WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Niklas Süle hat die EM 2020 noch nicht abgehakt

Seit Samstagabend weiß die deutsche Nationalmannschaft, dass schon die Vorrunde der Europameisterschaft 2020 trotz des Vorteils, alle drei Gruppenspiele vor heimischem Publikum in der Allianz Arena in München austragen zu dürfen, kein Spaziergang wird. Mit Frankreich und Portugal finden sich nebst einem dritten, noch in den Nations-League-Playoffs zu ermittelnden Gegner gleich zwei Schwergewichte in der deutschen Gruppe F.

Um diese Gruppe zu meistern, wäre es natürlich hilfreich, könnte Bundestrainer Joachim Löw auch mit seiner besten Elf antreten. Während man in dieser Hinsicht beim seit August verletzten Leroy Sane, dessen Comeback nach Weihnachten erwartet wird, zuversichtlich sein darf, stehen die Chancen auf einen EM-Einsatz von Niklas Süle im Deutschland-Trikot nach allgemeiner Einschätzung eher schlecht.

Süle mit dem Heilungsverlauf zufrieden

Der 24-Jährige selbst, der sich am 19. Oktober im Auswärtsspiel des FC Bayern München beim FC Augsburg (2:2) einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hat, will die Hoffnung auf seine EM-Teilnahme zum jetzigen Zeitpunkt aber noch lange nicht aufgeben. Vielmehr zeigte sich Süle im Rahmen seines Weihnachtsbesuchs beim Bayern-Fanklub Rollwagerl 93 sogar bemerkenswert zuversichtlich.

„Ich weiß, was kommen wird und ich weiß, dass ich es schaffen werde“, so der von Bundestrainer Joachim Löw eigentlich als Abwehrchef auserkorene Innenverteidiger, der nach eigener Aussage „sehr glücklich mit meinem Knie und dem Heilungsverlauf“ ist.

Seine Zuversicht begründet Süle auch mit der Erfahrung im Umgang mit einem Kreuzbandriss, der nicht immer einfach ist. „Ich weiß, was auf mich zukommt und was für ein langer und harter Weg das ist. Es gibt Tage, da denkst du: Warum machst du den ganzen Scheiß?“ Nach diesen Zweifeln aber kommen schnell wieder die Gedanken an das große Ziel: „Ich arbeite jeden Tag dafür, dass ich der Mannschaft wieder helfen kann, und dass ich hoffentlich so ein geiles Erlebnis wie die EM erleben darf und werde.“

Skeptiker als Motivation, Khedira als Mutmacher

Bereits in der Saison 2014/15 erwischte es den Defensivmann damals noch im Trikot der TSG 1899 Hoffenheim mit der gleichen, von Fußballern gemeinhin als schlimmstmöglichen Verletzung bezeichneten Knieblessur. Damals aber kam Süle sogar noch stärker zurück und will selbiges erneut schaffen. Von vielen für die EM schon abgeschrieben worden zu sein, dient Süle dabei als zusätzliche Motivation. So gebe es laut dem 24-fachen Nationalspieler nichts “Geileres“, als es “allen anderen zu zeigen, die sagen: ‚Der schafft es eh nicht zur EM'“.

Als Mutmacher für Süle dürfte auch die Geschichte von Sami Khedira dienen, der vor der WM 2014 sogar erst Mitte November ebenfalls einen Kreuzbandriss erlitt, es aber dennoch nicht nur zur Weltmeisterschaft nach Brasilien schaffte, sondern bereits zuvor im Champions-League-Finale für Real Madrid wieder auf dem Platz stand.

Bleibt Foda über die EM 2020 hinaus ÖFB-Teamchef?

Nach der WM 1998 konnte sich die österreichische Nationalmannschaft 18 Jahre lang nicht auf sportlichem Weg für ein großes Turnier qualifizieren. Lediglich bei der Europameisterschaft 2008 im eigenen Land sowie in der Schweiz war die Auswahl des ÖFB vertreten, scheiterte aber bereits in der Vorrunde.

Ebenso wie bei der EURO 2016 in Frankreich, wohin Österreich sogar als Geheimtipp gereist war. Doch David Alaba und Co. konnten die Erwartungen im ÖFB-Trikot nicht erfüllen und verpassten anschließend auch die Qualifikation für die WM 2018 in Russland, womit die lange Zeit erfolgreiche und immerhin sechs Jahre währende Ära von Marcel Koller als Nationaltrainer beendet war.

Foda mit der besten Bilanz aller österreichischen Nationaltrainer

Dass Kollers Vertrag nach der geglückten Qualifikation für die EM-Endrunde vorzeitig verlängert wurde, sieht man in der Nachbetrachtung beim ÖFB zwar nicht als gravierenden Fehler an, doch die Erinnerung an den Abwärtstrend nach dem Erfolg führt nun zur Vorsicht beim Umgang mit Kollers Nachfolger. Die Zukunft von Franco Foda, der mit dem 2:1-Sieg über Nordmazedonien bereits am vorletzten Spieltag das Ticket für die EM 2020 gelöst hat, ist vorerst nur bis zum nächsten Sommer geklärt.

