WM 2018 News

Die Fußball Weltmeisterschaft, die im Sommer 2018 in Russland ausgetragen wird, ist nach der EM 2016 das nächste große internationale Fußballturnier. Bei uns bekommt ihr alle News zur Endrunde sowie zur Qualifikation. Wir informieren euch über die Teams, Spieler und Trainer und erzählen euch wirklich alles, was ihr wissen müsst. Weiters könnt ihr alles über das Austragungsland in Erfahrung bringen. Unsere WM 2018 News liefern euch alle wichtigen Infos!

Kroatien: Zlatko Dalic bleibt Nationaltrainer für WM 2018

Nach dem 4:1-Sieg im Hinspiel in Zagreb geriet die WM-Teilnahme Kroatiens nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Im Rückspiel in Griechenland genügte den Vatreni ein torloses Unentschieden, um das Ticket für die WM 2018 in Russland zu lösen.

Noch Anfang Oktober sah es für die kroatische Mannschaft nicht wirklich gut aus. Nach einer 0:1-Niederlage im September in der Türkei reichte es zu Hause gegen Finnland nur zu einem völlig enttäuschenden 0:1, woraufhin der Verband die Reißleine zog und sich von Trainer Ante Cacic trennte.

Mit dem als Nachfolger präsentierten Zlatko Dalic gelang dann drei Tage nach dem Remis gegen Finnland ein 2:0-Sieg in der Ukraine im Endspiel um den zweiten Platz und damit die Teilnahme an den Play-offs. Schon mit dem 4:1 im Hinspiel in Zagreb war der Weg nach Russland dann bereitet und bereits nach dieser Begegnung wurde gemutmaßt, dass der zunächst nur bis zum Ende der Qualifikation verpflichtete Dalic als Trainer weitermachen würde.

Keine Details zur Laufzeit des Vertrages

Inzwischen gab es von Seiten des Verbandes die offizielle Bestätigung. Der 50-Jährige wird die Vatreni auch bei der WM in Russland betreuen und kommende Wochen einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Zu den Details des neuen Arbeitspapiers gab es indes keine Äußerungen, womit offen ist, ob Dalic zunächst nur bis zum Ende der WM-Endrunde Trainer bleibt oder sich längerfristig an den Verband gebunden hat.

“So schnell wir uns beim ersten Treffen auf eine Zusammenarbeit verständigt haben, so schnell haben wir nun auch eine Vereinbarung gefunden. Dies bestätigt nur, dass wir die gleichen Ziele verfolgen und das ist der Erfolg der kroatischen Nationalmannschaft“, hob Verbandspräsident und Ex-Torjäger Davor Suker lediglich die Unkompliziertheit der Gespräche hervor ohne auf die Laufzeit der vereinbarten Zusammenarbeit einzugehen. Dadurch besteht freilich die Gefahr, dass während des Turniers Diskussionen um die Zukunft des Trainers aufkommen und den Fokus vom Wesentlichen ablenken.

Dank Italiens Aus in Lostopf zwei

Aktuell freilich überwiegt in Kroatien die Freude über die geschaffte WM-Teilnahme, die am Montagabend durch das überraschende Aus von Italien noch einmal größer geworden ist.

Denn mit dem Fehlen der Squadra Azzurra im Teilnehmerfeld ist klar, dass Kroatien vom dritten in den zweiten Lostopf rückt und damit zumindest auf dem Papier eine wohl leichtere Vorrundengruppe bekommt. Alle Infos WM 2018 Auslosung gibt es hier.

Auf Spanien, die Schweiz, England, Kolumbien, Mexiko, Uruguay und Peru,  die sich gegen Neuseeland durchsetzen konnten, kann Kroatien sicher nicht treffen, was freilich nur die Chancen auf eine machbare Konstellation vergrößert, aber auch eine Gewissheit bringt.

So etwa ist eine Gruppe mit Brasilien, Schweden und Japan ebenso möglich wie Duelle mit Russland, dem Iran und Panama.

Griechenland: Trainerwechsel nach dem WM-Aus? – Michael Skibbe will bleiben

Das hellenische Fußballwunder ist ausgeblieben. Nach der 1:4-Niederlage im Hinspiel in Zagreb kam Griechenland im Rückspiel der Play-offs zur WM 2018 gegen Kroatien nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und durfte während der 90 Minuten von Athen nie wirklich ernsthaft darauf hoffen, das Unmögliche doch noch möglich zu machen.

Es war zwar schon im Vorfeld klar, dass es gegen die individuell unter anderem mit Luka Modric, Ivan Rakitic oder Ivan Perisic deutlich stärker besetzten Kroaten schwer werden würde, aber dennoch war nach dem geplatzten Traum von der WM-Endrunde die Enttäuschung groß.

