WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Slowakei-Teamchef Kozak zurückgetreten

Nach der verpassten WM 2018 hat die Slowakei mit einem deutlichen 3:0-Sieg im Testspiel gegen Dänemark Anfang September einen vielversprechenden Start in die neue Länderspielsaison hingelegt, der in der Folge aber nicht bestätigt werden konnte. Vielmehr verpatzte die slowakische Auswahl den Auftakt in der neuen UEFA Nations League vier Tage nach dem Erfolg über Dänemark mit einer 0:1-Niederlage in der Ukraine und steht nun nach der 1:2-Heimpleite am Samstag im Bruderduell gegen Tschechien vor dem Abstieg aus der Division B.

Im Heimspiel gegen die Ukraine am 16. November und drei Tage später in Prag gegen Tschechien könnten in Abhängigkeit vom direkten Duell der beiden Gruppengegner am Dienstagabend sogar zwei Siege nötig sein, um den Abstieg noch vermeiden zu können. Dann wird Jan Kozak nicht mehr auf der Trainerbank Platz nehmen, denn der slowakische Coach ist nach der Pleite gegen Tschechien zurückgetreten.

Stefan Tarkovic als Interimscoach

Wie der slowakische Verband SFZ am Sonntag mitteilte, hat Kozak sein Amt nach fünf durchaus erfolgreichen Jahren auf eigenen Wunsch niedergelegt und wird schon am Dienstag beim Freundschaftsspiel gegen Schweden nicht mehr das Kommando führen. Der Verband bezeichnete den Entschluss des 64-Jährigen als “überraschende Entscheidung“, die nun für die Verantwortlichen die Aufgabe mit sich bringt, einen passenden Nachfolger zu finden. Gegen Schweden wird nun zunächst der bisherige Co-Trainer Stefan Tarkovic interimsweise als Chefcoach fungieren. Konkrete Kandidaten für die Nachfolge gibt es ansonsten noch keine.

Kozak, der zu aktiven Zeiten zwischen 1976 und 1984 55 Länderspiele für die Tschechoslowakei absolvierte, hat seinen Dienst als Nationaltrainer nach einer zuvor eher überschaubaren Trainerkarriere in der heimischen Liga im Juli 2013 angetreten und mit der Qualifikation für die EM 2016 den bislang größten Erfolg in der Geschichte des seit der Aufspaltung der Tschechoslowakei im Jahr 1993 eigenständigen Verbandes erreicht. Bei der Endrunde in Frankreich gelang dann sogar der Sprung ins Achtelfinale, wo allerdings mit einem 0:3 gegen Deutschland Schluss war.

WM 2018 knapp verpasst

Auch wegen dieser Erfahrung geriet die Qualifikation zur WM 2018 zu einer Enttäuschung. Zwar wurde die Slowakei hinter England und vor Schottland, Slowenien, Malta und Litauen Gruppenzweiter, belegte allerdings im Ranking der Gruppenzweiten den letzten Platz und erhielt so nicht die Gelegenheit, in Play-offs doch noch das WM-Ticket zu lösen.

Das EM-Achtelfinale hat nun in Kombination mit einem etwa mit Marek Hamsik, Stanislav Lobotka oder Milan Skriniar hochkarätig besetzten Kader die Erwartungen an die slowakische Auswahl fraglos wachsen lassen. Die EM 2020 soll auf jeden Fall erreicht werden, wobei das nach jetzigem Stand schwache Abschneiden in der Nations League einen schwierige Qualifikationsgruppe zur Folge haben könnte. Möglicherweise ist der Rücktritt Kozaks auch mit Blick darauf zu sehen.

Aleksandr Kokorin und Pavel Mamaev droht Haftstrafe

Die russische Nationalmannschaft hat den Schwung aus der mit dem Viertelfinal-Einzug überraschend positiv verlaufenen WM 2018 mit in die neue Länderspielsaison genommen. Anfang September siegte die Sbornaja zum Auftakt der UEFA Nations League mit 2:1 in der Türkei und ließ danach einen 5:1-Testspielerfolg über Tschechien folgen.

Am Donnerstagabend trifft Russland nun in der Nations League zu Hause auf Schweden und könnte mit einem erneuten Dreier schon einen sehr großen Schritt in Richtung Gruppensieg machen. Allerdings ist die Partie gegen das Drei-Kronen-Team in der öffentlichen Wahrnehmung aktuell etwas in den Hintergrund getreten. Denn die Schlagzeilen bezüglich des russischen Fußballs werden momentan von den Nationalspielern Aleksandr Kokorin und Pavel Mamaev dominiert, denen nach einer Festnahme in Folge einer Schlägerei nun sogar eine Haftstrafe drohen könnte.

