WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Höwedes hakt DFB-Team ab

Noch ist nicht klar, wer am 21. März der erste Gegner der deutschen Nationalmannschaft im neuen Jahr sein wird. Fest steht zwar inzwischen, dass die Partie in Wolfsburg stattfinden wird, doch gegen wen die DFB-Auswahl dann testen wird, ist noch nicht bekannt. Allerdings laufen wohl Bemühungen um einen hochkarätigen Testgegner. Spekuliert wird insbesondere über Argentinien oder Brasilien.

Ein echter Prüfstein wäre dabei durchaus sinnvoll, beginnt doch nur drei Tage später die Qualifikation zur EM 2020 mit der schwierigen Aufgabe in den Niederlanden. Ob Bundestrainer Joachim Löw, der sich zuvorderst einen starken Testspiel-Gegner zum Jahresauftakt wünscht, dann viele Gelegenheiten für Experimente haben wird, ist fraglich. Dennoch wird bereits gemutmaßt, wer nach der Winterpause in der Nationalmannschaft erstmals eine Chance bekommen könnte. Gehäuft fallen in diesem Zusammenhang die Namen Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen) und Lukas Klostermann (RB Leipzig).

Da Costa setzt auch offensiv Akzente

Klostermann gilt vor allem auch deshalb als Kandidat, weil durch die Versetzung von Joshua Kimmich der Stammplatz auf der rechten Abwehrseite neu zu vergeben ist. In den letzten Spielen durfte auf dieser Position Thilo Kehrer ran, der sich allerdings in der Innenverteidigung ebenso wohler fühlt wie Matthias Ginter, der auch als Kandidat gilt. Ein gelernter Rechtsverteidiger wäre derweil Danny da Costa, der mit Eintracht Frankfurt sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League eine starke Saison spielt. Der 25-Jährige, der von der U17 bis zur U21 alle Nachwuchsnationalmannschaften des DFB durchlaufen hat, trug auch mit offensiven Akzenten zu den Erfolgen bei. In fünf Spielen der Europa League traf der in Neuss geborene Defensivmann mit angolanischen Wurzeln zweimal und bereitete in 14 Bundesliga-Spielen immerhin zwei Treffer vor.

Vor allem besticht da Costa mit seiner Schnelligkeit, die es dem früheren Leverkusener und Ingolstädter ermöglicht, die gesamte rechte Außenbahn zu beackern. Aufgrund der starken Leistungen in den letzten Wochen und Monaten wird da Costa immer wieder auch als potentieller Kandidat für den Bundestrainer gehandelt, betonte nun aber im „Kicker“, sich mit dem Thema Nationalmannschaft nicht zu beschäftigen. “Um dahin zu kommen, muss man über einen längeren Zeitraum sehr, sehr konstant gewesen sein“, sieht sich da Costa selbst noch nicht als Kandidaten für die DFB-Elf, räumt aber zumindest ein, grundsätzlich schon eines Tages den Bundesadler auf der Brust tragen zu wollen: „Gleichwohl ist die Nationalelf ein Traum, den jeder Fußballer hat.“

Benedikt Höwedes will nicht offiziell zurücktreten

Bereits gelebt hat diesen Traum Benedikt Höwedes in 44 Einsätzen im Deutschland Trikot mit dem Weltmeistertitel 2014 als großem Highlight. Sowohl bei der WM 2014 als auch bei der EM 2016 in Frankreich war der heute 30-Jährige Stammspieler, ist nun aber schon länger außen vor. Seit März 2017 und einem Einsatz in Aserbaidschan (4:1) wurde der Innenverteidiger nicht mehr nominiert und rechnet selbst auch nicht mehr mit einem Anruf des Bundestrainers: „Ohne die Verletzungen hätte ich gute Karten gehabt, bei der WM dabei zu sein. Aber perspektivisch haben wir jetzt einfach zu viele gute junge Kandidaten für meine Position. Das muss und kann ich akzeptieren.“

Offiziell zurücktreten will der seit dem zurückliegenden Sommer für Lokomotive Moskau aktive Defensivspieler zwar nicht, doch hat Höwedes für sich bereits einen Schlussstrich gezogen: “Das Thema Nationalmannschaft ist mit Sicherheit beendet.“

Angesichts der vielen jungen Spieler wie Antonio Rüdiger, Niklas Süle, Jonathan Tah oder auch die bereits erwähnten Ginter und Kehrer eine realistische Sichtweise von Höwedes, der in den Geschichtsbüchern seinen Platz als deutscher Linksverteidiger beim Gewinn der WM 2014 sicher hat.