Ursachenforschung läuft

Trotz der höheren Qualität auf kroatischer Seite war man in Griechenland überzeugt davon, die WM-Teilnahme schaffen zu können, weshalb nun intensiv nach den Ursachsen für das Aus gesucht wird. Dabei rückt gerade medial auch Trainer Michael Skibbe in den Blickpunkt, dem von Teilen der griechischen Sportpresse eine falsche Aufstellung beim Hinspiel in Kroatien vorgeworfen wird.

Schon nach dem Hinspiel begann in den Medien der Abgesang auf Skibbe, der indes noch lange nicht feststeht. Vielmehr möchte der 52 Jahre alte Fußball-Lehrer seine im Oktober 2015 begonnene Arbeit gerne fortsetzen. Ob Skibbe dazu die Gelegenheit erhält, ist aktuell aber noch nicht entschieden. Sicher ist nur, dass das bisherige Arbeitspapier des ehemaligen Bundesliga-Trainers von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC Ende November ausläuft und sich nur im Falle einer erfolgreichen WM-Qualifikation automatisch bis nach der Endrunde im Sommer 2018 verlängert hätte.

Skibbe betonte nach der Pleite gegen Kroatien das gute Verhältnis zu den Verantwortlichen des griechischen Verbandes und zu den Spielern, die dem Coach in Person von Abwehrchef Sokratis (Borussia Dortmund) öffentlich auch den Rücken stärkten und die Schuld für die verpasste WM auf sich nahmen. “Ich werde sicher weitermachen. Ich bin sehr froh, Trainer der griechischen Nationalmannschaft zu sein“, hat der einstige Bundestrainer, der gemeinsam mit Teamchef Rudi Völler bei der WM 2002 bis ins Finale vordrang und erst dort Brasilien mit 0:2 unterlag, selbst kein Zweifel daran, im Amt zu bleiben.

Eine Blutauffrischung ist nötig

Zugleich richtete Skibbe den Blick direkt nach vorne und kündigte an, nun alle Kraft in eine erfolgreiche Qualifikation für die EM 2020 legen zu wollen. Auf die Fans, die die Mannschaft nach dem torlosen Remis in der Arena Georgios Karaiskakis in Piräus lautstark feierten, kann man sich in Griechenland bei diesem Vorhaben sicher verlassen.

Die Mannschaft benötigt objektiv betrachtet aber frisches Blut und mehr Qualität. Das hat auch Skibbe erkannt, der Hoffnungen in den Nachwuchs setzt und wohl vermehrt junge Spieler einbauen will – wenn er denn noch darf.

Kolumbien: Droht Edwin Cardona nach rassistischem Aussetzer das WM-Aus?

Mit Südkorea und Kolumbien trafen am Freitag zwei WM 2018 Teams in einem Testspiel aufeinander. Rund sieben Monate vor dem Start des Turniers in Russland setzte sich Südkorea letztlich knapp mit 2:1 durch.

Zum Matchwinner für Südkorea avancierte Heung-Min Son, der in der elften und 61. Minute für die 2:0-Führung der Asiaten sorgte. Für den Angreifer der Tottenham Hotspurs waren es die Länderspieltore Nummer 18 und 19, die am Ende für den Sieg reichten, da Kolumbien in Person von Innenverteidiger Cristian Zapata in der 77. Minute nur noch zum Anschlusstreffer kam.

“Schlitzaugengeste“ bei Rudelbildung

Nach dem Ende der Partie wurde allerdings weniger über das sportliche Geschehen als vielmehr über einen Aussetzer des Kolumbianers Edwin Cardona diskutiert.

Auslöser war ein Foul von James Rodriguez am koreanischen Linksverteidiger Kim Ji-Su, der danach zunächst liegen blieb, aber von James am Trikot nach oben gezogen wurden. Kim schlug anschließend in Richtung James, der theatralisch zu Boden ging, obwohl er nicht getroffen wurde. Eine Rudelbildung war die Folge, bei der auch Cardona mitmischte.

Der 24-Jährige von den Boca Juniors ließ sich dabei zu einer üblen Geste hinreißen. Cardona zog seine Augen mit seinen Fingern zu Schlitzen auseinander, was als üble Beleidigung gewertet werden muss. Nicht von ungefähr sprach der südkoreanische Kapitän Ki Sung Yong nach dem Spielende davon, dass jegliches rassistisches Verhalten absolut inakzeptabel sei.

