WM & EM News

Die EM 2020 ist das nächste Fußball Großereignis, auf das sich die Fans freuen dürfen. Bis zur Endrunde ist es jedoch ein langer Weg, hier findet ihr News und aktuelle Berichte zum Turnier und der Qualifikation. Welche Teams schaffen den Sprung zur Europameisterschaft 2020?

Argentinien: Messi nimmt sich Auszeit

Nach der mit dem WM 2018 Achtelfinal-Aus gegen Frankreich (3:4) abermals enttäuschend verlaufenen Weltmeisterschaft steht die argentinische Nationalmannschaft wieder einmal vor einem Neuanfang. Bereits vorgestellt wurde der Nachfolger des nach dem WM-Aus entlassenen Trainers Jorge Sampaoli. Lionel Scaloni gilt allerdings zunächst nur als Übergangslösung bis zum Ende des Jahres, bevor dann endgültig geklärt werden soll, wie es auf der Bank der Albiceleste weitergeht. Generell scheinen die kommenden Monate nur Übergangscharakter zu haben, was natürlich auch daran liegt, dass keine Pflichtspiele auf dem Programm stehen.

Nichtsdestotrotz hat Scaloni nun seinen ersten Kader nominiert, der die Testspiele gegen Guatemala am 7. September und vier Tage später gegen Kolumbien bestreiten soll. Nicht mit dabei ist erwartungsgemäß Superstar und Kapitän Lionel Messi, der Medienberichten zufolge um eine Auszeit für den Herbst und somit eine Nicht-Nominierung für die anstehenden Freundschaftsspiele gebeten haben soll. Der 31-Jährige hat sich zwar weiterhin nicht klar zu seiner Zukunft in Diensten der Albiceleste geäußert, doch eine Fortsetzung von Messis Karriere im Argentinien Trikot gilt inzwischen als wahrscheinlich, wenngleich der Torjäger des FC Barcelona wohl noch seltener zu Testspielen anreisen wird als es in der Vergangenheit bereits der Fall war.

Auch Aguero, di Maria und Higuain nicht dabei

Neben Messi werden bei den beiden Testspielen im September natürlich auch die nach der WM zurückgetretenen Javier Mascherano und Lucas Biglia fehlen. Nicht dabei im bereits veröffentlichten, vorläufigen Kader mit 29 Spielern sind zudem Sergio Aguero (Manchester City), Angel Di Maria (Paris St. Germain) und Gonzalo Higuain (AC Mailand). Alle drei dürften aber ähnlich wie Messi wieder eine Rolle spielen, wenn es ernst wird.

Mit dabei gegen Guatemala und Kolumbien sind dafür einige neue Gesichter wie der 21-jährige Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart, der sein Länderspieldebüt feiern könnte. Zurück im Aufgebot ist Stammtorwart Sergio Romero, der die WM 2018 verletzungsbedingt verpasst hatte.

Auch nominiert ist Mauro Icardi, dessen Nichtberücksichtigung für den finalen WM-Kader für viel Aufsehen gesorgt und Trainer Sampaoli auch Kritik eingebracht hatte. Der Torjäger von Inter Mailand, der aufgrund verschiedener Vorfälle abseits des Platzes innerhalb der Mannschaft kein allzu hohes Standing hat und dem Vernehmen nach auch nicht zu den Freunden Messis gehört, kann sich nun in den Blickpunkt schießen und zeigen, auch für Argentinien regelmäßig treffen zu können.

Martinez und Simeone können sich empfehlen

Mit Lautaro Martinez wurde auch Icardis neuer Sturmpartner bei Inter nominiert, ebenso wie Giovanni Simeone, der Sohn von Diego Simeone, der auch die Chance erhält, sich für einen Platz im Angriff zu bewerben.

Man darf gespannt sein, welche Stammelf sich in den kommenden Monaten herauskristallisiert und wie groß der Umbruch ausfällt. Klar ist aber, dass junge Kräfte ran müssen, nachdem das Team der letzten Jahre überaltert war und letztlich auch die Erwartungen nie erfüllen konnte. Zum Abschluss gibt es hier noch einen Link zu den WM 2018 Songs.