Mit der erfolgreichen EM-Qualifikation 2020 hat sich Fodas Vertrag bis zur EM-Endrunde verlängert, doch ob der mit einem Schnitt von 2,1 Punkten pro Spiel beste Teamchef in der österreichischen Verbandsgeschichte noch vor dem Turnier ein neues Arbeitspapier erhält, ist fraglich.

Verbandschef Leo Windtner kündigte für die Zeit nach der erfolgreichen Qualifikation an, sich mit Foda zusammenzusetzen und die Situation analysieren zu wollen. Einen neuen Stand gibt es bislang nicht. Nach dem finalen Qualifikationsspiel am Dienstagabend in Lettland, wo Foda aus Gründen der Belastungssteuerung auf sechs vorzeitig zu ihren Vereinen zurückgekehrten Stammkräfte (David Alaba, Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer, Martin Hinteregger, Konrad Laimer und Stefan Lainer) verzichtet, sollten die Gespräche aber zeitnah geführt werden, um zumindest eine gemeinsame Sprachregelung zu finden.

Grundsatzentscheidung zwischen Verein und Nationalmannschaft?

Foda hatte vor dem Spiel gegen Nordmazedonien gegenüber der Presseagentur APA noch durchklingen lassen, sich eine längerfristige Entscheidung zu wünschen: „Wenn man von einem Trainer überzeugt ist und der Trainer will, dann sollte man Nägel mit Köpfen machen. Wenn man nicht von einem Trainer überzeugt ist, sollte man das sagen. Ich bin immer für klare Kante.“

Nach der erfolgreichen EM-Qualifikation äußerte sich der 53-Jährige dann im “Kicker“ eher zurückhaltend und ließ seine Zukunft grundsätzlich offen: „Mein Vertrag hat sich jetzt mit der Qualifikation automatisch bis zum Ende der EM verlängert. Danach wird man sehen… Wenn der ÖFB das Gefühl hat, mit mir verlängern zu wollen, wird er auf mich zukommen. Bis dahin werde auch ich mir Gedanken machen, ob ich weiter als Nationaltrainer oder wieder als Vereinscoach arbeiten möchte.“

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie es in dieser Personalie weiter geht. Klar scheint indes, dass eine Diskussion um einen auslaufenden Trainervertrag im Vorfeld der EURO ohne eine klare Vereinbarung zwischen allen Beteiligten kein geringes Unruhepotential in sich birgt.

Bei der EM Auslosung 2020 wird Österreich in Topf 3 gesetzt sein.

Niederlande-Kader für EM-Quali Abschluss mit 2 Neulingen

Die niederländische Nationalmannschaft ist noch einen kleinen Schritt von der Teilnahme an der Europameisterschaft 2020 entfernt. Nachdem die Elftal sowohl die EURO 2016 als auch die WM 2018 verpasst hat, würde am Samstag in Nordirland schon ein Punkt genügen, um endgültig das EM-Ticket zu lösen. Nordirland könnte zwar im Falle eines Unentschiedens am letzten Spieltag theoretisch noch nach Punkten aufschließen, hätte aber nach dem niederländischen 3:1-Erfolg im Hinspiel in Rotterdam im Oktober den direkten Vergleich verloren.

Sofern es in Nordirland eine Niederlage setzen sollte, bliebe der Niederlande drei Tage später mit dem Heimspiel gegen Estland noch eine weitere Chance, alles klar zu machen. Weil sich dann im Parallelspiel Deutschland und Nordirland gegenseitig die Punkte wegnehmen und die Niederlande auch den direkten Vergleich mit Deutschland gewonnen hat, könnte das Team von Trainer Ronald Koeman gegebenenfalls auch mit einem Heimsieg gegen Estland aus eigener Kraft die Reise zur EM buchen. Natürlich bliebe ansonsten auch noch das EM 2020 Play Off.

Depay und de Ligt fraglich

Koeman muss vor den beiden letzten EM-Qualifikationsspielen indes um mehrere Leistungsträger bangen. Während Shooting-Star Donyell Malen ebenso sicher ausfällt wie Flügelspieler Steven Bergwijn, stehen dicke Fragezeichen hinter den angeschlagenen Memphis Depay und Matthijs de Ligt.

Weil mit Malen und Bergwijn zwei Offensivkräfte sicher und mit Depay ein weiterer wahrscheinlich fehlen wird, hat Koeman für die vorderen Reihen im Vergleich zum Oktober gleich drei Akteure neu berufen. Wout Weghorst, der seit knapp eineinhalb Jahren als regelmäßiger Torschütze des VfL Wolfsburg glänzt und in den vergangenen Monaten vergeblich auf einen Anruf Koemans gehofft hatte, könnte erstmals seit Juni 2018 wieder für die Elftal auflaufen und zu seinem insgesamt vierten Länderspiel kommen.