Afrika-Cup 2019 nicht in Kamerun – Springt Marokko ein?

Im nächsten Jahr findet nicht nur die U21 Europameisterschaft 2019 statt, sondern auch der Afrika-Cup. Erstmals findet dieser nicht zu Beginn des Jahres statt, womit die im Spielbetrieb stehenden europäischen Vereine nicht auf ihre afrikanischen Akteure verzichten müssen. Stattdessen wird trotz der dann zu erwartenden hohen Temperaturen im Sommer gespielt. Angesetzt ist die 32. Auflage der afrikanischen Kontinentalmeisterschaft für den Zeitraum vom 15. Juni bis 13. Juli. Während sich an den Terminen aller Voraussicht nach nichts mehr ändern wird, ist nun aber plötzlich wieder offen, wo das Turnier ausgetragen wird.

Wesentliche Verzögerungen als Grund für den Entzug

Denn wie der afrikanische Fußballverband CAF nun mitteilte, wurde dem eigentlich als Gastgeber vorgesehenen Kamerun die Ausrichtung entzogen. Als Grund nannte der Verband enorme Verzögerungen bei den Vorbereitungen, die freilich schon seit längerem absehbar waren. Die Entscheidung des CAF gegen eine Austragung auf kamerunischen Boden kommt daher nicht mehr gänzlich überraschend, wurde doch bereits seit Monaten über einen möglichen Ausrichterwechsel spekuliert. Nachdem die CAF-Exekutive im September schon „wesentliche Verzögerungen bei der Schaffung der notwendigen Infrastruktur“ kritisiert hatte, deckten Medienberichte weitere organisatorische Pannen auf, de nun verhindern, dass die Afrikameisterschaft erstmals seit 1972 wieder in Kamerun stattfindet.

Der CAF steht nun vor der nicht einfachen Aufgabe, in relativ kurzer Zeit einen neuen Gastgeber finden zu müssen. Bis zum Ende des Jahres soll nach einer erneuten Ausschreibung aber bereits klar sein, wo das Turnier stattfindet. Sicher ist damit, dass das Turnier nur in einem Land stattfinden kann, das über eine entsprechende Infrastruktur und ausreichend geeignete Stadien verfügt.

Marokko gilt als Favorit

Möglich wäre natürlich ein Rückgriff auf die Gastgeber der letzten Turniere. 2012 teilten sich Gabun und Äquatorialguinea die Ausrichtung der Afrikameisterschaft. 2013 war Südafrika der Gastgeber, der natürlich auch dank der WM 2010 noch über die passenden Strukturen verfügen würde. 2015 sprang Äquatorialguinea relativ kurzfristig für Marokko ein, das damals von einer Ebola-Epidemie geplagt wurde. Und 2017 war wiederum Gabun zur Stelle, als Libyen aufgrund der Nachwirkungen eines Bürgerkriegs das Turnier nicht wie geplant veranstalten konnte.

Favorit ist indes keiner der letzten drei Gastgeber, sondern Marokko. Das nordafrikanische Land ist im Sommer zum wiederholten mit der Bewerbung für eine Weltmeisterschaft gescheitert. Die WM 2026 wird nicht in Marokko, sondern in den USA, Kanada und Mexiko gespielt. Doch Marokko ist auch wegen der WM-Bewerbungen gut aufgestellt und wäre bereit, zum zweiten Mal nach 1988 wieder die Afrikameisterschaft zu veranstalten. Ob Marokko aber tatsächlich kandidiert, ist zumindest offiziell noch nicht sicher. Aktuell ist auch das Thema EM 2020 Qualifikation sehr spannend. Alle Informationen dazu und auch über die EM 2020 Stars kannst du hier nachlesen.

Mehrere Gladbach-Kandidaten für die Nationalmannschaft

Bei den letzten Länderspielen im Jahr 2018 gegen Russland (3:0) und die Niederlande (2:2) stand mit Matthias Ginter nur ein Profi von Borussia Mönchengladbach im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Im Jahr 2019 könnte Ginter, der bis zum Beginn der Qualifikation zur EM 2020 seine am vergangenen Wochenende im Spiel gegen Hannover 96 (4:1) erlittenen und mittlerweile operierten Gesichtsverletzungen auskuriert haben sollte, aber gleich zusammen mit einigen weiteren Akteuren der Fohlen-Elf vom Niederrhein zur DFB-Auswahl reisen.

https://twitter.com/MatzeGinter/status/1048644225125011458

So ist damit zu rechnen, dass der verletzungsbedingt zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw nicht nominierte Lars Stindl nach der Winterpause auch in Sachen Nationalmannschaft wieder angreifen wird. Und während Weltmeister Christoph Kramer in den vergangenen Wochen selbst in Mönchengladbach um seinen Platz kämpfen muss und daher für die Nationalelf momentan eher kein Thema ist, haben sich mit Florian Neuhaus und Jonas Hofmann gleich zwei andere Mittelfeldspieler in den Blickpunkt gespielt.