Sportminister Pavel Kolobkov kündigt Konsequenzen an

Kokorin und Mamaev wird vorgeworfen, am Montag in einem Café und in einem Restaurant mehrere Menschen attackiert und dabei verletzt zu haben. Unter anderem wurde dabei ein zunächst unbeteiligter Mann, der lediglich schlichtend eingreifen wollte, angegriffen, der anschließend mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auch vor dem Fahrer einer Fernsehmoderatorin sollen die beiden Nationalspieler nicht Halt gemacht haben.
Nach Berichten russischer Medien haben sich Kokorin und Mamaev später selbst der Polizei gestellt. Allerdings soll Kokorin dabei eine Frist missachtet haben, wodurch zwischenzeitlich eine Aufnahme auf die Fahndungsliste der Polizei drohte.

Ungeachtet der noch offenen strafrechtlichen Konsequenzen müssen Kokorin und Mamaev mit dem Ausschluss aus der russischen Nationalmannschaft rechnen. Russlands Sportminister Pavel Kolobkov hat in jedem Fall schon harte Konsequenzen angekündigt und aktuell scheint schwer vorstellbar, dass beide noch einmal das Trikot der Sbornaja tragen werden. Auch deshalb nicht, weil es nicht zum ersten Mal der Fall war, dass Kokorin und Mamaev für Negativschlagzeilen sorgten. So sollen beide nach dem enttäuschenden Aus Russlands bei der EM 2016 bei einer Party in Monaco Champagner im Wert von 250.000 Euro bestellt haben.

Kokorin mit guter Bilanz im Nationalteam

Der für den FK Krasnodar aktive Mittelfeldspieler Mamaev, der es bislang auf 15 Länderspiele bringt, fehlte bei der WM 2018 aus Leistungsgründen im Kader. Kokorin hätte dem Aufgebot hingegen wohl angehört, musste allerdings wegen eines Kreuzbandrisses passen. Der 27 Jahre alte Angreifer von Zenit St. Petersburg, der in 48 Länderspielen zwölf Tore erzielt hat, wäre aus sportlicher Sicht sicherlich der größere Verlust für die Nationalmannschaft als Mamaev.
Wann eine Entscheidung bekannt gegeben wird, ist offen. Der russische Fußballverband will sich diesbezüglich zunächst mit den Vereinen der beiden Profis absprechen. Zu den EM 2020 Stadien wo mit St. Petersburg  auch ein russischer Vertreter dabei ist, geht es übrigens hier.

FC Schalke 04: Vier Spieler nicht zur Nationalmannschaft

Nach dem völlig verpatzten Start in die Saison mit fünf Niederlagen hat der FC Schalke 04 inzwischen offenkundig in die Spur gefunden. Vergangene Woche platzte bei den Königsblauen zunächst mit einem 1:0-Heimerfolg gegen den 1. FSV Mainz 05 der Knoten, bevor auch in der Champions League bei Lokomotive Moskau mit dem gleichen Ergebnis gewonnen wurde. Und schließlich ließ die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco am Wochenende bei Fortuna Düsseldorf einen 2:0-Sieg folgen, der eine perfekte Woche abrundete.

Nachdem die Erfolgsspur offenkundig wiedergefunden wurde, kommt die Länderspielpause, wo natürlich auch die UEFA Nations League eine große Rolle spielt, für Schalke nun nicht zu einem optimalem Zeitpunkt. Auch deshalb nicht, weil die Knappen zahlreiche Akteure für ihre Auswahlmannschaften abstellen müssen und abzuwarten bleibt, in welchem Zustand die Rückkehr erfolgt.

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Allerdings sind nicht alle Schalker Nationalspieler auch wirklich unterwegs. Während schon länger klar war, dass Amine Harit aufgrund eines Muskelfaserrisses nicht zur Auswahl Marokkos reisen würde, sagten nach der Partie in Düsseldorf drei weitere Profis ihren Auswahltrainern ab.