Erstmals nominiert wurden derweil Myron Boadu und Calvin Stengs, die in den letzten Wochen im Trikot von AZ Alkmaar für mächtig Furore gesorgt haben. Der erst 18 Jahre alte Boadu gilt als große Mittelstürmerhoffnung, während der auch nur zwei Jahre ältere Stengs auf dem rechten Flügel zu Hause ist.

In der Fußball Weltrangliste der FIFA liegt die Niederlande auf dem 13. Platz.

Der niederländische Kader im Überblick

Tor: Jasper Cillessen (FC Valencia), Kenneth Vermeer (Feyenoord Rotterdam), Jeroen Zoet (PSV Eindhoven)

Abwehr: Patrick van Aanholt (Crystal Palace), Nathan Ake (AFC Bournemouth), Daley Blind (Ajax Amsterdam), Virgil van Dijk (FC Liverpool), Denzel Dumfries (PSV Eindhoven), Matthijs de Ligt (Juventus Turin), Joel Veltman (Ajax Amsterdam), Stefan de Vrij (Inter Mailand)

Mittelfeld: Donny van de Beek (Ajax Amsterdam), Frenkie de Jong (FC Barcelona), Davy Pröpper (Brighton & Hove Albion), Marten de Roon (Atalanta Bergamo), Kevin Strootman (Olympique Marseille), Georginio Wijnaldum (FC Liverpool)

Angriff: Ryan Babel (Galatasaray Istanbul), Steven Berghuis (Feyenoord Rotterdam), Myron Boadu (AZ Alkmaar), Luuk de Jong (FC Sevilla), Memphis Depay (Olympique Lyon), Quincy Promes (Ajax Amsterdam), Calvin Stengs (AZ Alkmaar), Wout Weghorst (VfL Wolfsburg)

Vasiliadis vor Debüt in der griechischen Nationalmannschaft

Die Hoffnung des SC Paderborn, dem ersten Saisonsieg gegen Fortuna Düsseldorf (2:0) weitere Erfolge folgen lassen zu können, hat sich nicht erfüllt. Stattdessen scheiterten die Ostwestfalen unter der Woche in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen (0:1) und kassierten nun am Freitagabend bei der TSG 1899 Hoffenheim eine 0:3-Niederlage, die durchaus auch noch deutlicher hätte ausfallen können.

Bereits nach 26 Minuten lag der SCP in Sinsheim mit 0:3 zurück und schien einem Debakel entgegen zu steuern, ehe die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart halbwegs die Kurve bekam und mit einer Steigerung im zweiten Durchgang zumindest weitere Gegentore verhindert. An der achten Niederlage im zehnten Saisonspiel änderte der verbesserte Auftritt nach dem Seitenwechsel indes nichts mehr.

Vasiliadis macht auf sich aufmerksam

Auch Sebastian Vasiliadis war gegen die spielerische Überlegenheit Hoffenheims im Mittelfeld letztlich machtlos. Der 22-Jährige agierte zwar gewohnt fleißig und brachte es auf bemerkenswerte 12,64 Kilometer in den 90 Minuten, konnte aber gerade im Spiel nach vorne auch kaum Impulse setzen.

Nichtsdestotrotz ist Vasiliadis eine der wenigen positiven Erscheinungen in einer aus Paderborner Sicht bisher verkorksten Saison. Der zentrale Mittelfeldspieler, der nach seiner Verpflichtung vom VfR Aalen im Sommer 2018 bereits in der Zweitliga-Saison zu Shooting-Star avanciert ist und wesentlichen Anteil am Aufstieg hatte, ist längst ins Blickfeld anderer Vereine gerückt.

Borussia Mönchengladbach wird schon seit geraumer Zeit Interesse nachgesagt, aber auch weitere Bundesligisten dürften den 1,77 Meter großen Rechtsfuß auf dem Zettel haben. Weil Vasiliadis‘ Vertrag beim SCP nur noch bis 2021 läuft, wird sich wohl schon nach dieser Saison die Zukunftsfrage stellen. Denn dass Paderborn den Rotschopf ein Jahr später ablösefrei ziehen lässt, ist nicht zu erwarten.

Stattdessen darf man beim SCP auf eine satte Transfereinnahme hoffen. Auch deshalb, weil sich der Marktwert von Vasiliadis wohl zeitnah nochmals vergrößern wird. Denn der im baden-württembergischen Auenwald geborene Sohn eines Griechen und einer Deutschen steht vor seinem Länderspieldebüt – für Griechenland.

Debüt wohl schon im November

Vasiliadis, der auch für Deutschland spielen könnte, hat sich laut “Kicker“ bereits für die griechische Nationalmannschaft entschieden, die im Hinblick auf die WM 2022 vor einem Neuaufbau steht. Und dabei spielt Vasiliadis in den Plänen des niederländischen Nationaltrainers John van’t Schip und des als Spieler in der Bundesliga aktiven Technischen Direktors Kostas Kontantinidis (Hertha BSC, 1. FC Köln, Hannover 96) offenbar eine große Rolle.