Neuhaus der Top-Vorbereiter, Hofmann auch selbst gefährlich

Neuhaus und Hofmann spielen in der Regel gemeinsam auf den beiden Achter-Positionen im vor der Saison neu einstudierten 4-3-3, das als wesentlicher Faktor für die aktuellen Erfolge der Borussia gilt. Und von dort treiben beide das stets temporeiche, zugleich aber technisch exzellente Offensivspiel der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking an. Hofmann steht nach elf Einsätzen in der laufenden Bundesliga-Saison schon bei fünf Toren und drei Vorlagen. Der schon 2017 vom TSV 1860 München verpflichtete, vergangene Saison aber noch auf Leihbasis bei Fortuna Düsseldorf geparkte Neuhaus ist nach zwölf Einsätzen zwar noch torlos, allerdings mit sieben Assists der Top-Vorbereiter der gesamten Liga. Zudem vereint Neuhaus mit seinen erst 21 Jahren Qualität und Potential auf sich, was bei gleichbleibender Weiterentwicklung über kurz oder lang zur DFB-Elf führen wird.

Zumindest Hofmann machte nun im Interview mit der “WAZ“ kein Geheimnis daraus, schon auf eine Berufung in die Nationalelf zu spekulieren: “Es ist ein Traum von mir, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Ich hoffe einfach, wenn ich weiter so auftrete, dass ich dann auch eingeladen werde.“

Neuhaus auch ein Kandidat für die U21-EM

Obwohl die Konkurrenz gerade im zentralen Mittelfeld groß ist und etwa mit Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen) weitere Shooting-Stars ähnliche Träume haben, stehen die Chancen für Hofmann und Neuhaus sicherlich nicht schlecht, bald mit dem Adler auf der Brust auch in der A-Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen. Während der 26 Jahre alte Hofmann nach zehn U21-Länderspielen (fünf Tore) keine andere Möglichkeit mehr hat, für Deutschland zu spielen, ist Neuhaus auch ein heißer Kandidat für die U21 Europameisterschaft 2019 im nächsten Jahr (16. bis 30. Juni 2019) in Italien und San Marino.

Eggestein, Klostermann und Co. – Wen holt Löw 2019?

Gegen die Niederlande sah es lange nach einem versöhnlichen Ende eines verkorksten Jahres 2018 aus, doch durch zwei späte Gegentore reichte es zum Abschluss der Erstauflage der Nations League letztlich auch nur zu einem 2:2. Während der sowohl bei der EM 2016 als auch bei der WM 2018 gänzlich fehlende Erzrivale aus den Niederlanden damit den Gruppensieg vor Frankreich und eben Deutschland feiern durfte, steigt Deutschland aus der obersten Liga ab. Zugleich bedeutete das schwache Abschneiden mit nur zwei Punkten aus vier Spielen auch die Abstufung in den zweiten Topf bei der Auslosung der Qualifikation zur EM 2020, die am kommenden Sonntag (2. Dezember, 12 Uhr) in Dublin über die Bühne geht.

Ein neuer Kern kristallisiert sich heraus

Weil sich die beiden ersten jeder Gruppe direkt für die EM 2020 qualifizieren, besitzt Deutschland dennoch beste Chancen, bei der ersten quer über den Kontinent verteilten Europameisterschaft dabei zu sein. Mit welchem Kader die DFB-Auswahl dann an den Start gehen wird, lässt sich aktuell freilich nur bedingt prognostizieren. Die letzten Spiele des Jahres haben aber durchaus Mut machende Erkenntnisse im Hinblick auf einen spätestens seit dem 0:3 in den Niederlanden im Oktober unvermeidlichen Umbruch geliefert. So verfügt Deutschland mit Leroy Sane, Timo Werner und Serge Gnabry über ein vielversprechendes Offensivtrio, dessen Tempo im internationalen Fußball seinesgleichen sucht. Zudem hat sich Kai Havertz als Spielmacher der Zukunft hervorgetan, der auf Jahre hinaus mit Joshua Kimmich das Herzstück der Mannschaft bilden könnte. Aber natürlich melden in diesem Bereich auch Spieler wie Toni Kroos und Marco Reus noch ihre Ansprüche an.