McKennie, Serdar und Embolo sagen ab

Weston McKennie, der in Moskau und in Düsseldorf seine beiden ersten Profi-Tore erzielte, wird der USA in den Spielen gegen Peru und Kolumbien fehlen. Der 20 Jahre alte Mittelfeldmann laboriert an Adduktorenproblemen und bleibt deshalb ebenso in Gelsenkirchen wie Suat Serdar, der aufgrund einer Sehnenreizung im Knie in den Spielen gegen Norwegen und Irland nicht für die deutsche U21 auflaufen wird. Außerdem muss Breel Embolo für die Spiele der Schweiz gegen Belgien und Island passen. Der Angreifer hat sich in Moskau eine Schulterverletzung zugezogen und stand auch in Düsseldorf nicht im Kader.

Noch offen ist unterdessen, ob der vom senegalesischen Fußballverband angeforderte Salif Sane seinen nationalen Pflichten nachkommen wird. Dem Innenverteidiger macht eine Oberschenkelzerrung zu schaffen, die eigentlich eine Pause sinnvoll erscheinen lassen würde. Der FC Schalke will sich nun zeitnah dazu äußern, ob Sane zu seiner Nationalmannschaft reist oder nicht. Weil nach der Länderspielpause wieder ein sehr intensives Programm mit drei direkt aufeinanderfolgenden englischen Wochen wartet, hätte man auf Schalke indes wohl kaum etwas dagegen, wenn Sane seine Blessur gänzlich auskurieren würde.

Neun Schalker sind auf Reisen

Neun andere Schalker wird man unterdessen in den kommenden Tagen vergeblich in Gelsenkirchen suchen. Während Sebastian Rudy und der etwas überraschend erstmals nominierte Mark Uth mit der deutschen Nationalmannschaft in die Niederlande und nach Frankreich reisen, gehören Alexander Nübel und Cedric Teuchert dem Kader der U21 an.

Außerdem sind die beiden Österreicher Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf, Nabil Bentaleb (Algerien), Yevhen Konoplyanka (Ukraine) und Hamza Mendyl (Marokko) unterwegs. Hier geht es zu den EM 2020 Wettquoten.

Deutschland: Reus fehlt bei Länderspielen

Nach dem mit einem 0:0 zum Auftakt der UEFA Nations League gegen Frankreich und einem mühsamen 2:1-Sieg über Peru eher durchwachsenen Start in die neue Länderspielsaison stehen für die deutsche Nationalmannschaft in der kommenden Woche zwei echte Herausforderungen auf dem Programm. Die Spieler im Deutschland Trikot gastieren im Rahmen der Nations League zunächst am Samstag (13. Oktober) in den Niederlanden und drei Tage später zum Rückspiel in Frankreich.

Zwei Niederlagen sollte sich die DFB-Auswahl dann besser nicht leisten, um nicht Gefahr zu laufen, aus der Division A der Nations League abzusteigen. Noch bevor sich die Nationalmannschaft am Dienstag in Berlin zur Vorbereitung auf die beiden Partien trifft, musste Bundestrainer Joachim Löw aber eine weitere Hiobsbotschaft hinnehmen.

Vorsichtsmaßnahme bei Reus

Nach Ilkay Gündogan, der sich vergangene Woche beim Champions-League-Match von Manchester City bei der TSG 1899 Hoffenheim eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat und dem an einer Schultereckgelenksprellung laborierenden Nils Petersen fällt auch Marco Reus für die beiden Partien aus. Der Anfang September gegen Frankreich und Peru mit wenig Erfolg als vorderste Spitze ausprobierte Offensivmann klagte nach dem 4:3-Sieg mit Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg am Samstag über Knieprobleme und sagte die Reise zur Nationalmannschaft deshalb ab. Von Seiten des BVB konnte aber rasch Entwarnung gegeben werden. Bei eingehenden Untersuchungen samt MRT wurde am Sonntag keine Verletzung festgestellt.

Die Absage für die Länderspiele ist somit als reine Vorsichtsmaßnahme zu werten, die freilich nicht unbegründet ist. Denn nachdem Reus in der Vergangenheit mehrfach von schweren Verletzungen ausgebremst wurde, hat der 29-Jährige in der laufenden Saison alle zehn Pflichtspiele des BVB bestritten und neun davon sogar über die kompletten 90 Minuten. Die Kniebeschwerden werden nun als Reaktion auf die hohe Belastung gewertet und erfordern nach allgemeiner Einschätzung eine umfassendere Regeneration in den kommenden Tagen als es bei der Nationalmannschaft mit zwei Länderspieleinsätzen der Fall wäre.