Bundestrainer: Für Klopp eine Option

Mit einem phasenweise begeisternden 4:0-Sieg über West Ham United hat der FC Liverpool einen perfekten Start in die neue Saison hingelegt und direkt zum Auftakt seine Ambitionen unterstrichen. Nach hohen Investitionen in Neuzugänge wie Alisson Becker, Naby Keita, Fabinho oder Xherdan Shaqiri von umgerechnet insgesamt 182 Millionen Euro wollen die Reds auf nationaler Ebene den souveränen Vorjahresmeister Manchester City angreifen und nach Möglichkeit auch in der Champions League, in der es im Endspiel im Mai gegen Real Madrid eine bittere 1:3-Niederlage setzte, wieder sehr weit kommen.

Die Erwartungen in Liverpool sind gestiegen

Entsprechende Erfolge wären auch für Trainer Jürgen Klopp wichtig, der sich zum einen natürlich an den hohen Ausgaben, zum anderen aber auch an seinen Aussagen bei Amtsantritt, Titel nach Anfield holen zu wollen, messen lassen muss. In seiner vierten Saison in Liverpool wird von Klopp nun vor allem medial erwartet, endlich wieder eine Trophäe zu holen, idealerweise natürlich die erste Meisterschaft seit 1990.

Davon könnte auch die Zukunft Klopps abhängen, der in Liverpool noch einen Vertrag bis 2022 besitzt (nächstes Großereignis: EM 2020) und sowohl bei den Fans als auch innerhalb des Vereins sehr geschätzt wird. Trotz dieses Standings muss der 51-Jährige die zuletzt deutlich gestiegenen Erwartungen erfüllen und würde wohl auch wackeln, wenn es am Ende ein enttäuschendes Jahr wird. Das will Klopp freilich nicht hoffen und zeigte sich schon vor dem Auftaktspiel gegen West Ham überzeugt von seinem Kader, trat indes auch ein Stück weit als Mahner auf: “Die Qualität der Spieler ist vorhanden, aber die Qualität einer Mannschaft hängt davon ab, ob die Spieler ihr Potential ausschöpfen können.“

Klopp steht aktuell nicht zur Verfügung

Gefragt wurde Klopp zuletzt nicht nur nach den Chancen Liverpools in der neuen Saison, sondern von der “Welt am Sonntag“ auch nach seiner persönlichen Zukunftsplanung und in diesem Zusammenhang mit einem möglichen Job als Bundestrainer beim DFB. Für den Moment schloss der frühere Dortmunder Meistertrainer sehr klar aus, die deutsche Nationalmannschaft zu übernehmen. “Ob ich mir in der aktuellen Situation, in der ich noch vier Jahre an den FC Liverpool gebunden bin, Gedanken mache, nur weil Deutschland gerade eine schlechte WM gespielt hat? Nein. Ich stehe nicht zur Verfügung.“

Grundsätzlich ist ein Engagement als Bundestrainer aber durchaus vorstellbar, wie Klopp betonte, sofern dann die Voraussetzungen passen: “Sollte ich irgendwann einmal gefragt werden, und ich wäre verfügbar, dann würde ich darüber nachdenken.“

Wann dieser Zeitpunkt kommt, ist völlig offen. Sollte Deutschland nach der verkorksten WM 2018 aber auch schwach in die UEFA Nations League starten, die mit Frankreich und der Niederlande zwei dicke Brocken bereit hält, wären neuerliche Diskussionen um Bundestrainer Joachim Löw nicht die ganz große Überraschung. Und im Zuge dessen dürfte dann auch wieder der Name Klopp fallen.

DFB-Präsident will Neuanfang

In zwei Wochen startet die Bundesliga in die neue Saison und noch immer ist die aus deutscher Sicht völlig verkorkste WM 2018 seitens des DFB nicht einmal ansatzweise aufgearbeitet worden. Erst am 24. August, am Tag des Eröffnungsspiels der Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und der TSG 1899 Hoffenheim, wird es nach Informationen der “Sport Bild“ zu einem Austausch zwischen Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff auf der einen sowie dem Präsidium des DFB auf der anderen Seite kommen. Dabei werden die Leistungen der Spieler im Deutschland Trikot besprochen.

Knapp zwei Monate nach der 0:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel der WM gegen Südkorea und dem damit verbundenen, historischen ersten Vorrunden-Aus einer deutschen Nationalmannschaft bei einer WM überhaupt wird dann vor allem der Bundestrainer gefordert sein, die aus seiner Sicht wesentlichen Gründe für das ebenso enttäuschende wie überraschende Aus des Weltmeisters und Mitfavoriten darzulegen.