Ungeachtet dessen erscheint die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft durchaus in einem positiven Licht. Auch deshalb, weil Bundestrainer Joachim Löw noch viel Potential in der Hinterhand weiß. So etwa fehlten Spieler wie Emre Can, Mario Götze oder Benjamin Henrichs im Aufgebot, die alle ihre Qualitäten schon bewiesen haben und die bei Erreichen ihrer Top-Form wieder ein Thema werden könnten.

Eine Chance für das Leipziger Außenverteidiger-Duo?

Mit dabei war auch schon Marcel Halstenberg, der nach seinem Debüt im Herbst 2017 aber lange verletzungsbedingt ausfiel. Der Linksverteidiger von RB Leipzig könnte aber einer der Spieler sein, die 2019 eine Chance erhalten. Das gilt auf der rechten Abwehrseite auch für Halstenbergs Leipziger Teamkollegen Lukas Klostermann oder im zentralen Mittelfeld für Maximilian Eggestein vom SV Werder Bremen.

Bis es im März mit den ersten EM 2020 Qualifikationsspielen weitergeht, könnte die Bundesliga zudem noch weitere Akteure hervorbringen, die für die Nationalmannschaft in Frage kommen. Man darf dann gespannt sein, welches Team Bundestrainer Löw im Jahr 2019 formt und ob die DFB-Auswahl 2020 als Mitfavorit oder eher als Außenseiter an den Start gehen wird.

WM 2030: Spanien mit Portugal und Marokko?

Nach der WM 2018 in Russland stehen die nächsten großen Turniere erst einmal auf kontinentaler Ebene an. Im Januar 2019 steigt als erstes die Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten, auf die im Sommer der Afrika-Cup in Kamerun, der Gold-Cup in den USA und die Copa America in Brasilien folgen. 2020 gibt es im Zuge einer Umstellung auf die ungeraden Jahre direkt die nächste Auflage der Copa America und parallel dazu die erste quer über den gesamten Kontinent in zwölf verschiedenen Ländern ausgetragene Europameisterschaft.

Obwohl damit und natürlich auch mit der vieldiskutierten Winter-WM 2022 in Katar genügend Turniere ihren Schatten voraus werfen, drehen sich in der Fußballwelt viele Gedanken auch über noch weiter entfernte Turniere. Nachdem die EM 2024 bereits an Deutschland (die EM 2020 sowieso) und die WM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko vergeben wurden, bringen sich nun reihenweise Bewerber für die Austragung der WM 2030 in Stellung.

Uruguay hofft auf Jubiläums-WM

Bekannt ist das große Interesse Uruguays, das Turnier auszurichten. 100 Jahre nach der ersten WM 1930 würde das kleine Land auch gerne Gastgeber der Jubiläumsausgabe sein, kann dieses Turnier mit voraussichtlich 48 Teilnehmern aber nicht alleine stemmen. Daher ist eine gemeinsame Bewerbung mit Argentinien und Paraguay angedacht.

Interesse signalisiert hat auch ein Quartett südosteuropäischer Länder. Serbien, Bulgarien, Rumänien und Griechenland prüfen eine Kandidatur, wobei sich die Gespräche zwischen diesen Nationen noch im Anfangsstadium befinden. Das gilt auch für Überlegungen in England bzw. Großbritannien, den Hut bezüglich einer Austragung der WM 2030 in den Ring zu werfen.

Spanischer Ministerpräsident zu Gast in Marokko

Und trotz mehrfach gescheiterter Kandidaturen steckt man offenbar auch in Marokko nicht den Kopf in den Sand. Das zuletzt mit der Bewerbung für die WM 2026 an den USA, Kanada und Mexiko gescheiterte Land wird vermutlich 2030 einen neuen Anlauf starten, dann möglicherweise mit einem oder mehreren Partnern. Schon länger gemutmaßt wird über eine gemeinsame Kandidatur mit Spanien und Portugal, womit eine WM erstmals auf zwei verschiedenen Kontinenten stattfinden würde. Diese Spekulationen haben nun neue Nahrung erhalten. Denn bei einem Besuch in Rabat verriet der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez am Montag, dass von Seiten Spaniens eine Kooperation sowohl mit Marokko als auch mit Portugal angestrebt wurde. Sanchez hat nach eigenen Angaben der marokkanischen Regierung und König Mohamed VI einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet.