Öffentliche Entschuldigung bereits erfolgt

Cardona könnte für die Schlitzaugengeste nun noch ein Nachspiel drohen. Der Offensivspieler blieb ebenso wie Kim und James vom Schiedsrichter unbestraft, doch es wäre keine Überraschung, würde die FIFA Ermittlungen aufnehmen, die durchaus in eine Sperre münden könnten.

Der südkoreanische Fußballverband (KFA) forderte auf jeden Fall vom Verband Kolumbiens, Maßnahmen gegen Cardona. Der kolumbianische Verbandspräsident Ramón Jesurún Franco entschuldigte sich direkt für das Verhalten Cardonas und betonte, dass sich Derartiges nicht wiederholen werde.

Auch Cardona selbst hat wenige Stunden nach Spielschluss reagiert und sich in einem vom Verband veröffentlichten Video entschuldigt: “Ich wollte niemandem gegenüber respektlos sein, doch falls sich jemand beleidigt fühlt oder dies so interpretiert, entschuldige ich mich.“

Ob diese öffentliche Reue vor Sanktionen seitens der FIFA bewahrt, ist allerdings fraglich. Bekanntlich engagiert sich der Weltverband ebenso wie die UEFA seit Jahren sehr im Kampf gegen Rassismus. Cardonas Geste nun ohne Weiteres durchgehen zu lassen, würde dazu nicht passen. Vielmehr böte sich die Gelegenheit, ein Exempel zu statuieren und eine richtig heftige Strafe mit abschreckender Wirkung auszusprechen. Aktuell jedenfalls scheint Cardonas WM-Teilnahme nicht ungefährdet. Somit würde er auch aus dem Panini Album für die WM 2018 fallen, welches von den Fans bereits mit großer Vorfreude erwartet wird.

WM-Play-offs: Zuversicht bei der Schweiz – Respekt vor dem Windsor Park

Heute steigen die ersten beiden Hinspiele der europäischen WM Play-offs zum Turnier 2018 in Russland. Während Kroatien gegen Griechenland favorisiert wird und zu Hause vorlegen will, wird die Schweiz im zweiten Duell allgemein etwas stärker eingeschätzt als die Auswahl Nordirlands, die aber zunächst in Belfast Heimrecht genießt.

Petkovic fordert entschlossenes Auftreten

Und im Falle von Nordirland ist der Heimvorteil wirklich ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Denn der nordirische Anhang ist bekannt dafür, den Windsor Park in Belfast zu einem Hexenkessel machen zu können, in dem dann auch nominell deutlich stärker aufgestellte Mannschaften ihre Probleme bekommen. Nicht von ungefähr zeigt der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic reichlich Respekt vor dem Auftritt auf nordirischem Boden: „Mit ihrer Mentalität können sie sehr viel bewegen. Das Publikum kann 20 bis 30 Prozent ausmachen“, so  der kroatische Fußball-Lehrer, der seine Warnung auf der Pressekonferenz vor dem Spiel mit einer klaren Aufforderung an seine Schützlinge verband: „Jeder Zweikampf, jeder Fehlpass des Gegners wird von den Zuschauern wie ein Tor gefeiert. Wir dürfen die Beine da nicht zurückziehen.“

Grundsätzlich glaubt Petkovic aber, sich mit seiner Mannschaft, die sicher über mehr spielerische Qualität verfügt als die Auswahl Nordirlands, durchsetzen zu können: „Wenn wir unseren Stil umsetzen, ist das entscheidend.“

Djourou und Moubandje fehlen

Personell aus dem Vollen schöpfen kann Petkovic im Hinspiel allerdings nicht. Die beiden Defensivspieler Johan Djourou und Francois Moubandje fallen verletzungsbedingt für beide Begegnungen aus, während beim von muskulären Problemen im Oberschenkel geplagten Valon Behrami zumindest noch die Hoffnung auf ein Mitwirken im Rückspiel am Sonntag im längst ausverkauften St. Jakob-Park in Basel besteht.

Dann hofft Petkovic, nicht noch auf weitere Akteure verzichten zu müssen, was aber nicht auszuschließen ist. Denn mit Blerim Dzemaili, Gelson Fernandes, Remo Freuler, Michael Lang, Admir Mehmedi, Ricardo Rodriguez und Denis Zakaria gehen gleich sieben Spieler vorbelastet ins Spiel in Belfast. Eine weitere gelbe Karte hätte eine Sperre für das Rückspiel zur Folge.