Vertrauen für Joachim Löw

In einem Grußwort im DFB-Journal hat sich der selbst alles andere als unumstrittene DFB-Präsident Reinhard Grindel nun bereits vorab zu Wort gemeldet und abermals Veränderungen angemahnt, zugleich aber Joachim Löw das volle Vertrauen ausgesprochen: “Wir brauchen jetzt einen Neuanfang – sportlich und personell. Das Präsidium des DFB ist davon überzeugt, dass unser Bundestrainer Jogi Löw die dafür notwendige Motivation, Kraft und Kompetenz hat, diesen Umbruch zu gestalten. Grindel stützt diese Rückendeckung für Löw vor allem auch auf die Erkenntnisse aus dem im Sommer 2017 ohne zahlreiche, vermeintliche Leistungsträger gewonnenen Confederations Cup, als Löw mit vielen jungen Spielern eine Mannschaft formte, die laut dem DFB-Präsidenten “einen erfrischenden Fußball spielte, den wir bei der WM vermisst haben.“

In seinem Statement brachte Grindel überdies den Wunsch zum Ausdruck, dass die Vereine, der Verband und die Liga künftig noch besser zusammenarbeiten sollen. “Um den Neuanfang zu gestalten, ist der enge Schulterschluss mit der Liga unerlässlich“, der darüber hinaus auch andeutete, dass im Nachwuchsbereich, angelehnt an die Vorbilder Belgien und Frankreich, wieder mehr Wert auf Individualität gelegt und mehr Spezialisten für einzelne Positionen ausgebildet werden sollen.

Kadernominierung am 31. August

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, mit welchen Ergebnissen sich Löw, Grindel und Co. nach der WM-Analyse an die Öffentlichkeit wenden. Viel Zeit bleibt danach freilich nicht, bevor es schon wieder Ernst wird. Denn bereits am 6. September trifft die deutsche Mannschaft am ersten Spieltag der neuen UEFA Nations League in der Münchner Allianz Arena auf Weltmeister Frankreich. Drei Tage später steht zudem in Sinsheim ein Testspiel gegen Peru auf dem Programm. Den Kader für diese beiden Spieler, der mit Spannung erwartet wird und einige interessante Entscheidungen mit sich bringen könnte, wird voraussichtlich am 31. August bekannt gegeben. Dann werden auch die WM Songs endgültig Geschichte sein.

DFB: Mario Gomez erklärt Rücktritt

Während die Analyse der mit dem Vorrunden-Aus völlig verpatzten WM 2018 von Bundestrainer Joachim Löw nach wie vor auf sich warten lässt, hat nach Mesut Özil ein zweiter Nationalspieler seinen Rücktritt aus der DFB-Elf erklärt. Am Sonntag teilte Mario Gomez der Öffentlichkeit mit, der deutschen Nationalmannschaft künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen, allerdings mit einem kleinen Hintertürchen.

„Nur wenn der Trainer in zwei Jahren bei der EM 2020 aus unwahrscheinlichen Gründen Bedarf sieht und ich mich auch wirklich noch in der Verfassung fühle, helfen zu können, werde ich dann selbstverständlich bereitstehen“, wollte Gomez nicht gänzlich ausschließen, vielleicht doch noch einmal ins Trikot mit dem Adler auf der Brust zu schlüpfen. Für die anstehenden Spiele in der neuen UEFA Nations League, die für Deutschland am 6. September mit einem Heimspiel in München gegen Weltmeister Frankreich beginnt, und die im Frühjahr 2019 startende Qualifikation zur EM 2020 will der mittlerweile 33 Jahre alte Angreifer jüngeren Kräften das Feld überlassen. „Meine Zeit in der Nationalmannschaft war sportlich nicht immer einfach, nicht immer erfolgreich und doch wunderschön! Nun ist es aber an der Zeit, Platz zu machen und den vielen jungen und hochtalentierten Jungs die Möglichkeit zu geben, ihren Traum zu erfüllen, sich zu beweisen, Erfahrungen zu sammeln und das Beste für Deutschland zu erreichen.“

31 Tore in 78 Länderspielen

Bei der WM 2018 kam Gomez in allen drei Gruppenspielen nach der Pause als Joker zum Einsatz und bereitete beim 2:1-Sieg gegen Schweden das zwischenzeitliche 1:1 durch Marco Reus vor. Insgesamt bestritt der Angreifer des VfB Stuttgart 78 Länderspiele im Deutschland Trikot und erzielte dabei 31 Tore. Dennoch bleibt die DFB-Karriere des Angreifers ein Stück weit unvollendet. Die erfolgreiche WM 2014 verpasste Gomez aus Leistungsgründen und sowohl zuvor als auch danach fehlte immer ein Tick zum großen Wurf. Insbesondere auch bei der EM 2016, als nicht wenige Experten im verletzungsbedingten Ausfall von Gomez vor dem Halbfinale gegen Frankreich (0:2) einen wesentlichen Faktor für das Ausscheiden sahen.