Weil sein Ansinnen offenbar auf Interesse gestoßen ist, werden nun die nächsten Schritte in die Wege geleitet: „Unsere beiden Länder werden zusammen mit Portugal an der Präsentation einer möglichen Kandidatur arbeiten“, kündigte Sanchez an. Dafür bleibt freilich noch Zeit, denn über den Gastgeber der WM 2030 dürfte nicht vor dem Jahr 2022 entschieden werden.

Polen ohne Lewandowski gegen Portugal

Schon im Oktober war der Abstieg der polnischen Nationalmannschaft aus der obersten Liga der Nations League besiegelt. Nach nur einem Punkt aus den Spielen gegen Italien (1:1 auswärts und 0:1 zu Hause) sowie gegen Portugal (2:3) geht es für die Mannschaft von Trainer Jerzy Brzeczek im abschließenden Match in Portugal allerdings keineswegs nur noch ums Prestige.

Vielmehr hat Polen noch die Chance, die Nations League als einer der zehn besten Mannschaften in der Nations League Liga A zu beenden. Das ist deshalb von Bedeutung, weil jene zehn Teams bei der Auslosung der Qualifikation zur EM 2020 als Gruppenköpfe gesetzt werden und folglich zumindest auf dem Papier etwas leichtere Aufgaben erhalten.

Lewandowski bereits abgereist

Nicht mithelfen kann beim Spiel in Guimaraes allerdings Robert Lewandowski. Wie der polnische Verband am Sonntag offiziell mitteilte, hat sich der Stürmer am Knie verletzt und ist deshalb bereits abgereist. Nach Angaben des Verbandes laboriert der 30-Jährige “an einer kleinen Knieverletzung, die den Kapitän bereits seit ein paar Tagen stört.“

Um eine schwerwiegendere Blessur handelt es sich aber wohl nicht. Vielmehr soll Lewandowski nach Einschätzung der polnischen Mediziner nach einer Trainingspause von drei bis vier Tagen wieder belastbar sein. Ob es für einen Einsatz am Samstag im Heimspiel des FC Bayern München gegen Fortuna Düsseldorf reicht, ist somit noch offen. Tendenziell wird der Angreifer dann aber auflaufen können, wobei man in München kaum das Risiko eingehen wird, dass Lewandowski länger ausfällt.

Polens Coach Brzeczek muss sein Team somit im Vergleich zum enttäuschenden 0:1 im Testspiel am Donnerstag gegen Tschechien, in dem Lewandowski die vollen 90 Minuten mitgewirkt hat, in der Offensive umbauen. Für die Rolle des Mittelstürmers stehen allerdings gleich mehrere hochkarätige Alternativen parat, was auf einigen anderen Positionen im polnischen Kader nicht der Fall ist.

Milik und Piatek als starke Alternativen

Mit Arkadiusz Milik vom SSC Neapel und Krzysztof Piatek vom CFC Genua 1893 dürfen zwei Italien-Legionäre, die ihre Qualitäten in der Serie A schon hinreichend unter Beweis gestellt haben, auf einen Einsatz von Beginn an hoffen. Bleibt es beim gegen Tschechien praktizierten 4-2-3-1, muss einer der beiden indes erneut auf die Bank. Ebenso wie der erstmals nominierte Adam Buksa von Pogon Stettin, der noch auf seine Länderspiel-Premiere wartet.

Milik und Piatek wären allerdings auch als Doppelspitze vorstellbar, was Polens Offensive deutlich unberechenbarer machen würde. Miliks Vereinskollege Piotr Zielinski könnte dann vom Zentrum nach links rücken und von dort als verkappter Spielmacher in einem 4-4-2 agieren.

Deutschland ohne Marco Reus gegen Russland

Die deutsche Nationalmannschaft muss im Testspiel am Donnerstagabend in Leipzig gegen Russland auf Marco Reus verzichten. Der Offensivmann, der sich zuletzt im Trikot von Borussia Dortmund in bestechender Verfassung präsentiert hat und am Samstag nicht nur wegen seiner beiden Tore ein wesentlicher Faktor für den 3:2-Sieg des BVB im Top-Spiel gegen den FC Bayern München war, laboriert an einer Mittelfußprellung, die einen Einsatz gegen die Sbornaja nicht zulässt. Was das UEFA Nations League Spiel gegen die Niederlande betrifft, ist eine Prognose noch zu früh.