In Sachen Aufstellung dürfte es derweil keine großen Überraschungen geben. Nicht unwahrscheinlich ist, dass Petkovic mit Ausnahme des verletzten Djourou die gleiche Elf auf den Platz schicken wird, die das letzte und entscheidende Gruppenspiel in der Qualifikation in Portugal mit 0:2 verloren hat. Für Djourou bieten sich Manuel Akanji und der bei Borussia Mönchengladbach meist als Rechtsverteidiger eingesetzte Nico Elvedi als Alternativen an. Generell ist der Kader in der Breite aber recht ausgeglichen besetzt, sodass je nach taktischer Herangehensweise auch die eine oder andere Umstellung zumindest im Bereich des Möglichen ist.

Mehr Infos zum Turnier in Russland findet ihr bei unseren Fakten zur Weltmeisterschaft 2018.

England: Gareth Southgate überrascht mit seinem Kader

Flagge EnglandDie englische Nationalmannschaft beendet das Fußballjahr 2017 mit zwei Länderspiel-Klassikern auf freundschaftlicher Ebene. Zunächst erwarten die Three Lions am 10. November (21 Uhr) Deutschland und vier Tage später geht es dann gegen Brasilien (20 Uhr), womit innerhalb kurzer Zeit zwei der Top-Favoriten auf den Gewinn der WM 2018 die englische Auswahl auf Herz und Nieren testen.

Southgate verzichtet auf ein Quartett und nominiert drei Neulinge

Englands Trainer Gareth Southgate weiß natürlich, dass die Ergebnisse trotz des Testspielcharakters für die Stimmung im Land im Hinblick auf den Sommer 2018 alles andere als unwichtig sind. Und doch überraschte der Coach mit seiner Kadernominierung die meisten Experten. So verzichtet Southgate aus freien Stücken auf Alex Oxlade-Chamberlain, Daniel Sturridge, Jermain Defoe und Chris Smalling, die alle über einen längeren Zeitraum hinweg eigentlich fester Bestandteil der englischen Mannschaft waren.

Doch bei Oxlade-Chamberlain und Sturridge, die beide beim FC Liverpool nur zum erweiterten Kreis der Stammelf gehören, ist Southgate mit den Einsatzzeiten nicht einverstanden, die zwangsläufig auch auf die Trainingsleistungen zurückzuführen sind. Bei Innenverteidiger Smalling kritisiert Southampton die Art und Weise des Aufbauspiels und sieht in diesem Zusammenhang Akteure wie John Stones, Eric Dier und Harry Maguire im Vorteil. Und der 35 Jahre alte Defoe scheint schlichtweg über seinen Zenit hinaus, wie nur ein Treffer in neun Saisoneinsätzen erahnen lässt.

Kader im Schnitt nur knapp über 24 Jahre alt

Generell legt Southgate Wert darauf, sein Aufgebot zu verjüngen, wenngleich es auch Ausnahmen wie den 32-jährigen Rückkehrer Ashley Young gibt, der nach vierjähriger Abwesenheit wieder nominiert wurde. Insgesamt beträgt der Altersschnitt lediglich knapp über 24 Jahre, was auch an den erstmals nominierten Youngsters Joe Gomez, Ruben Loftus-Cheek und Tammy Abraham liegt.

Während Gomez als Rechts- und Innenverteidiger eine flexible Alternative darstellt, dürfte es Mittelfeldmann Loftus-Cheek aufgrund der großen Konkurrenz eher schwer haben, sich zu etablieren. Das gilt auch für Sturmtalent Abraham und doch sind die Nominierungen ein klares Zeichen an den englischen Nachwuchs, der in den letzten Monaten mächtig auf sich aufmerksam gemacht und die Hoffnung geweckt hat, dass die Three Lions mit dem vorhandenen Potential mittel- bis langfristig in die Weltspitze vorstoßen könnten.

Mit Deutschland und Brasilien warten nun freilich erst einmal zwei Gegner, die bereits zur Elite des Weltfußballs gehören und die der englischen Auswahl womöglich aufzeigen werden, woran es noch zu arbeiten gilt. Hier findet ihr alle Fakten für die Weltmeisterschaft 2018.

Der englische Kader im Überblick:

Tor: Jack Butland (Stoke City), Joe Hart (West Ham), Jordan Pickford (Everton)

Abwehr: Ryan Bertrand (Southampton), Gary Cahill (Chelsea), Joe Gomez (Liverpool), Phil Jones (Manchester United), Harry Maguire (Leicester), Danny Rose (Tottenham), John Stones (Manchester City), Kieran Trippier (Tottenham), Kyle Walker (Manchester City)

Mittelfeld: Dele Alli (Tottenham), Fabian Delph (Manchester City), Eric Dier (Tottenham), Jordan Henderson (Liverpool), Jesse Lingard (Manchester United), Ruben Loftus-Cheek (Crystal Palace), Raheem Sterling (Manchester City), Harry Winks (Tottenham), Ashley Young (Manchester United)

Angriff: Tammy Abraham (Swansea), Harry Kane (Tottenham), Marcus Rashford (Manchester United), Jamie Vardy (Leicester)

Deutschland: Goretzka verletzt – Wechsel zu Barca?