Sofern bis dahin alle Formalitäten erledigt sind, wird Vasiliadis wohl schon im griechischen Kader für die letzten Spiele in der EM 2020 Qualifikation Mitte November in Armenien und gegen Finnland stehen. Dabei freilich handelt es sich aus griechischer Sicht nur noch um bessere Freundschaftsspiele, ist die Quali für die Fußball EURO 2020 doch angesichts von sieben Punkten Rückstand auf Rang zwei nicht mehr möglich.

Auch interessant: EM 2020 Wettquoten 

Bulgariens Nationaltrainer Balakov zurückgetreten

Die 0:6-Niederlage der bulgarischen Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2020 gegen England und ihre Begleiterscheinungen haben weitreichende Folgen. Nachdem nur drei Punkte aus den ersten sechs Qualifikationsspielen die EM 2020 Teilnahme schon vor dem Heimspiel gegen die Three Lions unmöglich gemacht hatten, hat die Begegnung vom vergangenen Montag in Sofia nun gleich mehrfache personelle Konsequenzen gezeitigt.

Zunächst gab Ex-Nationaltorwart Borislav Mihaylov auch auf Druck der bulgarischen Regierung seinen Rücktritt als Präsident des Fußballverbandes, der von der Politik für die rassistischen Vorfälle am Rande der Begegnung gegen England verantwortlich gemacht wurde, bekannt.

https://twitter.com/SportingLifeFC/status/1185445725896753153

Balakov mit desaströser Bilanz

Die Ereignisse, die europaweit für Entrüstung sorgten, bewogen nun mit etwas Verspätung auch noch weitere Mitglieder der Verbandsführung, ihre Ämter niederzulegen. Das freilich ging etwas unter, denn nahezu zeitgleich erklärte auch Trainer Krassimir Balakov seinen Rücktritt. Der frühere Mittelfeldstar, der lange Jahre auch für den VfB Stuttgart aktiv und Teil des Magischen Dreiecks mit Giovane Elber und Fredi Bobic war, hatte im Nachgang des Spiels gegen England kein glückliches Bild abgegeben.

Obwohl die Begegnung wegen rassistischer Beleidigungen gegen dunkelhäutige englische Profis in der ersten Halbzeit zwei Mal unterbrochen wurde und kurz vor dem Abbruch stand, erklärte Balakov im Anschluss an die Partie, nichts von rassistischen Vorfällen mitbekommen zu haben. Balakov sah sich daraufhin öffentlich in den vergangenen Tagen heftiger Kritik ausgesetzt. Ob der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer, der sich mit etwas Verspätung dann doch noch per E-Mail bei der englischen Mannschaft entschuldigte, wegen des gewachsenen öffentliches Drucks die Brocken hingeworfen hat oder aber wegen der enttäuschenden sportlichen Entwicklung, ist offen.

Offiziell begründete der bulgarische Verband die Trennung von Balakov mit den “enttäuschenden Leistungen“ der Nationalelf in den letzten Monaten. Balakov hatte erst im Mai die Nachfolge seines ehemaligen Teamkollegen Petar Hubtchev angetreten, es aber nicht geschafft, der Mannschaft in die Erfolgsspur zu verhelfen. Stattdessen liest sich die Bilanz der kurzen Amtszeit Balakovs desaströs. Von fünf Spielen verlor Balakov vier und kam lediglich in Montenegro zu einem torlosen Unentschieden. Über die EM-Quali wird es also mit einer Endrundenteilnahme nicht mehr klappen, dafür wären die Bulgaren aber nach aktuellem Stand in den EM Playoffs 2020 spielberechtigt.

Zuschauerausschluss droht

Vor allem die Art und Weise der Niederlage gegen England dürfte sowohl Balakov als auch den Verantwortlichen zu denken gegeben haben. Wer nun im November im abschließenden Qualifikationsspiel zu Hause gegen Tschechien auf der Bank Platz nehmen wird, ist offen. Sehr wahrscheinlich ist indes, dass die Begegnung nach den Vorfällen der vergangenen Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden muss.

Die UEFA hat in jedem Fall Ermittlungen gegen den bulgarischen Verband eingeleitet, dem analog zu ähnlichen Vorfällen in anderen Ländern wie unter anderem der Slowakei neben einer Geldstrafe auch ein Zuschauerausschluss droht. Die Bedingungen für einen Neustart, unter welchem Trainer auch immer, könnten jedenfalls definitiv deutlich besser sein.

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Nübel bereits im Blickfeld von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke

Zwischen den Länderspielen im September und Oktober war der Zweikampf im Tor der deutschen Nationalmannschaft ein großes Thema. Marc-Andre ter Stegen machte kein Geheimnis aus seiner Unzufriedenheit mit der Rolle als Nummer zwei hinter Manuel Neuer, wird sich freilich mindestens bis zur Europameisterschaft 2020 damit abfinden müssen. Immerhin durfte ter Stegen nun im Testspiel gegen Argentinien wieder einmal über 90 Minuten im Nationaltrikot ran und sich zeigen.