Reus laboriert an einer Mittelfußprellung

“Reus wird nicht spielen können. Er ist leider nach dem Spiel gegen die Bayern angeschlagen angereist. Er hat eine Mittel-Fußprellung, wird heute nicht trainieren. Vielleicht kann er morgen Lauftraining machen, danach müssen wir von Tag zu Tag schauen“, ließ Bundestrainer Joachim Löw auf der Pressekonferenz am Mittwoch auch noch offen, ob der 29-Jährige am Montag in Gelsenkirchen gegen die Niederlande auflaufen kann, wenn es möglicherweise zum Endspiel um den Abstieg aus der obersten Division der Nations League kommt. Damit die Spieler im Deutschland Trikot den Abstieg überhaupt noch vermeiden kann, darf zuvor allerdings die Niederlande am Freitag nicht gegen Frankreich gewinnen.

Sollte es letztlich nicht mehr zum Klassenerhalt reichen, wäre das für den Bundestrainer aber auch keine Katastrophe: “Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, die Nations League etwas zu hoch zu hängen. Ein Abstieg wäre kein Weltuntergang, man kann ja auch wieder aufsteigen. Wichtiger ist die EM 2020 Qualifikation.“

Nichtsdestotrotz geht Löw mit dem klaren Ziel, das unter dem Strich sehr enttäuschende Länderspiel-Jahr 2018 mit zwei Erfolgen beenden zu wollen, in die Begegnungen gegen Russland und die Niederlande: “Wir wollen diese beiden Spiele wenn möglich siegreich gestalten. Das ist das vorrangige Ziel.“

Temporeiches Offensivtrio erneut in der Startelf

Zumindest gegen Russland bleibt Löw durch den Ausfall von Reus eine knifflige Entscheidung erspart. Denn nachdem im Oktober trotz der 1:2-Niederlage in Frankreich die Dreier-Offensivreihe mit Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sane einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen hat, hätte eine Nominierung von Reus für die Startelf vermutlich einen aus diesem Trio aus der Mannschaft verdrängt. Nun aber dürfte das ausnahmslos extrem schnelle Offensivtrio erneut in dieser Kombination beginnen.

Generell darf man erwarten, dass der Bundestrainer den nach dem herben 0:3 in den Niederlanden vor der Partie in Frankreich eingeleiteten Umbruch weiter forcieren wird. Der Verzicht auf Jerome Boateng war in diesem Zusammenhang ein weiteres Signal. Thomas Müller wurde derweil zwar ins Aufgebot berufen, muss aber damit rechnen, wieder nur auf der Bank Platz zu nehmen, während junge Spieler wie Niklas Süle, Leon Goretzka, Joshua Kimmich oder auch Thilo Kehrer verstärkt in die Verantwortung rücken sollen.

England lange ohne Danny Welbeck – Angreifer verletzt sich schwer

Bei der Weltmeisterschaft in Russland reichte es für Danny Welbeck nur zu einem elfminütigen Kurzeinsatz im letzten und weitgehend unbedeutenden Gruppenspiel gegen Belgien (0:1). Dennoch war der Angreifer Teil des Kaders, der mit Platz vier das beste Endrundenergebnis einer englischen Mannschaft seit der WM 1990 erreichte.

In den ersten Partien nach der WM 2018 in Russland kam Welbeck jeweils zum Zug. Bei der 1:2-Niederlage zum Auftakt der Nations League gegen Spanien kam der Stürmer des FC Arsenal in der Schlussminute, um den Druck zu erhöhen, was letztlich nicht gelang. Beim 1:0-Sieg im Test gegen die Schweiz durfte Welbeck dann von Anfang an und immerhin über 61 Minuten ran, fehlte dann aber im Oktober bei den Partien in Kroatien (0:0) und Spanien (3:2) im Aufgebot.

Unglückliche Landung

Für die Spiele in der nächsten und übernächsten Woche gegen die USA (15. November) und Kroatien in der UEFA Nations League (18. November) erhielt Welbeck nun aber wieder eine Einladung, der der 27-Jährige allerdings nicht folgen kann. Wenige Stunden, nachdem Welbeck von der Nominierung durch Nationaltrainer Gareth Southgate erfahren hatte, verletzte sich der Offensivmann beim Gastspiel des FC Arsenal im Rahmen der Europa League bei Sporting Lissabon schwer.

In der 25. Minute ging Welbeck im Strafraum der Portugiesen zum Kopfball und verdrehte sich bei der anschließenden Landung den rechten Knöchel derart, dass schon auf dem Spielfeld offensichtlich war, dass es sich um eine schwerwiegende Verletzung handelt. Angesichts der Schmerzen ihres Mitspielers fiel es sowohl den Arsenal-Profis als auch den Spielern von Sporting Lissabon nicht leicht, weiterzuspielen. Arsenals Alex Iwobi sprach nach der Begegnung von einer “mentalen Herausforderung“, danach noch 65 Minuten zu absolvieren.