Boateng fehlt dem FC Bayern krankheitsbedingt

Reus könnte indes nicht der letzte kurzfristige Ausfall bleiben, den Bundestrainer Löw verkraften muss. Während noch abgewartet werden muss, wie Jonas Hector das Montagsspiel mit dem 1. FC Köln gegen den MSV Duisburg verkraftet, steht auch noch ein Fragezeichen hinter Jerome Boateng.

Der Innenverteidiger fehlte bei der überraschenden 0:3-Heimniederlage des FC Bayern München am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach aufgrund einer fiebrigen Erkältung gänzlich im Kader. Aktuell scheint ein Einsatz am Samstag in den Niederlanden zwar nicht gefährdet, doch ob Boateng bis zum Treffpunkt der Nationalmannschaft am Dienstag wieder voll bei Kräften ist, bleibt abzuwarten. Danach dürfte der Verlauf der Woche entscheidet, ob es für den 30-Jährigen für die Startelf reicht. Wie es bei der EM 2020 Qualifikation weitergeht ist hier nachzulesen.

England: Gareth Southgate verlängert

Nach dem vierten Platz bei der WM 2018 in Russland hat der Start ins neue Länderspieljahr Fans und Verantwortlichen der englischen Nationalmannschaft deutlich gemacht, noch nicht ganz auf dem absoluten Top-Level angekommen zu sein. Einer starken spanischen Auswahl unterlagen die Three Lions zum Auftakt der UEFA Nations League zu Hause mit 1:2, ließen dieser Niederlage aber einen 1:0-Testspielsieg gegen die Schweiz folgen.

Insgesamt ist die Entwicklung der englischen Mannschaft definitiv positiv. Vor den anstehenden Auswärtsspielen in der Nations League in Kroatien (12. Oktober) und Spanien (15. Oktober) hat der englische Fußball-Verband (FA) dem Aufwärtstrend nun Rechnung getragen und den Vertrag mit Trainer Gareth Southgate bis zur WM 2022 verlängert.

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FA-Boss Martin Glenn teilte die Ausdehnung von Southgates bislang bis 2020 befristeten Arbeitspapier im Rahmen einer Pressekonferenz mit und sparte dabei nicht mit Lob für den ehemaligen Nationalspieler, der seit Herbst 2016 im Amt ist. „Er hat Herausragendes geleistet und jedem den Glauben zurückgegeben, dass England auf Top-Niveau mithalten kann. Gareth ist der perfekte Mann für diesen Job. Ich glaube, dass wir in der Zukunft eine WM gewinnen können.“

Der 48 Jahre alte Southgate, der den Job des Nationaltrainers als “unglaubliches Privileg und eine wirkliche Ehre“ bezeichnete, erhält nach Informationen des “Guardian“ statt der bisherigen zwei Millionen Euro nach der Unterschrift unter den neuen Kontrakt nun 3,4 Millionen Euro pro Jahr. (Zu den EM 2020 Songs geht es übrigens hier).

Nach der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung mit dem Coach veröffentlichte die FA auch den Kader für die Länderspiele in Kroatien und Spanien. Mit dabei sind drei Neulinge, die mittel- bis langfristig als Hoffnungsträger dienen, nun aber erst einmal erste Erfahrungen bei den Three Lions sammeln sollen.

Jadon Sancho (Borussia Dortmund): Der erst 18 Jahre alte Flügelspieler, der einen für einen englischen Nachwuchsspieler ungewöhnlichen Weg über Deutschland geht, hat bereits in der vergangenen Spielzeit seine Qualitäten angedeutet und ist in den letzten Wochen richtig durchgestartet. 130 Einsatzminuten genügten Sancho, um in der Bundesliga ein Tor und sechs Vorlagen zu verbuchen. In der Champions League durfte Sancho zweimal von Beginn an ran und kam dabei auf einen Assist. Längst steht der Youngster, der gerade bis 2022 beim BVB verlängert hat, auch im Blickpunkt anderer Vereine. Das bevorstehende Nationalmannschaftsdebüt dürfte Sanchos Marktwert noch weiter erhöhen.

James Maddison (Leicester City): Bemerkenswerte 25 Millionen Euro überwies Leicester City im Sommer an Norwich City für einen der herausragenden Akteure in der Championship. Und der 21-jährige Maddison hat seine Qualitäten direkt auch in der Premier League unter Beweis gestellt. Nach sieben Einsätzen stehen drei Tore und zwei Vorlagen auf der Habenseite. Zuletzt kam Maddison, der sich hinter den Spitzen am wohlsten fühlt, im linken Mittelfeld zum Einsatz und überzeugte auch dort.