Leno und Trapp in zweiter bzw. dritter Reihe

Unabhängig davon, ob Neuer seine Länderspielkarriere auch nach der EM 2020 fortsetzt oder seine Handschuhe zumindest beim DFB dann an den Nagel hängt, muss man sich im deutschen Fußball unverändert keine Sorgen um die Qualität zwischen den Pfosten machen. Denn hinter Neuer und ter Stegen warten mit Bernd Leno (FC Arsenal) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) noch zwei weitere Schlussleute schon seit längerem auf ihre Chance im DFB-Trikot, die sich mutmaßlich aber im Hinblick auf einen Stammplatz eher nicht bieten wird.

Zum einen ist ter Stegen jünger als Trapp und Leno, zum anderen steht schon der nächste Torwart mit sehr großem Potential in den Startlöchern. Alexander Nübel ist zwar erst seit einem knappen Jahr die Nummer eins beim FC Schalke 04, hat sich aber in Windeseile zu einem der herausragenden Keeper der Bundesliga entwickelt.

Im Juni stand Nübel noch bei der U21-Europameisterschaft im deutschen Tor und darf nun darauf hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft auch im Kader der A-Nationalelf aufzutauchen. Denn Bundestorwarttrainer Andreas Köpke machte nun gegenüber der “Süddeutschen Zeitung“ keinen Hehl daraus, den 23 Jahre alten Schalker bereits “im Blick“ zu haben.

Köpke mit viel Lob für Nübel

Köpke zeigte sich desweiteren voll des Lobes über Nübel, obwohl dieser gerade 27 Bundesliga-Spiele absolviert hat: „Es ist schon sehr, sehr stark, wie er gefühlt aus dem Nichts gekommen ist. Das ging von Null auf Hundert, und er spielt, als ob er schon ewig da spielen würde. Er verliert scheinbar nie die Ruhe“, so der einstige Nationaltorwart, der allerdings auch betonte, im Moment “keine Notwendigkeit“ zu sehen, konkret über Nübels Berufung nachzudenken.

Nach der EM 2020 könnte Nübel aber nach jetzigem Stand eine Rolle spielen, sofern Neuer dann tatsächlich Abschied von der Nationalmannschaft nimmt. Dann ist auch geklärt, wie es für den Torwart auf Vereinsebene weitergeht. Schon seit geraumer Zeit bemüht sich der FC Schalke 04 um eine Verlängerung von Nübels 2020 auslaufendem Vertrag, der aber wohl mit dem FC Bayern München sehr große Konkurrenz hat.

Aktuell ist nicht ausgeschlossen, dass Schalke nach Leon Goretzka wieder einen Leistungsträger in Richtung München verliert. Dort freilich müsste sich Nübel dem Konkurrenzkampf mit Neuer stellen und regelmäßige Einsätze wären kaum garantiert. Letztere wären aber zwingend nötig, um in Sachen Nationalmannschaft Eigenwerbung zu betreiben.

>> Hier alles zur EM Gruppenauslosung 2020

Frankreich: Kommt Lucas Hernandez? Hugo Lloris verletzt

Am Freitag auf Island und am Montag zu Hause gegen die Türkei hat französische Nationalmannschaft die beiden womöglich vorentscheidenden Spiele in der Qualifikation für die EM 2020 vor der Brust. Der Weltmeister, der an den ersten sechs Spieltagen bei einer Niederlage in der Türkei (0:2) fünf Siege eingefahren hat, darf sich angesichts der punktgleichen Türken und der auch nur mit drei Zählern Rückstand lauernden isländischen Mannschaft maximal einen Ausrutscher erlauben, könnte indes mit zwei Siegen auch schon vorzeitig das EM-Ticket lösen.

Paul Pogba fehlt den Franzosen

Trainer Didier Deschamps berief für die beiden Partien einen 23 Spieler umfassenden Kader, in dem allerdings Paul Pogba fehlt. Der Mittelfeldspieler plagt sich mit Sprunggelenksproblemen herum und wurde deshalb nicht nominiert, konnte indes zuletzt im Training von Manchester United auch nur wenig Eigenwerbung betreiben.

Während Pogba nun ausfällt, kehren die im September fehlenden Leistungsträger N’Golo Kante und Kylian Mbappe nach auskurierten Verletzungen ins Frankreich-Trikot zurück. Unterdessen profitiert Presnel Kimpembe davon, dass mit Samuel Umtiti und Aymeric Laporte zwei Innenverteidigung ausfallen.