Verdacht auf Knöchelbruch

Welbeck wurde zunächst noch lange auf dem Platz behandelt und unter dem fairen Applaus aller Zuschauer aus dem Stadion und direkt ins Krankenhaus gebracht. Eine offizielle Diagnose gibt es zwar noch nicht, doch nach Angaben von Trainer Unai Emery besteht der Verdacht auf Knöchelbruch.

Bestätigt sich dieser, stünde Welbeck eine Pause von mehreren Monaten und eine nicht ganz einfache Situation bevor. Denn der Vertrag des Angreifers, der 2014 für rund 20 Millionen Euro von Manchester United zu Arsenal gewechselt ist, läuft am Ende der Saison aus. Und nachdem Welbeck bislang auch bei den Gunners der ganz große Durchbruch nicht gelungen ist, galt bislang eine Veränderung im kommenden Sommer als nicht unwahrscheinlich. Die schwere Verletzung samt langer Ausfalldauer dürfte Welbecks Chancen auf einen Vertrag bei einem Top-Klub indes nicht unbedingt verbessern.

Hinweis der Redaktion: Die EM 2020 Austragungsorte sind übrigens bereits bekannt. Auf dieser Seite kannst du dich ganz bequem darüber informieren.

Österreich: Foda nominiert 23-Mann-Kader

Nach der 0:1-Auftaktniederlage in Bosnien-Herzegowina im September hat die österreichische Nationalmannschaft im Oktober mit einem 1:0-Heimsieg die Chance auf den Aufstieg in die UEFA Nations League gewahrt. Nun stehen binnen drei Tagen die entscheidenden Spiele an, wenn die Auswahl des ÖFB am 15. November zunächst Bosnien-Herzegowina empfängt und dann drei Tage später in Nordirland zu Gast ist.

Baumgartlinger nach vier verpassten Länderspielen wieder dabei

Aktuell ist für Österreich vom Aufstieg bis zum Abstieg noch alles möglich. Klar, dass Trainer Franco Foda deshalb das bestmögliche Personal zur Verfügung haben möchte. Und anders als zuletzt ist dies nun auch weitgehend wieder der Fall, kehrt doch Kapitän Julian Baumgartlinger nach überstandener Knieverletzung ins Aufgebot zurück. Der 30-Jährige hat am vergangenen Wochenende bei der 1:4-Niederlage von Bayer Leverkusen gegen die TSG 1899 Hoffenheim ein 45-minütiges Comeback gefeiert und dürfte dazu in der Lage sein, nach vier verpassten Länderspielen in der Partie gegen Bosnien-Herzegowina wieder zu beginnen. Weil bei Punktgleichheit der direkte Vergleich entscheidet, ist dann für Österreich ein Sieg Pflicht, um noch auf den Aufstieg hoffen zu dürfen. Mit zwei Siegen wäre den Spielern im Österreich Trikot Aufstieg derweil sicher.

Nicht zum Kader gehört allerdings Sebastian Prödl. Der 31 Jahre alte Innenverteidiger, der es in der laufenden Saison für den FC Watford erst auf 13 Minuten in der Premier League bringt, laboriert an einer Muskelblessur. Mit Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger und Kevin Wimmer stehen Coach Foda aber noch drei weitere Innenverteidiger zur Auswahl. Zudem wurden mit Kevin Danso, Philipp Lienhart, Georg Margreitter, Stefan Posch und Gernot Trauner gleich fünf weitere Akteure auf Abruf nominiert. Insgesamt stehen 17 Spieler auf der Liste der potentiellen Nachrücker, die sich allesamt zumindest leise Hoffnungen darauf machen dürfen, doch noch zum Kreis der ÖfB-Auswahl zu stoßen.

15 Deutschland-Legionäre nominiert – Fünf weitere auf Abruf

Die mit Abstand meisten der 23 nominierten Profis stehen in Deutschland unter Vertrag. Neben 14 Spielern von Bundesligisten wurde auch Louis Schaub von Zweitligist 1. FC Köln erneut berufen. Mit Kevin Danso, Philipp Lienhart, Georg Margreitter, Stefan Posch und Lukas Hinterseer stehen fünf weitere Deutschland-Legionäre auf Abruf.