Mason Mount (Derby County): Eigentlich beim FC Chelsea unter Vertrag hat Mason Mount vergangene Saison als Leihspieler bei Vitesse Arnheim mit acht Toren und neun Vorlagen in der niederländischen Ehrendivision auf sich aufmerksam gemacht. Nun verliehen die Blues den 19-Jährigen, der sich wie Maddison im offensiven Mittelfeld am wohlsten fühlt, zu Derby County in de zweite Liga. Mit fünf Toren und einer Vorlage in 14 Pflichtspielen benötigte der schon mit sechs Jahren zu Chelsea gekommene Youngster auch dort keine lange Anlaufzeit und darf sich nun im Umfeld der Nationalmannschaft zeigen.

Russland: Akinfeev tritt zurück

Rund drei Monate nach dem Sieg im Achtelfinale der WM 2018 über Spanien, das ihn mit zwei gehaltenen Elfmetern und einigen Paraden in den 120 Minuten zuvor zum Helden avancieren ließ, hat Igor Akinfeev seinen Rücktritt aus der russischen Nationalmannschaft erklärt.

Der 32 Jahre alte Torhüter teilte in einem offiziellen Statement auf der Webseite von ZSKA Moskau mit, sich im Herbst seiner Karriere ganz auf die Aufgaben im Verein konzentrieren zu wollen. “Jede Geschichte hat ihren Anfang und ihr Ende. Meine Geschichte in der Sbornaja findet ihren logischen Abschluss. Es war eine große Ehre, Russland bei der WM als Kapitän auf das Feld zu führen“, sieht Akinfeev den richtigen Zeitpunkt gekommen, um nach 111 Einsätzen einen Schlussstrich unter seine Nationalmannschaftskarriere zu ziehen, auch um Platz zu machen für jüngere Spieler. Damit ist der Torhüter auch kein Thema mehr für die UEFA Nations League.

Vier WM-Spieler nicht mehr dabei

Nach den Routiniers Yuri Zhirkov und Aleksandr Samedov, die schon kurz nach der WM ihren Rücktritt erklärt hatten, sowie Sergej Ignashevich, der schon während des Turniers im Sommer 39 Jahre alt war und anschließend seine Fußballschuhe gänzlich an den Nagel gehängt hat, ist der noch bis 2022 an ZSKA Moskau gebundene Akinfeev bereits der vierte Akteur aus dem WM-Kader, der künftig nicht mehr zur Verfügung steht.

„Russland hat viele talentierte und vielversprechende Nachwuchsspieler, einige davon haben dies bereits bei der WM unter Beweis gestellt“, sieht Akinfeev allerdings kein Problem im zumindest leichten Umbruch, der sich in den ersten Spielen nach der WM direkt gut angelassen hat. Zum Auftakt der UEFA Nations League gelang der Sbornaja ein 2:1-Erfolg in der Türkei, dem in einem Testspiel gegen Tschechien ein 5:1-Kantersieg folgte. Da die Nations League die Grundlage für die EM 2020 Qualifikation ist, waren diese beiden Siege durchaus wichtig.

Andrey Lunev folgt auf Akinfeev

Neue Nummer eins Russlands ist der 26 Jahre alte Andrey Lunev, der sowohl in der Türkei als auch gegen Tschechien im Tor stand. Gegen Tschechien gelang Lunev mit einem Abstoß sogar eine Torvorlage.

Bei Zenit St. Petersburg hat sich Lunev nach seiner Verpflichtung von FK Ufa schnell etabliert und Yuri Lodygin verdrängt, der zwischen 2013 und 2016 auch elfmal für Russland aufgelaufen ist.

Mit Lunev bilden nach jetzigem Stand der eingebürgerte Brasilianer Guilherme von Lokomotive Moskau und Anton Shunin von Dinamo Moskau das Torhütertrio. Mit 32 bzw. 31 Jahren gehört beiden die Zukunft allerdings nur bedingt. Das gilt noch mehr für den 34-jährigen Vladimir Gabulov, der bei der WM noch als dritter Mann im Kader stand, aktuell aber ohne Verein ist und folglich auch bei Nationalcoach Stanislav Cherchesov keine Rolle mehr spielt.

Spanien: Roja fast ohne Spieler des FC Barcelona

Nach dem bitteren Achtelfinal-Aus nach Elfmeterschießen gegen den Gastgeber bei der WM 2018 in Russland, die schon wegen des kurz vor dem ersten Gruppenspiels vollzogenen Trainerwechsels von Julen Lopetegui zu Fernando Hierro unter keinem guten Stern stand, ist der spanischen Nationalmannschaft der Neustart vollauf gelungen.