Während Gomez seine künftig während Länderspielen freie Zeit mit der Familie genießen und der DFB-Auswahl weiterhin die Daumen drücken will, stellt sich die Frage nach der künftigen Besetzung des deutschen Angriffs. Weil auch Sandro Wagner nach seinem in Folge seiner Nicht-Berücksichtigung für den WM-Kader erklärten Rücktritts keine Option mehr ist, bleiben derzeit nicht mehr allzu viele Optionen. Seinen Platz sicher haben dürfte erst einmal Timo Werner, dem im deutschen Sturm generell die Zukunft gehören sollte.

Wer stürmt künftig neben Timo Werner?

Ob der kurz vor der WM aus dem Kader gestrichene Nils Petersen mit seinen 29 Jahren noch eine größere Nationalmannschaftskarriere vor sich hat, bleibt abzuwarten. Maximilian Philipp, der bei Borussia Dortmund auch für die Sturmspitze eingeplant ist, könnte ebenso ein Thema werden wie Mark Uth (FC Schalke 04), Davie Selke (Hertha BSC), Niclas Fülkrug (Hannover 96) oder Kevin Volland (Bayer Leverkusen), wobei sich letzterer in vorderster Front nur bedingt wohl fühlt.

Polen: Piszczek tritt aus Nationalelf zurück

Nach dem unglücklichen Viertelfinal-Aus nach Elfmeterschießen gegen Portugal bei der EM 2016 und einer anschließend sehr überzeugend gestalteten Qualifikation waren die Erwartungen in Polen im Vorfeld der WM 2018 nicht gering, zumal Robert Lewandowski und Co. mit den Gegnern Japan, Kolumbien und Senegal in der Gruppe H keine unlösbar scheinende Konstellation erwischt hatten.

Doch das Ende ist bekannt. Polen verlor die ersten beiden Spiele gegen den Senegal (1:2) sowie Kolumbien (0:3) und war damit bereits vorzeitig ausgeschieden. Der abschließende 1:0-Erfolg über Japan war dann nicht mehr als ein Trostpflaster, der die Einstufung der WM als große Enttäuschung nicht mehr verhinderte. Auch die WM Songs konnten danach keine Freude mehr bereiten. Nicht ganz überraschend war es danach, dass der Vertrag von Trainer Adam Nawalka nicht verlängert wurde. Nach kurzer Suche wurde dann mit dem ehemaligen Nationalspieler Jerzy Brzeczek bereits ein Nachfolger präsentiert, in dessen Händen nun der Neuaufbau einer Mannschaft liegt, die sich zunächst für die EURO 2020 qualifizieren und dann besser Abschneiden soll als bei der Weltmeisterschaft.

Piszczek konzentriert sich auf den BVB

Der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer, der zuletzt in der Ekstraklasa Wisla Plock trainierte, wird künftig allerdings auf Lukasz Piszczek verzichten müssen. Der mittlerweile 33 Jahre alte Rechtsverteidiger von Borussia Dortmund teilte nun via Instagram seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft mit: „Mein Abenteuer mit der Nationalmannschaft ist vorbei. Die elf Jahre waren eine besondere Zeit. Ich werde sie in angenehmer Erinnerung behalten“, so der offensivstarke Außenverteidiger, der insgesamt 65 Mal für Polen aufgelaufen war.

Der in der Vergangenheit mehrfach von Verletzungen geplagte Piszczek will sich künftig ganz auf seine Vereinskarriere konzentrieren. In Dortmund besitzt der frühere Berliner noch einen Vertrag bis 2020, hat nun aber auf der rechten Abwehrseite mit dem von Real Madrid ausgeliehenen Marokkaner Achraf Hakimi einen starken Konkurrenten erhalten. Diese Konstellation könnte freilich auch den Vorteil haben, dass Piszczek nur in komplett fittem Zustand aufläuft und nicht mit kleineren Blessuren ran muss und dann seine noch immer vorhandene Klasse nicht vollständig abrufen kann, wie es gerade im letzten Jahr öfter der Fall war.