Wohl auch deshalb will Trainer Deschamps nicht von vornherein auch auf Lucas Hernandez verzichten. Der Defensivmann, der sowohl links als auch innen verteidigen kann, wurde trotz einer Knieblessur, die einen Einsatz im Trikot des FC Bayern München in der Champions League bei Tottenham Hotspur und am Wochenende gegen die TSG 1899 Hoffenheim verhindert hat, nominiert.

https://twitter.com/equipedefrance/status/1179728946365190146

Kein Risiko bei Hernandez

In München war man deshalb nachvollziehbarerweise nicht begeistert, doch Deschamps bemühte sich im Wissen um die Befindlichkeiten eines Vereinstrainers, bei Hernandez nichts riskieren zu wollen. “Es stehen zwei wichtige Spiele an und ich brauche alle meine Spieler“, rechtfertigte Deschamps zwar einerseits die Nominierung des 23-Jährigen, betonte aber auch, „weder Niko Kovac noch die Bayern ärgern“ damit ärgern zu wollen.

Vielmehr versicherte Deschamps, einen möglichen Einsatz vom Gesundheitszustand des Verteidigers abhängig machen zu wollen: „Er wollte kommen und am Montag werden wir dann weitersehen. Aber natürlich werde ich kein Risiko eingehen.“ Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic kündigte unterdessen an, dass letztlich die Mediziner entscheiden werden, der Verein dem französischen Verband aber mitteilen werde, “dass es dem Spieler nicht gut geht, dass er verletzt ist.“

Am Wochenende ereilte den französischen Verband mit der mutmaßlich schweren Armverletzung von Torwart und Kapitän Hugo Lloris, der beim 0:3 mit Tottenham Hotspur bei Brighton & Hove Albion mit der Trage vom Platz gebracht werden musste, eine weitere Hiobsbotschaft. Lloris wird wohl länger ausfallen und in den anstehenden Länderspielen von Alphonse Areola vertreten.

Frankreich liegt aktuell hinter der Türkei punktgleich mit 15 Zählern auf Rang 2. Die beiden besten Nationen einer jeden Gruppe qualifizieren sich für die Fußball Europameisterschaft 2020.

Der am Freitag bekannt gegebene Kader Frankreichs im Überblick:

Tor: Alphonse Areola (Real Madrid), Hugo Lloris (Tottenham Hotspur), Steve Mandanda (Olympique Marseille)

Abwehr: Lucas Digne (FC Everton), Leo Dubois (Olympique Lyon), Lucas Hernandez (FC Bayern München), Presnel Kimpembe (Paris Saint-Germain), Clement Lenglet (FC Barcelona), Benjamin Pavard (FC Bayern München), Raphael Varane (Real Madrid), Kurt Zouma (FC Chelsea)

Mittelfeld: N’Golo Kante (FC Chelsea), Blaise Matuidi (Juventus Turin), Tanguy Ndombele, Moussa Sissoko (beide Tottenham Hotspur), Corentin Tolisso (FC Bayern München), Thomas Lemar (Atletico Madrid)

Sturm: Wissam Ben Yedder (AS Monaco), Kingsley Coman (FC Bayern München), Olivier Giroud (FC Chelsea), Antoine Griezmann (FC Barcelona), Jonathan Ikone (OSCLille), Kylian Mbappe (Paris Saint-Germain)

Deutsche U21: Stefan Kuntz nur mit einer Änderung im Kader

Nach einem erfolgreichen Start der nahezu komplett neuformierten deutschen U21-Nationalmannschaft geht es für Auswahl von Trainer Stefan Kuntz im Oktober mit den nächsten beiden Länderspielen weiter. Dem 2:0-Erfolg im Testspiel gegen Griechenland sowie dem 5:1-Traumauftakt in Wales in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2021 in Slowenien und Ungarn trifft die deutsche U21 nun zunächst am 10. Oktober in einem hochkarätigen Fußball Freundschaftsspiel auf Spanien und dann fünf Tage später am 15. Oktober am zweiten Spieltag der EM-Quali auf Bosnien-Herzegowina.

Vagnoman ersetzt Beyer

Dass Kuntz mit den Leistungen im September zufrieden war, ließ sich nicht nur anhand der Ergebnisse ablesen, sondern ist auch jetzt daran zu erkennen, dass es im 23-köpfigen Kader nur eine einzige Änderung gibt. Anstelle von Jordan Beyer im DFB-Trikot (Borussia Mönchengladbach) wurde Josha Vagnoman nominiert, der in den letzten Wochen auf der rechten Abwehrseite des Hamburger SV zur Stammkraft avanciert ist und in der 2. Bundesliga mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen konnte.