Schon bevor Bundestrainer Joachim Löw am Freitag den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Spiele am 10. November in Wembley gegen England und am 14. November in Köln gegen Frankreich bekannt gibt, ist klar, dass einer der Shooting-Stars der vergangenen Monate im Aufgebot fehlen wird.

Stressreaktion im Unterschenkel

Leon Goretzka, der zuletzt schon im Trikot des FC Schalke 04 vermisst wurde, kann nicht an seine bislang starke Länderspielsaison anknüpfen, sondern die Reise zur Nationalelf gar nicht erst antreten. Nachdem bislang nicht klar war, warum genau der 22-Jährige Schalke zuletzt nicht zur Verfügung stand, gaben die Königsblauen nach neuerlichen, eingehenden Untersuchungen bekannt, dass Goretzka an einer Stressreaktion im rechten Unterschenkel laboriert.

Das Schalker Gastspiel am Samstag beim SC Freiburg wird Goretzka sicher verpassen und soll danach die zwei für S04 aufgrund der Länderspiele pflichtspielfreien Wochen nutzen, um die Probleme auszukurieren. Dass Goretzka die finalen Testpiele des Jahres verpasst, ändert freilich nichts daran, dass der Mittelfeldmann beste Chancen hat, vom Bundestrainer in den WM-Kader berufen zu werden. Zu sehr hat sich Goretzka vor allem beim Confederations Cup, aber auch danach in den Qualifikationsspielen zur WM als dynamischer Mittelfeldmotor aufgedrängt. Neben dem gesetzten Toni Kroos hat der Schalker auf jeden Fall realistische Stammplatzchancen, wenngleich die Konkurrenz etwa mit Sami Khedira, Ilkay Gündogan, Emre Can oder Sebastian Rudy sehr groß ist.

Entscheidung offenbar für Barca

Noch weitaus mehr als die verletzungsbedingte Pause sorgt in diesen Tagen die weiter ungeklärte Zukunft Goretzkas für Aufregung. Der vor vier Jahren vom VfL Bochum gekommene und noch immer sehr junge Senkrechtstarter besitzt auf Schalke nur noch einen Vertrag bis zum Ende dieser Saison und steht dann vor einer richtungsweisenden Entscheidung.

Bekannt ist, dass sich Schalke bis zur Decke strecken und Goretzka zum bestverdienenden Profi in Königsblau aller Zeiten machen würde, doch ob es am Ende zu einer Einigung kommt, ist alles andere als sicher.

Vielmehr berichtete nun die spanische “El Mundo Deportivo“, dass sich der unter anderem auch mit dem FC Bayern München, Juventus Turin und mehreren englischen Vereinen in Verbindung gebrachte Goretzka für den FC Barcelona entschieden haben soll.

Während es von Seiten des FC Schalke 04 nur sehr zurückhaltende Kommentare zur Meldung aus Spanien gibt, ist diese schon sehr detailliert. So soll sich Goretzkas Berater Jörg Neubauer insgesamt viermal mit Vertretern des FC Barcelona getroffen haben und auch Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen Überzeugungsarbeit bei seinem Nationalelf-Kollegen geleistet haben. Goretzka soll Neubauer nun darüber informiert haben, nach Barcelona wechseln zu wollen. Nicht ausgeschlossen, dass nun in der Tat zeitnah Nägel mit Köpfen gemacht werden, zumal Goretzka erst vor kurzem angedeutet hat, seine Zukunft noch vor Weihnachten klären zu wollen.

Bei der WM 2018 wird Goretzka voraussichtlich im DFB-Kader stehen. Das WM 2018 Team aus Deutschland wird aus einem Mix aus älteren und jungen Spielern bestehen, Goretzka wird bei der Endrund ein Russland wohl eine wichtige Rolle einnehmen.

Serbien: Überraschende Trennung von Trainer Slavoljub Muslin

serbien flaggeMit einem 1:0-Sieg am letzten Spieltag in Gruppe D über Georgien hat sich Serbien die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auf direktem Weg gesichert. Nachdem die WM 2014 in Brasilien verpasst worden ist, meldet sich einer der größten Nachfolgestaaten Jugoslawiens auf der höchsten internationalen Bühne zurück und dürfte durchaus mit der Zielsetzung Achtelfinale in das Turnier gehen.