Blaszczykowski künftig unter seinem Onkel

Nach langen Jahren mit Piszczek, Lewandowski und Jakub Blaszczykowski stellt Borussia Dortmund somit erst einmal keinen polnischen Nationalspieler mehr. Lewandowski und Blaszczykowski werden der Nationalmannschaft aber weiterhin zur Verfügung stehen. Und vor allem für Blaszczykowski sind Einsätze in nationalen Diensten künftig noch mehr etwas Besonderes als ohnehin schon, ist der 32-Jährige doch der Neffe des neuen Nationaltrainers Brzeczek. Beide pflegen ein sehr enges Verhältnis. Nicht von ungefähr hielt sich Blaszczykowski trotz Vertrages beim VfL Wolfsburg im Frühjahr unter Brzeczek bei Wisla Plock fit, um sich optimal auf die WM vorbereiten zu können.

Nach der WM 2018: Mehrere Nationen auf Trainersuche

Joachim Löw hat nach wenigen Tagen Bedenkzeit signalisiert, trotz der enttäuschenden WM 2018 als Bundestrainer weitermachen zu wollen. Dem DFB bleibt es damit erspart, sich wie zuletzt nach der WM 2006, als der vorherige Co-Trainer Löw die Nachfolge von Teamchef Jürgen Klinsmann antrat, auf Trainersuche begeben zu müssen. Einige andere WM-Teilnehmer stehen hingegen noch ohne Coach da. Während sich die Spieler im Spanien Trikot schnell auf Luis Enrique festgelegt hat, ist noch offen, mit welchem Trainer etwa Costa Rica, Mexiko und Ägypten weitermachen.

Costa Rica mit Interimslösung – Ägypten spricht mit Henry

Und bei Costa Rica zeichnet sich schon jetzt aber, dass eine endgültige Lösung noch einige Wochen auf sich warten lassen wird,. Nachdem sich die Ticos nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 mit nur einem Punkt aus den drei Spielen gegen Serbien (0:1), Brasilien (0:2) und die Schweiz (2:2) gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Oscar Ramirez entschieden haben, wird nun zunächst Rónald González als Interimstrainer für die Testspiele Anfang September in Südkorea und Japan das Kommando übernehmen. Der 47-Jährige, der mit der U20 Costa Ricas bei der WM 2009 einen beachtlichen vierten Platz belegte, wird von den Ex-Nationalspielern Luis Marín und Douglas Sequeira assistiert. Ob Costa Rica in dieser Konstellation auch danach weitermacht, ist offen.

Ebenfalls nach der WM-Vorrunde gescheitert ist Ägypten mit drei Niederlagen gegen Uruguay (0:1), Russland (1:3) und Saudi-Arabien (1:2). Der nach der erstmaligen WM-Qualifikation nach 1990 noch gefeierte Argentinier Héctor Cúper musste nach den enttäuschenden Auftritten in Russland gehen und könnte von einem noch namhafteren Trainer beerbt werden. Wie der ehemalige ägyptische Nationalkeeper Nader El-Sayed, der inzwischen als Spielerberater tätig ist, laut dem Onlineportal “KingFut“ gegenüber einem ägyptischen Radiosender verraten haben soll, fand ein Treffen zwischen Verantwortlichen des ägyptischen Fußballverbandes (EFA) und Thierry Henry statt, der bei der WM noch als Co-Trainer Belgiens fungiert hatte. Allerdings handelte es sich dabei wohl nur um eine Art Kennenlern-Gespräch. Denn vor einer Entscheidung will Henry zunächst wissen, welche Pläne der Verband mit der Nationalmannschaft hat und damit auch, welche Ziele in kurz- und mittelfristig anvisiert werden können.

Dass der seit August 2016 für den belgischen Verband tätige Henry über kurz oder lang selbst federführend eine Mannschaft übernehmen wird, gilt indes als sicher. Zuletzt wurde der ehemalige französische Welt- und Europameister bereits mit dem ambitionierten englischen Zweitligisten Aston Villa in Verbindung gebracht.

Mexiko: Juan Carlos Osorio tritt zurück

In Mexiko hatte man derweil darauf gehofft, dass Juan Carlos Osorio auch nach dem siebten Achtelfinal-Aus in Folge weitermacht. Doch der 56 Jahre alte Kolumbianer, der vor der WM durchaus kritisch gesehen, nach dem 1:0-Erfolg über Deutschland aber gefeiert wurde, entschied sich gegen eine Fortsetzung seiner 2015 begonnenen Arbeit und gilt nun als Trainerkandidat in seiner Heimat, wo die Zukunft von Jose Luis Pekerman, der seinerseits beim argentinischen Verband gehandelt wird, noch offen ist.