Beyer, der wie Vagnoman als Jahrgang 2000 auch noch in der U20 eingesetzt werden darf, soll diesmal eine Altersklasse niedriger zum Zug kommen. Ein Wechselspiel, dass in Zukunft noch öfter angewendet werden soll, wie Kuntz auf der Webseite des DFB erklärte. “Diesen fließenden Übergang zwischen der U 20- und U 21-Nationalmannschaft wollen wir in den nächsten Länderspielphasen häufiger handhaben. Bei Spielern, die für beide Teams spielberechtigt sind, schauen wir, wem wir – wie jetzt bei Jordan Beyer – in der U 20 noch mal zu mehr Spielanteilen verhelfen können, um die Entwicklung des Spielers zu fördern.“

Wichtiger ist im Hinblick auf die EM-Qualifikation zwar sicherlich die Partie in Bosnien-Herzegowina, doch den Test gegen Spanien geht man im Lager des DFB mit voller Konzentration an – natürlich auch deshalb, weil es sich um die Neuauflage des EM-Finales vom Juni handelt, als Spanien mit 2:1 das bessere Ende für sich hatte. Nun haben beide Mannschaften zwar ein ganz anderes Gesicht, aber dennoch verspricht sich Kuntz “einen Test auf ganz hohem Niveau.“

Das Aufgebot der deutschen U21 für die Spiele im Oktober

Tor: Eike Bansen (SV Zulte-Waregem), Lennart Grill (1. FC Kaiserslautern), Markus Schubert (FC Schalke 04)

Abwehr: Felix Agu (VfL Osnabrück), Maxime Awoudja (VfB Stuttgart), Josha Vagnoman (Hamburger SV), Julian Chabot (Sampdoria Genua), Tim Handwerker (1. FC Nürnberg), Luca Kilian (SC Paderborn), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg)

Mittelfeld: Ridle Baku (FSV Mainz 05), Dzenis Burnic (Dynamo Dresden), Niklas Dorsch (1. FC Heidenheim), Adrian Fein (Hamburger SV), Dennis Geiger (TSG 1899 Hoffenheim), Salih Özcan (Holstein Kiel), Vitaly Janelt (VfL Bochum)

Sturm: Makana Baku (Holstein Kiel), Johannes Eggestein (Werder Bremen), Robin Hack (1. FC Nürnberg), Mats Köhlert (Willem II), Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg), Janni Serra (Holstein Kiel)

>> Hier alles zur EURO 2020 erfahren

Linksverteidiger Robin Gosens hofft auf die Nationalmannschaft

Ob Nico Schulz seinen Platz auf der linken Abwehrseite der deutschen Nationalmannschaft nach der 2:4-Niederlage in der EM-Qualifikation 2020 gegen die Niederlande ohne die dabei erlittene Sprunggelenksverletzung behalten hätte, weiß wohl nur Bundestrainer Joachim Löw. Doch weil Schulz nach der Pleite von Hamburg für das anschließende Gastspiel in Nordirland ausfiel, war eine Umstellung unvermeidlich.

Linksverteidiger-Position: Halstenberg wohl erstmal im Vorteil

Löw hatte mit Marcel Halstenberg von RB Leipzig und Jonas Hector zwei weitere Linksverteidiger im DFB-Trikot zur Auswahl. Der weitaus weniger erfahrene Halstenberg erhielt den Zuschlag und rechtfertigte das Vertrauen mit dem Treffer zur 1:0-Führung in Nordirland. Beim 2:0-Erfolg in Belfast absolvierte der 27-Jährige ansonsten ein solides, viertes Länderspiel und dürfte nun auf der linken Abwehrseite erst einmal die Nase vorne haben, zumal Schulz vermutlich für die Länderspiele im Oktober gegen Argentinien (Internationales Testspiel am 9.10.) und in Estland (13.10.) nicht rechtzeitig fit wird.

Hector, der in der vergangenen Saison zeitweise gar nicht mehr berufen wurde und nach dem Wiederaufstieg mit dem 1. FC Köln auch im neuen Spieljahr nur bedingt überzeugen konnte, scheint unterdessen über seinen Zenit hinaus und könnte auf absehbare Zeit noch einen weiteren Konkurrenten erhalten.

Denn in Italien macht seit geraumer Zeit Robin Gosens auf sich aufmerksam, der als Profi noch nie in Deutschland aktiv war, aber über einen Umweg über die Niederlande sogar den Sprung in die Champions League geschafft hat.  Mit Atalanta Bergamo läuft der 25-Jährige, der 2017 nach insgesamt fünf Jahren in den Niederlanden von Heracles Almelo nach Bergamo gekommen ist, in dieser Saison erstmals in der Königsklasse auf und das als absoluter Stammspieler.

Zwar verlief der Auftakt bei Dinamo Zagreb aus Sicht der Italiener mit einer 0:4-Niederlage alles andere als planmäßig, doch die neuen internationalen Erfahrungen dürften Gosens‘ Chancen in der Nationalmannschaft zumindest nicht mindern.

System als Pluspunkt für Gosens?

Im Interview mit “t-online.de“ erklärte Gosens zwar, vom DFB noch kein Signal bekommen, die Nationalmannschaft aber durchaus im Hinterkopf zu haben: “Natürlich ist das mittlerweile auch ein Fernziel von mir geworden, das sage ich ganz offen.“ Die mit Schulz, Halstenberg und Hector recht große Konkurrenz schreckt den an der deutsch-niederländischen Grenze in Emmerich geborenen Außenbahnspieler dabei nicht.