Am ersten Spieltag der neuen UEFA Nations League ließ sich der Weltmeister von 2010 sowie Europameister von 2008 und 2012 in England auch von einem schnellen Rückstand nicht aus der Bahn werfen, sondern landete nach Treffern von Saul Niguez und Rodrigo Moreno noch einen 2:1-Erfolg im Wembley-Stadion. Drei Tage später setzte die Roja beim Heimdebüt von Trainer Luis Enrique ein noch viel dickeres Ausrufezeichen und holte den frischgebackenen Vize-Weltmeister Kroatien mit einem 6:0-Kantersieg zurück auf den Boden der Tatsachen.

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Zwar begann Kroatien in Elche durchaus ordentlich und hätte sogar in Führung gehen können, doch spätestens mit dem 1:0 durch Saul Niguez in der 24 Minute übernahm Spanien das Kommando und spielte die Vatreni angeführt von einem herausragenden Doppeltorschützen Marco Asensio in Grund und Boden.

Am Ende wäre sogar ein noch höherer Sieg möglich gewesen, aber auch so war es eine beeindruckende Vorstellung und ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz um den neuen Weltmeister Frankreich. Von einer Kampfansage an die Weltspitze freilich wollte Coach Luis Enrique erst einmal nichts wissen, sondern äußerte sich betont zurückhaltend: „Es gibt noch so viel zu verbessern.“

Nur Busquets hält die Barca-Fahne hoch

Allzu viele Ansatzpunkte gab es gegen Kroatien indes nicht, sodass sich Luis Enrique auch den Fragen nach dem spürbar geringeren Anteil an Profis seines Ex-Klubs FC Barcelona widmen konnte. Gegen Kroatien war Sergio Busquets der einzige Barca-Akteur, der in der Startelf stand und mit Sergi Roberto saß nur noch ein weiterer Katalane auf der Bank. Nachdem etwa im Finale der WM 2010 mit Carles Puyol, Gerard Piqué, Busquets, Xavi, Andres Iniesta und Pedro noch sechs Spieler des FC Barcelona mitwirkten, hat nun Real Madrid klar das Kommando in der Roja übernommen. Mit Dani Carvajal, Nacho, Sergio Ramos, Dani Ceballos, Marco Asensio und Isco bot Luis Enrique sechs Akteure der Königlichen auf, die ihre Chance in dieser Konstellation auch eindrucksvoll genutzt haben.

Coach Enrique macht sich über den Anteil der einzelnen Vereine an seinem Team allerdings keine großen Gedanken: „Ich habe es weder gewusst noch interessiert es mich, wir sind die spanische Nationalmannschaft. Mehr nicht“, so der 48-Jährige, um dann doch noch einzuräumen, sehr wohl um die Bedeutung der Real-Profis zu wissen: “Aber ja, die Basis der Mannschaft ist von Real Madrid und ich finde das gut.“

Kehrt Jordi Alba zurück?

Dass Barca bei den nächsten Länderspielen deutlich stärker vertreten sein wird, ist mit Blick auf den Kader der Katalanen nicht zu erwarten. Neben Busquets und Sergi Roberto ist allenfalls eine Nominierung des diesmal überraschend nicht berücksichtigten Jordi Alba denkbar. Alle übrigen Barca-Spieler mit spanischem Pass sind wie Piqué entweder zurückgetreten oder haben derzeit wie Sergi Samper, Denis Suarez, Carles Alena oder Munir nicht die nötige Qualität. Wenn du dich bereits jetzt für die EM 2020 Quoten interessierst, dann bist du auf dieser Seite richtig.

Kroatien: Debakel in Nations League

Keine zwei Monate nach dem mit 2:4 gegen Frankreich verlorenen Finale der WM 2018, das trotz der im ersten Moment natürlich bitteren Niederlage der größte Erfolg der Verbandsgeschichte noch vor dem dritten Platz bei der WM 1998 war, ist Kroatiens Nationalmannschaft äußerst unsanft von Wolke sieben gestürzt. Dass es die Aufgabe am zweiten Spieltag der neuen UEFA Nations League ins sich haben würde, war den Vatreni schon im Vorfeld klar, doch mit einer 0:6-Klatsche hatte beim Vize-Weltmeister dann doch auch niemand gerechnet.