Der Brasilianer Ricardo „Tuca“ Ferretti von den Tigres UANL und der Argentinier Matias Almeyda von CD Guadalajara, die Mexikos Fußball aus dem Liga-Alltag kennen, gelten nun als Kandidaten auf die Nachfolge Osorios.

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Transfermarkt: Belgiens WM-Stars im Fokus

Auch wenn sich nach der knappen Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich auch etwas Enttäuschung breit gemacht hat, herrschte in Belgien nach der WM 2018 doch große Zufriedenheit. Die Roten Teufel, die im Spiel um Platz drei einen verdienten 2:0-Erfolg gegen England landeten, wurden von ihren Fans zu Recht gefeiert, war es doch das beste Abschneiden in der belgischen WM-Geschichte. Zuvor war der vierte Platz bei der WM 1986 das höchste der Gefühle. Bei der Nations League und anschließend natürlich auch bei der EM 2020 soll es gleich weitergehen.

Zufall und eine große Überraschung war das starke Auftreten Belgiens indes nicht. Schon im Vorfeld zählte die Mannschaft von Trainer Roberto Martinez, der nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der EM 2016 Marc Wilmots beerbt hatte, zumindest zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten. Nicht ohne Grund, denn der Kader Belgiens ist auf allen Positionen hochkarätig besetzt und weist mehrfach sogar absolute Weltklasse auf. Alleine die Offensive mit Kevin de Bruyne, Eden Hazard oder Romelu Lukaku steht für fußballerischen Hochgenuss, der dann bei der WM in Russland mit einem extrem schnellen Angriffsspiel auch zu sehen war.

Real will Courtois und Hazard offenbar doch nicht

Durch die guten Leistungen bei der WM sind die belgischen Spieler noch mehr als ohnehin schon in den Blickpunkt gerückt und bei mehreren Akteuren könnte es zu einem Vereinswechsel kommen. Viel diskutiert wurde in den vergangenen Tagen vor allem ein spektakulärer Doppelwechsel von Eden Hazard und Thibaut Courtois vom FC Chelsea zu Real Madrid, doch der neue Coach der Königlichen, Julen Lopetegui, sieht offenbar keinen Bedarf. „Wir sind begeistert von den Spielern, die wir haben, von den Mitarbeitern, die wir haben“, wurde Lopetegui während der USA-Reise Reals zitiert und wurde auf Nachfrage in Bezug auf Torwart Courtois sogar noch konkreter: „Ich habe mit Keylor Navas gesprochen und wir sind froh, ihn zu haben. Es gibt dazu nicht viel mehr zu sagen. Keylor ist seit einiger Zeit ein wichtiger Spieler von Real Madrid und wir wollen, dass das so bleibt.“

Während es also im Moment danach aussieht, als blieben Hazard und Courtois bei Chelsea, scheint sich der Wechsel von Axel Witsel zu Borussia Dortmund zu konkretisieren. Bislang gab es widersprüchliche Meldungen darüber, ob der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler bereits den Medizincheck beim BVB absolviert hat, doch das Dortmunder Interesse ist belegt. 20 Millionen Euro soll Witsel kosten, wobei der chinesische Erstligist Tianjin Quanjian offenbar die Existenz einer Ausstiegsklausel in dieser Höhe bestreitet und noch ein längerer Poker drohen könnte.

Nicht nach Dortmund zurückkehren wird hingegen aller Voraussicht nach Michy Batshuayi, der als Leihspieler des FC Chelsea im Frühjahr zwar eine gute Quote aufwies, dem Vernehmen nach aber nicht komplett ins Spielkonzept der Borussia passen soll. Bei Chelsea hat Batshuayi, der nun unter anderem mit dem FC Valencia in Verbindung gebracht wird, indes wohl auch keine Perspektive.

Letzteres könnte auch für Innenverteidiger Thomas Vermaelen beim FC Barcelona gelten, der entweder den Belgier oder aber den Kolumbianer Yerry Mina noch abgeben will. Für Mina gibt es nach seinen drei WM-Toren derzeit allerdings mehr Interessenten, vor allem in England, sodass Vermaelen doch weiter gefragt sein könnte.

Wohl keine Freigabe für Thorgan Hazard

Gefragt ist in England und Spanien auch Thorgan Hazard, den Borussia Mönchengladbach aber in diesem Sommer nicht mehr abgeben will. Selbst bei einer Ablöse jenseits der 20 Millionen Euro werden die Borussen wohl nicht mehr schwach, wobei dann ein Verkauf im nächsten Sommer aufgrund eines nur noch bis 2020 laufenden Vertrages sehr wahrscheinlich wäre.