“Natürlich weiß ich, dass die Position links in der Nationalmannschaft lange eine Problemstelle war und es aktuell ein paar Spieler gibt. Aber gerade mit der großen Saison, die wir gerade angefangen haben, und mit dem neuen System, das Bundestrainer Joachim Löw spielen lässt…“

Dass Löw verstärkt auf eine mit Innenverteidigern besetzte Dreierkette sowie zwei offensive Außenverteidiger davor setzt, wertet Gosens nicht von ungefähr als Vorteil in eigener Sache. Schließlich handelt es sich bei jenem 3-5-2 um das Erfolgssystem Bergamos, das Gosens bestens kennt: “Dieses System mit hohen Außenverteidigern wäre genau auf mich zugeschnitten, da ich das ja auch ständig im Verein spiele“, so Gosens, der sich in diesem Zusammenhang auch durchaus selbstbewusst zeigt: “Es ist schon ein ganz konkretes Ziel von mir, mich für die Nationalmannschaft zu empfehlen, und das kann ich nur über Leistung machen. Ich brauche mich vor niemandem verstecken.“

Bleibt abzuwarten, ob der Bundestrainer diese Sichtweise teilt und Gosens, vielleicht ja in Abwesenheit von Schulz schon im Oktober, eine Chance erhält. Ansonsten bliebe sicherlich die Fußball EURO 2020 das große Ziel.

>> Zu den EM 2020 Quoten

Kevin Volland hakt die Nationalmannschaft weitgehend ab

Gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) hat die deutsche Nationalmannschaft in der Fußball EM 2020 Quali zwar jeweils zwei Tore erzielt, insgesamt aber im Offensivspiel nicht überzeugen können. Serge Gnabry, der in beiden Partien traf, war zwar sicherlich ein Lichtblick, doch mit Marco Reus und Timo Werner fielen die beiden anderen in der Dreier-Offensive aufgebotenen Akteure sowohl gegen die Niederlande als auch in Nordirland ab.

Reus und Werner konnten die im Verein bei Borussia Dortmund bzw. RB Leipzig meist herausragenden Leistungen nicht bestätigen und müssen in dieser Verfassung jeweils um ihre Plätze bangen. Insbesondere im Hinblick auf die EURO 2020, bei der Leroy Sane nach seinem Anfang August erlittenen Kreuzbandanriss wieder zur Verfügung stehen und in Normalform gesetzt sein sollte.

Julian Brandt und je nach Grundordnung auch Kai Havertz sind weitere Akteure, die um die Plätze in der Offensive im Deutschland Fußball Trikot kämpfen. Der zuletzt erstmals nominierte Luca Waldschmidt und der verletzungsbedingt in den jüngsten Partien fehlende Julian Draxler runden die aktuelle Auswahl in der Abteilung Attacke ab, die freilich auch noch erweitert werden könnte.

Volland letztmals im November 2016 dabei

Allerdings mutmaßlich nicht durch Kevin Volland, der zwar bei Bayer Leverkusen seit Monaten zu den Schlüsselspielern zählt und als Torschütze sowie Vorbereiter regelmäßig Akzente setzt. Der 27-Jährige, der im November 2016 beim 1:1 gegen Italien sein zehntes und bislang letztes Länderspiel bestritten hat, genießt bei Bundestrainer Joachim Löw aber offenkundig nicht die höchste Wertschätzung.

Das spürt auch Volland selbst, der nun im “Kicker“ recht deutlich machte, nach knapp drei Jahren ohne Berufung nicht mehr an eine Zukunft in der Nationalmannschaft zu glauben: “Es gab natürlich ein paar Momente, in denen man der Auffassung ist, von der Leistung her könnte der Bundestrainer einen schon mitnehmen. Und dann war es doch nicht so. Und dann ist es auch abgehakt für mich.“

Champions League als Prüfstein

Wirklich beeinträchtigt fühlt sich Volland durch die Nichtberücksichtigung beim DFB indes nicht, sondern geht stattdessen in seiner Führungsrolle im Verein auf: “Was soll ich machen? Ich gebe Gas, versuche, mit meiner Mannschaft alles rauszuholen. Mir macht es hier in Leverkusen riesig Spaß. Und solange das der Fall ist und mich das Thema nicht belastet, ist bei mir alles okay.“

Sofern Volland, der sein einziges Länderspieltor ebenfalls im November 2016 beim 8:0 in San Marino erzielt hat, in Leverkusen weiter mit Leistung vorangeht und möglicherweise auch in der Champions League in den Duellen mit Juventus Turin und Atletico Madrid überzeugen kann, wird der Name des durchschlagkräftigen Angreifers aber sicherlich immer wieder auch in Zusammenhang mit der Nationalmannschaft genannt werden. Erst recht, wenn die DFB-Elf auch in den nächsten Länderspielen im Spiel nach vorne Probleme offenbaren sollte.

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