Auch deshalb nicht, weil sich Kroatien fünf Tage zuvor beim 1:1 in Portugal noch sehr ordentlich präsentiert hatte und abgesehen von den zurückgetretenen Leistungsträgern Danijel Subasic und Mario Mandzukic sowie Dejan Lovren und Ante Rebic alle Eckpfeiler an Bord waren. Doch auch Luka Modric, Ivan Rakitic oder Ivan Perisic, die während der WM 2018 im Sommer begeistert hatten, waren am Montagabend gegen eine entfesselt aufspielende spanische Auswahl machtlos.

Selbstkritik von Zlatko Dalic

Unter dem Strich brachte es Kroatien nur auf 29 Prozent Ballbesitz und musste bei einer spanischen Passquote von 94 Prozent dem Gegner meist hinterherlaufen, was am Ende in die höchste Pleite in der Geschichte des kroatischen Verbandes mündete. Trainer Zlatko Dalic wurde auch äußerst schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und sprach anschließend sichtlich mitgenommen von der “schlimmsten Nacht meiner Karriere“. Zugleich kritisierte er, dass sein Team anders als in Russland nicht als Einheit agiert habe: „Man hat gesehen, was passiert, wenn wir nicht als Mannschaft auftreten.“

Insgesamt war Dalic trotz eigener Kritik am Auftreten aber nicht dazu bereit, seine Elf in die Schusslinie zu stellen, sondern richtete den Blick auch direkt nach vorne: „Wir haben gar nichts gezeigt und waren nicht einmal ein Schatten des Teams, das wir noch vor Kurzem waren. So ist das Leben, das müssen wir akzeptieren. Nach großer Euphorie kommt manchmal eine Tragöde. Aber wir dürfen hier nicht herumsitzen und weinen, sondern müssen uns auf das vorbereiten, was als nächstes kommt.“

Als nächstes trifft Kroatien am nächsten Spieltag der Nations League vor eigenem Publikum auf England. Gegen die Three Lions dürfte am 12. Oktober Wiedergutmachung ganz oben auf der Agenda stehen und zugleich sollte eine Niederlage tunlichst vermieden werden, um nicht aus der Division A abzusteigen. Im November stehen dann binnen drei Tagen die Rückspiele gegen Spanien (15. November) und in England (18. November) auf dem Programm.

Auch Modric fordert Wiedergutmachung

In den kommenden Spielen will auch Luka Modric, möglicherweise dann schon zum neuen Weltfußballer des Jahres gekürt, wieder einen besseren Auftritt hinlegen. „Wir dürfen das so nicht geschehen lassen“, fordert der Spielmacher schon jetzt, die Scharte von Spanien ausmerzen zu müssen. Dabei ist Modric aber durchaus zuversichtlich, dass das auch gelingen wird: „Aber wir sollten positiv bleiben und unsere Lehren daraus ziehen. Ich glaube, dass das nie wieder passieren wird.“ Zu den EM Songs geht es gleich hier.

Marokko: Harit und Mendyl suspendiert

Im Vorfeld der WM 2018 wurde Marokko als potentielles Überraschungsteam gehandelt, obwohl die Gruppenauslosung den Löwen vom Atlas mit Spanien und Portugal zwei richtig dicke Brocken bescherte. Doch unter dem Strich scheiterte Marokko als Gruppenletzter mit nur einem Punkt, wobei dieser beim 2:2 gegen Spanien geholt und in jener Begegnung recht deutlich wurde, wozu die Mannschaft von Trainer Herve Renard eigentlich in der Lage gewesen wäre.

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Das war freilich auch bei den jeweils unglücklichen 0:1-Niederlagen gegen den Iran und Portugal zu erkennen. Allerdings stimmte bei aller spielerischen Klasse die Abschlussqualität nicht, was letztlich in das frühe Aus mündete.

Ziyech und En-Nesyri treffen gegen Malawi

Gleichwohl blieb Coach Renard im Amt und hat nun als nächste Aufgabe die Qualifikation für den Afrika Cup, der im Juni und Juli 2019 in Kamerun ausgetragen wird, vor der Brust. Nachdem bereits im Juni 2017 das Auftaktspiel in Gruppe B in Kamerun mit 0:1 verloren wurde, verlief der Neustart nach der WM deutlich besser. Gegen Malawi gelang ein klarer 3:0-Sieg. Spielmacher Hakim Ziyech besorgte die Führung, ehe Youssef En-Nesyri mit einem Doppelpack für den Endstand verantwortlich zeichnete. Weil Kamerun gegen die Komoren nicht über ein 1:1 hinausgekommen und als Gastgeber für die Endrunde ohnehin automatisch qualifiziert ist, hat Marokko nun beste Chancen auf die Teilnahme am Afrika-Cup, wenngleich noch vier Spiele zu absolvieren sind.