Einmischung des Verbandes als Trennungsgrund?

Überraschend wird dann allerdings nicht Erfolgstrainer Slavoljub Muslin auf der Bank setzen. Wie der serbische Verband zu Beginn der Woche mitteilte, wurde in „beiderseitigem Einvernehmen“eine Trennung mit sofortiger Wirkung beschlossen. Drei Wochen nach der geschafften WM-Quali steht Serbien somit ohne Cheftrainer da. Bis auf Weiteres und vor allem bei den beiden Testspielen gegen China (10. November) und Südkorea (14. November) wird der ehemalige Bundesliga-Profi Mladen Krstajic (Werder Bremen, FC Schalke 04), der bislang als Co-Trainer von Muslin fungierte, das Kommando übernehmen. Als Dauerlösung dürfte Krstajic aber eher nicht in Frage kommen. Wahrscheinlich ist, dass ein erfahrener Trainer mit relativ großem Namen verpflichtet wird.

Über die Gründe für das völlig unerwartete Aus von Muslin, der sein Amt nach der verpassten EM 2016 angetreten und mit 21 von 30 möglichen Punkten das WM-Ticket gelöst hatte, herrschte zunächst Rätselraten. Inzwischen ist aber durchgesickert, dass der 64 Jahre alte Fußball-Lehrer, der zuvor unter anderem bei Lokomotive Moskau und Roter Stern Belgrad tätig war, nicht damit einverstanden gewesen ist, dass von Verbandsseite in verschiedenen Bereichen ein Mitspracherecht geltend gemacht wurde. So sollen Offizielle des Verbandes versucht haben, bei der Kadernominierung für die WM-Endrunde 2018 mitzureden und sogar gewisse Vorgaben gemacht haben, wer dabei sein soll und wer nicht.

Gleichzeitig gibt es aber auch Gerüchte, dass man auf Seiten des Verbandes mit der Altersstruktur der Mannschaft nicht glücklich sein und Muslin vorgeworfen haben soll, zu wenig auf eine Verjüngung geachtet zu haben. Letztlich war es wohl eine Mischung, die dazu geführt hat, getrennte Wege zu gehen.

Nur zwei Niederlagen in 15 Spielen

Wer auch immer die Nachfolge Muslins antreten wird, tritt in große Fußstapfen. Unter Muslin bestritt Serbien 15 Spiele und verlor bei fünf Unentschieden lediglich zwei.

In der WM-Qualifikation musste sich Serbien sogar nur Österreich (2:3) einmal geschlagen geben und feierte ansonsten bei drei Unentschieden sechs Siege, mit denen neben Österreich auch Irland und Wales auf die Plätze verwiesen wurden – also immerhin drei Teams, die bei der EURO 2016 dabei waren. Außerdem setzte sich Serbien erwartungsgemäß gegen die Underdogs Georgien und Moldawien durch.

WM 2018: Play-offs zwischen Kroatien und Griechenland ohne Gästefans

Mit jedem Tag wächst die Spannung vor den Play-offs zur WM 2018. Insgesamt zwölf Nationen hoffen quer über den Erdball verteilt noch darauf, eines der noch nicht vergebenen sechs WM-Tickets erobern zu können. Während sich Peru und Neuseeland sowie Australien in interkontinentalen Play-offs gegenüberstehen, spielen die acht besten Gruppenzweiten der europäischen WM-Qualifikation die vier übrigen Plätze untereinander aus.

Obwohl es sicherlich auch zwischen Italien und Schweden, zwischen Dänemark und Irland sowie zwischen Nordirland und der Schweiz hoch hergehen wird, verspricht das Duell Kroatien gegen Griechenland schon die heißeste Atmosphäre. Zumindest war das noch nach der Auslosung der Fall, doch inzwischen haben beide Verbände reagiert und sich darauf geeinigt, die Spiele am 9. November (20.45 Uhr) in Zagreb sowie am 12. November (20.45 Uhr) in Piräus jeweils unter dem kompletten Ausschluss auswärtiger Fans auszutragen. Somit können keine WM Tickets für die Spiele gekauft werden.