Wie Thorgan Hazard hat auch Leander Dendoncker bei der WM nur eine Nebenrolle gespielt, der bemerkenswerterweise der einzige, noch in der Heimat aktive Akteur des gesamten WM-Kaders war. Das wird sich aber wohl ändern, denn beim RSC Anderlecht rechnet man nicht damit, dass der Allrounder nach seinem WM-Urlaub nochmal zurückkehrt.

Tite bleibt Teamchef Brasiliens

Eigentlich war Brasilien neben Deutschland der ganz große Favorit für den Titel bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Die brasilianische Nationalmannschaft hat zwar erwartungsgemäß die Gruppe E gewonnen, ist dann aber im Viertelfinale an Belgien sang und klanglos ausgeschieden. Natürlich wurden gleich im Anschluss Stimmen laut, wonach die Zeit von Teamchef Tite abgelaufen sei. Der brasilianische Verband hat dem aber nun einen Riegel vorgeschoben und den Vertrag vorzeitig verlängert.

Eine Niederlage in 17 Spielen

Bisher war Tite in 17 Spielen verantwortlich für die Spieler im Brasilien Trikot. Dabei hat der 57-Jährige genau eine Niederlage einstecken müssen und zwar jene gegen Belgien. Nun hat der Verband dennoch bestätigt, dass der Fußball-Lehrer die Startruppe um Neymar und Kollegen auch bei der WM in Katar betreuen wird. Tite ist außerdem der erste Trainer seit Claudio Coutinho 1978, der nach einem WM-Ausscheiden nicht entlassen wird.

Sollte er tatsächlich auch in Katar noch für Brasilien verantwortlich sein, dann wäre er erst der dritte Coach nach Mario Zagallo und Tele Santana, der bei zwei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften Brasilien trainiert. Für ihn wäre es also allemal ein Grund die WM Songs zu singen.

Kaum internationale Erfahrung

Tite hat, mit Ausnahme von zwei kurzen Trainerstationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, kaum internationale Erfahrung sammeln können. In Brasilien selbst ist der „Professor“ genannte Tite jedoch ein sehr bekanntes Gesicht. Seine längste Trainerzeit hatte er beim Spitzenclub Corinthians Sao Paulo, für die er in über 200. Pflichtspielen in der Verantwortung gestanden hat.

Nächstes Ziel: Copa America 2019

Das nächste große Turnier für die Brasilianer steht schon vor der Tür. Die südamerikanische Europameisterschaft Copa America findet im Jahr 2019 in Brasilien statt. Insgesamt ist die fünfte Copa in Brasilien. Titelverteidiger ist Chile, die bereits 2015 und auch die Sonderausgabe 2016 gewinnen konnten.  Für die Gruppenphase werden zwölf Mannschaften benötigt, daher wurden mit Japan und Katar zwei Nationen eingeladen, die nicht in Südamerika ansässig sind.

Lewandowski bleibt Polens Kapitän

Obwohl die polnische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland weitgehend enttäuscht hat, bleibt Superstar Robert Lewandowski Kapitän der Mannschaft. In der Gruppe H wurde die Truppe Letzter hinter Kolumbien, Japan und Senegal. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hat sich Lewandowski sehr deutlich zu Wort gemeldet weswegen viele Experten sogar mit einem Rücktritt des 29-Jährigen spekuliert haben. Nun hat der neue Nationaltrainer, Jerzy Brzeczek, aber einen Riegel vorgeschoben: Lewandowski bleibt Kapitän der Nationalelf Polens!

„Keine Revolution“

Mit dem Ausscheiden Polens bei der WM war klar, dass Adam Nawalka das Amt des Nationaltrainers räumen muss. Der 47-jährige Jerzy Brzeczek hat einen Vertrag bis 2020 unterzeichnet und soll die Mannschaft wieder auf Kurs bringen. Der ehemalige Mittelfeldspieler hat selber 43 Länderspiele für Polen absolviert und dabei vier Tore erzielt. „Ich will keine Revolution in die Wege leiten“, sagte Brzeczek bei seiner Vorstellung. Was damit gemeint ist, kann man zum aktuellen Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen. Polen trifft übrigens in der neuen UEFA Nations League auf Italien und Portugal. Es gibt durchaus einfachere Aufgaben für einen neuen Teamchef.