Die Tabelle spielte im Nachgang der Begegnung indes nicht die größte Rolle, sondern vielmehr wurde zunächst gerätselt, warum Amine Harit und Hamza Mendyl gegen Malawi nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchten. Trainer Renard äußerte sich nach dem Abpfiff im Rahmen der Pressekonferenz zum Fehlen der beiden Profis des FC Schalke 04 und verriet, dass es sich um eine disziplinarische Maßnahme handelte: “Normalerweise hätten sie im 18er-Kader stehen sollen, aber es gab eine Sanktion.“

“ Exempel für die Mannschaft“

Der 21-jährige Harit und der noch ein Jahr jüngere Mendyl, die sich ein Zimmer teilten, sollen zu spät zu einer Trainingseinheit der Nationalmannschaft gekommen sein, was beim Trainer für eine merkliche Verstimmung sorgte. „Wenn wir in einer Gruppe sind, müssen die Zeiten respektiert werden. Wenn jemand sanktioniert wird, dann mache ich das auch, um für den Rest der Mannschaft ein Exempel zu statuieren“, so Renard mit einer klaren Ansage.

Längerfristige Konsequenzen drohen Harit und Mendyl aber wohl nicht. Letztlich wird sich das aber erst zeigen, wenn Renard seinen nächsten Kader nominiert, der am 10. und 13. Oktober in Hin- und Rückspiel gegen die Komoren antritt. Informationen zur UEFA Nations League, sowie zur EM 2020 Qualifikation findest du hier auf dieser Seite.

Platini spricht über Frankreichs WM-Titel

20 Jahre nach dem ersten WM-Titel hat die französische Nationalmannschaft den Titel bei der WM 2018 geholt. Für einen Franzosen war dieser Triumph sehr bitter, nämlich den ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini. „Eigentlich hätte ich diesen Pokal übergeben müssen. Das tat mir zu weh. Ich bin ins Bett gegangen“, sagte der 63-Jährige der Fachzeitung „L’Équipe“. Platini hat selbst 72 Spiele im Frankreich Trikot absolviert und ist seit einiger Zeit aufgrund von Korruptionsvorwürfen gesperrt.

„Drei Trotteln wollten nicht“

Der ehemalige Spieler von Juventus Turin ist nach wie vor der Meinung, dass seine Kandidatur zur FIFA-Präsidentschaft boykottiert wurde. „150 Verbände wollten mich wählen, drei Trottel wollten das verhindern und die Trottel haben gewonnen.“ Zu Frankreichs zweitem WM-Triumph hat der einstige Weltstar gemischte Gefühle: „Ich habe die WM bei Weitem nicht wunderbar gefunden. Die Champions League steht qualitativ weit über einer WM. Frankreich hat den Titel gewonnen, weil das Team eine geschlossene Leistung in allen Mannschaftsteilen geboten hat. Andererseits redet man auch heute noch von unserem Halbfinale 1982 in Sevilla gegen Deutschland und dem wunderbaren Fußball, den wir gezeigt haben.“

Nations League ante portas

Für Frankreich geht es nun schon mit dem nächsten wichtigen Bewerb weiter und zwar mit der UEFA Nations League. Dort trifft der Weltmeister auf Deutschland und die Niederlande. Gleich am ersten Spieltag, am 6. September, treffen Frankreich und Deutschland in München aufeinander. Nicht mit dabei ist übrigens Außenverteidiger Jonas Hector.

Der Linksverteidiger führt als Grund die hohe Belastungssituation an, die aktuell herrscht. Beide Nationen haben übrigens schon im Vorfeld betont wie ernst die Nations League genommen wird. Schließlich ist die Abschlusstabelle die Grundlage für die Auslosung zur EM 2020 Qualifikation. Bereits drei Tage später trifft Frankreich dann noch auf die Niederlande, die sich nach der verpassten EM 2016 und WM 2018 natürlich wieder einmal für ein Turnier qualifizieren möchten.

Auf WM EM Wetten findest du übrigens tägliche News zum Thema Fußball und Sportwetten. Ein Klick zahlt sich in jedem Fall aus.