Ausschreitungen in der jüngeren Vergangenheit

Als Grund für diese Entscheidung führte der kroatische Verband HNS, der sich damit als erstes an die Öffentlichkeit wandte, erhebliche Sicherheitsbedenken an, die ihren Ursprung in Geschehnissen der letzten Jahre haben. So kam es mehrfach zu Ausschreitungen und Gewaltausbrüchen, wenn griechische und kroatische Mannschaften aufeinandertrafen Unter anderem wurde 2011 die Begegnungen beider Nationen in Athen im Rahmen der Qualifikation für die EURO 2012 von Ausschreitungen überschattet, ein Jahr nachdem es rund um die Partie in der Europa League zwischen Dinamo Zagreb und PAOK Saloniki ebenfalls zu zahlreichen unschönen Szenen gekommen war.

Auch für das jetzige, ohnehin aus sportlicher Sicht schon sehr brisante Play-off-Duell waren schon direkt nach der Auslosung Ausschreitungen befürchtet worden. Hintergrund ist, dass es zwischen griechischen und serbischen Fan-Gruppierungen Freundschaften gibt und sich wiederum Serbien und Kroatien aus bekannten Gründen alles andere als freundschaftlich verbunden sind. Hinzu kommt, dass es bei Spielen der kroatischen Nationalmannschaft in den letzten Jahren auch in anderen Spielen mehrfach zu unschönen Begleiterscheinungen wie beispielsweise nicht zu überhörenden rechtsradikalen Parolen gekommen ist.

Kein Verkauf von Gästetickets

Die Entscheidung, keine Gästefans zuzulassen, haben beide Verbände in enger Absprache mit den jeweiligen Polizeibehörden getroffen. Zugleich entfällt damit ein Vorverkauf für Gästetickets, die es weder für das Hin- noch für das Rückspiel geben wird.

Nichtsdestotrotz ist in beiden Spielen mit einer hervorragenden Stimmung auf den Rängen zu rechnen, wobei der Heimvorteil jeweils sicher nochmals größer ausfällt als ohnehin schon. Das könnte dann ein kleiner Vorteil für Griechenland sein, wenn es im Rückspiel richtig eng zugeht und möglicherweise eine Verlängerung her muss.

Kroatien: 28-Mann-Kader für die Play-offs nominiert

Über zwei Wochen vor dem Hinspiel in den Play-offs der WM 2018 in Zagreb gegen Griechenland hat der kroatische Nationaltrainer Zlatko Dalic sein Aufgebot bekannt gegeben. Der 50-Jährige, der vor dem finalen Gruppenspieltag das Amt des entlassenen Ante Cacic übernommen und mit einem 2:0-Sieg in der Ukraine zumindest die WM-Chance über die Play-offs wahrte, berief gleich 28 Profis in sein Aufgebot, fünf davon allerdings nur auf Abruf.

Unter den fünf Spielern auf Abruf befinden sich mit Marcelo Brozović, Marko Pjaca und Tin Jedvaj drei Akteure, die seit längerem verletzungsbedingt ausfallen und die tendenziell bis zu den Spielen gegen Griechenland nicht fit werden. Für den Fall eines überraschend schnellen Comebacks möchte Dalic das Trio aber gerne dabei haben. Ebenfalls nur auf Abruf nominiert sind Duje Cop und Antonio Milic, die dann angefordert werden, wenn sich von den übrigen 23 Spielern jemand verletzen sollte.

Vier Rückkehrer

Nachdem den Kader für das Spiel in der Ukraine noch Vorgänger Cacic nominiert hatte, sorgte Dalic mit seinem Aufgebot durchaus für die eine oder andere Überraschung. So kehren mit Nikola Vlašić, Ivan Strinić, Ante Rebić und Marin Leovac vier Spieler ins Aufgebot zurück, die von Cacic zuletzt nicht mehr berücksichtigt worden sind.

Während Mittelfeldtalent Vlašić ebenso wie der junge Verteidiger Leovac generell noch auf eine kurze Karriere bei den Vatreni zurückblicken, bringt Linksverteidiger Strinić die Erfahrung aus immerhin 39 Länderspielen mit und hat sich nach seinem Wechsel vom SSC Neapel zu Sampdoria Genua in der Serie A für ein Comeback empfohlen. Selbiges ist Angreifer Ante Rebić gelungen, der unter dem ehemaligen kroatischen Nationaltrainer Niko Kovac im zweiten Jahr bei Eintracht Frankfurt schon mehrfach positiv auf sich aufmerksam gemacht hat und der mit seiner Schnelligkeit sowie seinem Zug zum Tor gerade auch enge Spiele entscheiden kann.