Onkel von Blaszczykowski

Einer der absoluten Leistungsträger der vergangenen Jahre, Jakub Blaszczykowski, kennt seinen neuen Teamchef auch aus der Familie. Brzeczek ist der Onkel von Blaszczykowski, der derzeit beim VfL Wolfsburg unter Vertrag steht. Kapitän Lewandowski darf sich also auch nach wie vor als wichtigster Spieler seines Landes fühlen.

Der Angreifer des FC Bayern München hat bis dato 98 Länderspiele für Polen absolviert und dabei 55 Treffer erzielt. In den Jahren 2011 bis 2018 wurde der ehemalige Borussia Dortmund-Profi demnach auch Fußballer des Jahres in seinem Land. Seinen größten internationalen Erfolg feierte Lewandowski mit Polen bei der EM 2016 in Frankreich. Damals war erst gegen den späteren Europameister Portugal Schluss im Viertelfinale. Bei der EM 2012 im eigenen Land und der Ukraine war ebenfalls schon nach der Gruppenphase die Heimreise angesagt. Die WM 2018 war die erste Weltmeisterschaft für Lewandowski.

 

Mexiko: Rafa Marquez tritt mit 39 ab

Nach der WM 2018 haben schon einige Spieler, die den Fußball in ihrem Land über Jahre hinweg geprägt haben, ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Mexikos Rafael Marquez schloss sich nun etwa Tim Cahill (Australien) oder seinem ehemaligen Teamkollegen beim FC Barcelona, Javier Mascherano (letzter Auftritt im Argentinien Trikot) an, ging aber sogar noch einen Schritt weiter und erklärte das Ende seiner aktiven Karriere.

Drei Einsätze bei der WM 2018

Kurz vor dem Ende seiner Laufbahn gelang es dem 39-Jährigen noch, einen Rekord einzustellen, den bislang sein mexikanischer Landsmann Antonio Carbajal und Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hielten. Beide kamen bei fünf verschiedenen WM-Endrunden zum Einsatz, wie nun auch Marquez, der bei der WM in Russland in den ersten beiden Spielen gegen Deutschland (1:0) und Südkorea (2:1) jeweils in der Schlussphase als Stabilisator eingewechselt wurde und dann nach 90 Minuten auf der Bank beim 0:3 gegen Schweden im Achtelfinale gegen Brasilien (0:2) sogar in der Startelf stand. Trotz ordentlicher 45 Minuten war zur Pause aus taktischen Gründen und wegen der nicht mehr für eine ganze Partie ausreichenden Kräfte aber Schluss – beim Stand von 0:0 und ohne Marquez scheiterte El Tri zum siebten Mal in Folge bei einer WM im Achtelfinale.

Von 2002 in Japan und Südkorea bis zum letzten Auftritt 2018 in Russland war Marquez stets dabei, ehe nach 147 Länderspielen nun endgültig der Vorhang fiel und die WM 2018 Songs zum letzten Mal gesungen wurden. Dass Marquez noch den Rekord von Carbajal und Matthäus würde einstellen können, war noch vor wenigen Monaten keineswegs sicher. Denn nach Vorwürfen des US-Finanzministeriums, Gelder für einen mexikanischen Drogenbaron gewaschen zu haben, die der Defensiv-Allrounder stets bestritten hat, war auch eine sportliche Zwangspause die Folge, die aber noch rechtzeitig vor der WM ein Ende fand, was Trainer Juan Carlos Osorio eine Nominierung seines auch abseits des Spielfeldes als Leader wichtigen Altstars ermöglichte.

Die beste Zeit beim FC Barcelona

Auf Vereinsebene war Marquez zuletzt für Atlas Guadalajara aktiv und damit bei jenem Verein, bei dem 1996 eine große Karriere auch begonnen hatte. Über den AS Monaco (1999 – 2003) kam Marquez im Sommer 2003 zum FC Barcelona, wo der von vielen weiblichen Fans verehrte Beau seine größten Erfolge feierte. Mit den Katalanen gewann Marquez vier Mal die spanische Meisterschaft und 2006 sowie 2009 auch die Champions League.

Nach zwei Jahren bei den New York Red Bulls kehrte Marquez in die Heimat zum Club Leon zurück, ehe er 2014/15 bei Hellas Verona nochmals ein kurzes Europa-Comeback gab. Die letzten beiden Jahre verbrachte der zweifache Gold-Cup-Gewinner (2003 und 2011) dann in der Heimat bei Atlas Guadalajara.

Zu seiner Zukunft äußerte sich Marquez, bei dem eine andere Funktion im Fußball sehr gut vorstellbar wäre, bisher noch nicht konkret.