber beim Start in die südamerikanische WM-Qualifikation im März 2020 aufgrund der Ein-Spiele-Sperre für seinen Platzverweis im Spiel um Platz drei abermals pausieren. Danach aber ist der Kapitän wieder uneingeschränkt verfügbar und kann nicht nur seinen Teil dazu beitragen, das Ticket für die WM 2022 in Katar zu lösen. Vielmehr ist Messi erneut der große Hoffnungsträger, wenn die Albiceleste bei der Copa America 2020, die in Kolumbien und Argentinien stattfindet, den ersten großen Titel seit dem Gewinn der Copa America 1993 einfahren will.

Nach seinem Platzverweis gegen Chile, dem ein an sich harmloses Gerangel mit Gary Medel, in dessen Verlauf Messi völlig passiv geblieben war, hatte der Superstar heftige Kritik an den Veranstaltern der Copa und damit dem Verband geäußert: „Die Korruption und die Schiedsrichter haben es nicht zugelassen, dass wir bei der Show mitmachen. Die Copa ist ein abgekartetes Spiel für Brasilien.“

Sanktionen auch für Verbandspräsident Claudio Tapia

Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen und nicht „Teil dieser Korruption“ zu sein, verweigerte Messi die Teilnahme an der Siegerehrung und nahm die Bronzemedaille nicht in Empfang. Zuvor hatte Messi nach dem verlorenen Halbfinale gegen Brasilien schon darüber geklagt, dass Argentinien zwei Elfmeter verweigert wurden.