Die UEFA Nations League 2020/21

Im Juni 2019 ging die erste Ausgabe der UEFA Nations League zu Ende. Den Titel sicherte sich Europameister Portugal, der auch die Finalrunde austragen durfte. Die Resonanz auf die erste Ausgabe war durchwachsen, wenn man ehrlich ist. Legendär wurde beispielsweise Jürgen Klopps Ausspruch, die Nations League brauche kein Mensch.

Dagegen äußerten viele Spieler durchaus Gefallen am neuen Wettbewerb. Nichtsdestotrotz hat die Nations League noch Überzeugungsarbeit zu leisten, um sich dauerhaft einen Platz im europäischen Fußballkalender zu sichern. Die zweite Ausgabe, die in den Jahren 2020 und 2021 stattfinden wird, steht deshalb unter immensem Druck. Wir stellen euch den Wettbewerb vor und erklären ihn einfach verständlich.

Wann findet Nations League 2021/21 genau statt?

Wie auch die erste Ausgabe teilt sich die Nations League in zwei Phasen: Zuerst wird eine Gruppenphase gespielt, bevor es im KO-System der vier Gruppensieger aus Liga A weitergeht. Die Gruppenphase findet von September bis Dezember 2020 statt und umfasst je nach Liga entweder vier oder sechs Spieltage. Die KO-Phase, bei der es um den Sieger geht, wird im Juni 2021 ausgetragen. Austragungsort ist dabei eines der Heimatländer der vier Teilnehmer. Die Halbfinalspiele werden nach der Gruppenphase ausgelost.

Wer startet in der Nations League?

Startberechtigt in der Nations League sind alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA. Diese gingen im Jahr 2018 in der Gruppenphase komplett an den Start. Dies dürfte nach aller Wahrscheinlichkeit auch 2020 so sein. Wie in der Erstausgabe auch, werden die 55 Mitglieder in vier Ligen einsortiert, die jeweils vier Gruppen haben. Die einzelnen Gruppen werden ausgelost. Die Ligen werden nach absteigender Stärke mit den Buchstaben A bis D gekennzeichnet. Die Gruppen tragen arabische Zahlen. Startet ein Team beispielsweise in B2, so spielt es in der zweiten Gruppe der Liga B. Die Gruppenauslosung ist für den 3. März 2020 in Amsterdam terminiert.

Die Gewinner der Gruppen steigen in die nächststärkere Gruppe auf (oder spielen in der Finalrunde). Die Letztplatzierten steigen hingegen in nächstschwächere Gruppe ab. Dies bedeutet, Gewinner dürfen sich auf attraktivere Gegner in der kommenden Ausgabe freuen. Verlierer werden hingegen mit weniger guten Gegnern leben müssen. Dies soll dafür sorgen, dass die Starter die Nations League mit dem gebotenen Ernst angehen.

Teil der WM 2022 Qualifikation

Vor einer EM hat die Nations League erheblichen Einfluss auf die Qualifikation für die Endrunde. Die Playoffs sind hier für die besten 16 Starter (vier aus jeder Liga) reserviert, die nicht auf regulärem Weg ein Ticket für die EM lösen könnten. Bei der Europameisterschaft 2021 ist dies erstmals mit den Nations League Playoffs 2020 der Fall.

Auch auf die WM Qualifikation hat die Nations League Einfluss, allerdings wesentlich weniger als bei der EM. Hier gibt es ein Mischsystem aus Qualifikations- und Nations League-Playoffs.

Für die WM 2022 hat Europa 13 Startplätze. Die WM-Qualifikation in Europa sieht eine Gruppenphase vor, in der es zehn Gruppen geben wird. Die Sieger haben das Ticket für die Endrunde in Katar gelöst. Die zehn zweitplatzierten Teams treten mit den beiden besten Nations League-Teams, die sich nicht auf regulärem Weg qualifizieren konnten oder Zweiter wurden, in den Playoffs an. Hierzu werden drei Playoffs mit je vier Teams ausgelost, um die verbleibenden drei Startplätze zu füllen. Anders als bei der EM werden also nicht alle Ligen berücksichtigt. Eine Teilnahmechance haben nur die Mannschaften aus Liga A.

Neuerungen der zweiten Nations League

Die zweite Nations League kommt mit einer wesentlichen Neuerung im Vergleich mit der Erstausgabe daher. Diese betrifft die Gruppengrößen. Bei der Erstausgabe gab es in den oberen Ligen nur drei Teams pro Gruppe. Das UEFA Exekutiv-Komitee hat am 24. September 2019 beschlossen, dies zu ändern. Die Ligen A bis C spielen ab jetzt mit vier Gruppen mit je vier Mannschaften. Dafür besteht die Liga D nur noch aus zwei Gruppen. Eine der Gruppen wird vier Mannschaften haben und eine drei. Die beiden Erstplatzierten dieser Gruppen steigen auf.

Ein Nebeneffekt der Veränderung der Gruppengrößen ist, dass alle Abstiege aus sämtlichen Ligen aus der Erstausgabe gelöscht wurden. Die Letztplatzierten dürfen in ihren Ligen verbleiben. Aus der obersten Spielklasse A betrifft dies Deutschland, Polen, Island sowie Kroatien, die eigentlich in Liga B hätten antreten müssen. Diese Entscheidung wurde von viel Kritik begleitet, da sie faktisch die Strafe für sportliches Versagen aufgehoben hat.

Ziele der Nations League

Das erste Ziel der zweiten Nations League lautet deshalb, den Vertrauensverlust wieder wettzumachen, der durch die Streichung der Absteiger entstanden ist. Realistisch kann es nicht noch einmal eine Regeländerung geben, die vor der Strafe für sportliches Versagen schützt. Ansonsten wäre die Nations League wohl endgültig ihrer Glaubwürdigkeit beraubt.

Ursprünglich wurde die Nations League ins Leben gerufen, um kleineren Mannschaften mehr Wettbewerbsspiele zu geben, die ansonsten massive Probleme haben, attraktive Gegner für Freundschaftsspiele zu finden. Offiziell ist dies nach wie vor ein Ziel. Allerdings hat die UEFA dem im Prinzip entgegengewirkt, dass die oberen Ligen zu Lasten von Spielklasse D vergrößert worden sind.

Mit Spannung dürfte auch das neue Playoff-System beobachtet werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele große Länder dieses deutlich sympathischer finden als die Variante für die EM. Vielleicht wird es übertragen, wenn es sich bewährt.