Der österreichische Kader im Überblick:

Tor: Heinz Lindner, Cican Stankovic, Richard Strebinger

Abwehr: Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Stefan Lainer, Andreas Ulmer, Kevin Wimmer

Mittelfeld: David Alaba, Julian Baumgartlinger, Florian Grillitsch, Stefan Ilsanker, Florian Kainz, Konrad Laimer, Valentino Lazaro, Marcel Sabitzer, Louis Schaub, Xaver Schlager, Alessandro Schöpf, Peter Zulj

Angriff: Marko Arnautovic, Guido Burgstaller, Michael Gregoritsch

Kroatien unter Druck – Josip Brekalo vor Debüt?

Die Finalteilnahme bei der WM 2018 in Russland war der größte Erfolg in der Geschichte des kroatischen Fußballverbandes, auch wenn es im Endspiel letztlich eine 2:4-Niederlage gegen Frankreich setzte. Nichtsdestotrotz war die Euphorie im Land im Sommer groß, die allerdings in den Wochen und Monaten nach der Weltmeisterschaft doch arg gelitten hat.

Gegen Spanien und in England

Grund dafür ist ein schwacher Start in die neue UEFA Nations League, in der den Vatreni nach den ersten beiden Spielen der Abstieg aus der höchsten Liga droht. Nach einem 1:1 im Testspiel in Portugal, dem ersten Auftritt seit der WM 2018, setzte es im September eine herbe 0:6-Niederlage für Luka Modric und Co. in Spanien. Im Oktober kam Kroatien dann gegen England nicht über ein 0:0 hinaus und steht nun vor den beiden abschließenden Begegnungen am 15. November zu Hause gegen Spanien und drei Tage später im Londoner Wembley-Stadion gegen England schon enorm unter Druck.

Theoretisch ist zwar auch noch der Gruppensieg möglich, doch dafür müssten schon beide Begegnungen gewonnen werden. Oberste Priorität hat deshalb die Vermeidung des Abstiegs. Dafür würde ein Sieg in England genügen, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich den Ausschlag geben und dieser in diesem Fall für Kroatien sprechen würde. Um noch Erster zu werden und am Final-Four-Turnier teilnehmen zu können, müsste Kroatien sowohl gegen Spanien als auch in England siegen.

Trainer Zlatko Dalic hat den Glauben an seine Mannschaft freilich noch nicht verloren und hält Platz eins noch für möglich. Anstatt den Fokus komplett auf das “Abstiegsendspiel“ gegen England zu richten, peilt der Coach des Vize-Weltmeisters zunächst gegen Spanien einen Dreier an. „Wir stehen vor schwierigen Spielen, aber Kroatien ist diesen Aufgaben gewachsen. Wir fokussieren uns erst mal auf die Spieler im Spanien Trikot. Wir wollen vor eigenem Publikum gewinnen, um im Rennen um das Finalturnier der Nations League zu bleiben“, zeigt sich Dalic im Vorfeld auch durchaus selbstbewusst.

Brekalo stolz auf die Nominierung

Richten soll es ein 25-Mann-Kader, in dem sich mit Josip Brekalo auch ein in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg aktiver Neuling wiederfindet, der sich laut Dalic wie Duje Ćaleta-Car von Olympique Marseille und Nikola Vlašić von ZSKA Moskau mit guten Leistungen in der U21 empfehlen konnte.

Der 20 Jahre alte Brekalo, der vor allem für beide offensiven Außenbahnen eine Option darstellt, war nach der Kunde von der Nominierung überwältigt: „Für mich geht ein großer Traum in Erfüllung, mein ganzes Leben habe ich dafür gearbeitet. Es ist etwas Besonderes, ein Teil von dieser Mannschaft zu sein. Das macht es noch größer.“

Ob es für Brekalo in den beiden anstehenden Partien auch zum Debüt reicht, bleibt indes nicht zuletzt wegen der starken Konkurrenz im Offensivbereich abzuwarten.

Der Kader im Überblick:

Tor: Lovre Kalinić, Dominik Livaković, Karlo Letica
Abwehr: Domagoj Vida, Dejan Lovren, Šime Vrsaljko, Josip Pivarić, Tin Jedvaj, Matej Mitrović, Duje Ćaleta-Car, Antonio Milić
Mittelfeld: Luka Modrić, Ivan Rakitić, Mateo Kovačić, Milan Badelj, Marcelo Brozović, Marko Rog, Mario Pašalić, Filip Bradarić
Angriff: Ivan Perišić, Andrej Kramarić, Ante Rebić, Marko Pjaca, Nikola Vlašić, Josip Brekalo