Enorme Qualität in der Offensive

Mit dabei sind natürlich auch alle Stars wie Ivan Rakitic, Luka Modric, Mario Mandzukic oder Ivan Perisic, deren individuelle Qualität Kroatien als Favorit in die beiden Partien gegen Griechenland gehen lässt. Bei aller Klasse im Mittelfeld und Angriff bereitet allerdings die Defensive Sorgen, was allerdings seit Jahren nichts wirklich Neues ist. Während offensive reihenweise Spieler von gehobener internationaler Klasse bzw. sogar Weltklasse im Aufgebot stehen, fällt defensiv einzig Dejan Lovren in diese Kategorie, der allerdings beim FC Liverpool auch immer wieder Anfälligkeiten zeigt.

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Der kroatische Kader im Überblick:

Tor: Danijel Subašić, Lovre Kalinić, Dominik Livaković

Abwehr: Domagoj Vida, Dejan Lovren, Šime Vrsaljko, Josip Pivarić, Matej Mitrović, Ivan Strinić, Marin Leovac, Zoran Nižić

Mittelfeld: Luka Modrić, Ivan Rakitić, Milan Badelj, Marko Rog, Filip Bradarić, Mario Pašalić, Nikola Vlašić

Sturm: Mario Mandžukić, Ivan Perišić, Nikola Kalinić, Andrej Kramarić, Ante Rebić

Auf Abruf: Marcelo Brozović, Marko Pjaca, Duje Čop, Tin Jedvaj, Antonio Milić

Ungarn: Neustart ohne Bernd Storck – Deutscher als Trainer und Sportdirektor entlassen

Während sich Portugal und die Schweiz am letzten Spieltag ein Endspiel um den ersten Platz und damit die direkte WM-Teilnahme lieferten, die letztlich der amtierende Europameister mit einem 2:0-Erfolg gegen die nun im WM Qualifikations -Playoff geforderten Eidgenossen sichern konnte, war Ungarn in der gleichen Qualifikationsgruppe frühzeitig abgeschlagen.

Am Ende landete die einstmals stolze Fußballnation, die nach langer Abwesenheit von der großen Bühne im Sommer 2016 mit dem Erreichen des Achtelfinales der EM in Frankreich wieder einmal auf sich aufmerksam machen konnte, mit lediglich 13 Punkten auf Platz drei. Immerhin vor den Färöer-Inseln, Lettland und Andorra, doch im Kampf um die WM Endrunde 2018 letztlich chancenlos. Dass im Juni bei Fußballzwerg Andorra sogar mit 0:1 verloren wurde, war trotz des Fehlens zahlreicher Stammspieler sicherlich der negative Höhepunkt einer aus ungarischer Sicht verkorksten WM-Quali, die nun nach einer Analyse zur Trennung von Bernd Storck führte.

Storck nach zweieinhalb Jahren freigestellt

Der 54 Jahre alte Deutsche fungierte seit März 2015 als Sportdirektor und übernahm kurz darauf auch das Amt des Nationaltrainers. Von beiden Ämtern wurde Storck nun freigestellt, sodass der ungarische Verband auf der Ebene der sportlichen Leitung vor einem kompletten Neuanfang steht.

Storck betonte zwar, dass die Trennung in guter Atmosphäre erfolgt ist, aber dennoch ist davon auszugehen, dass der frühere Profi des VfL Bochum und Borussia Dortmund seine Arbeit gerne fort gesetzt hätte. Nicht zuletzt deshalb, weil Storck den ungarischen Fußball unter Verweis auf nachrückende Talente und eine anders als zu seinem Amtsantritt ordentliche finanzielle Lage im internationalen Vergleich gut aufgestellt sieht.

Mit Storck dürften auch Co-Trainer Andreas Möller und Torwarttrainer Holger Gehrke beim mühsamen 1:0-Sieg gegen die Färöer am letzten Spieltag der WM-Qualifikation zum letzten Mal in verantwortlicher Position auf der ungarischen Bank gesessen haben. Offiziell kommuniziert wurde das Aus der beiden auf Wunsch von Storck verpflichteten Assistenten indes noch nicht.

Kommt wieder ein ausländischer Trainer?

Wie es nun weitergeht, ist noch offen. Denkbar ist sowohl, dass wieder ein ausländischer Trainer das Kommando übernimmt, aber auch eine ungarische Lösung ist nicht auszuschließen, möglicherweise auch wieder in einer Doppelfunktion als Sportdirektor.

In der Mannschaft dürfte der bereits von Storck in die Wege geleitete Umbruch weitergehen. Mit Torwart Peter Gulacsi, den Defensivkräften Adam Lang und Tamas Kadar, den Mittelfeldtalenten Adam Nagy und Roland Sallai sowie Kapitän Balázs Dzsudzsák ist auf jeden Fall eine Achse vorhanden, der bei entsprechender Weiterentwicklung der Sprung zur EURO 2020 durchaus zuzutrauen ist.