Albanien trennt sich von Christian Panucci – Mit Interimsduo gegen Andorra

Nach dem ersten Spieltag der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 gibt es bereits eine erste Trainerentlassung. Kurz nach der 0:2-Heimniederlage am Freitagabend gegen die Türkei teilte der EM-Teilnehmer von 2016 die Trennung von Christian Panucci mit. Grund dafür war laut dem albanischen Verband FSHF nicht nur die Niederlage gegen die Türkei, sondern vor allem die Fortsetzung eines Negativtrends im vergangenen Jahr, der mit dem Abstieg aus der Division C der UEFA Nations League einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hatte.

Panucci hatte die albanische Mannschaft im Juli 2017 von seinem erfolgreichen Landsmann Gianni de Biasi übernommen, allerdings nur vier von 15 Spielen gewonnen bei zwei Unentschieden und inklusive dem 0:2 gegen die Türkei neun Niederlagen. Der italienische Ex-Profi, der 57 Mal für die Squadra Azzura aufgelaufen ist, hatte vor seinem Engagement in Albanien als Co-Trainer der russischen Nationalmannschaft sowie als Chefcoach in seiner Heimat bei AS Livorno und Ternana Calcio fungiert.

Drei richtungsweisende Spiele bis Juni

Wer die Nachfolge Panuccis als Nationaltrainer Albaniens antreten wird, ist noch offen. Am zweiten Spieltag der EM 2020 Qualifikation am Montagabend in Andorra wird die Mannschaft um Kapitän Elsaid Hysaj (SSC Neapel) interimsweise vom bisherigen Assistenztrainer Ervin Bulku sowie dem erfahrenen, zuletzt aber nur noch im Nachwuchsbereich tätigen Sulejman Mema betreut. Als Dauerlösung kommt das Duo aber sehr wahrscheinlich nicht in Frage.

Nach dem Spiel in Andorra hat der Verband indes einige Wochen Zeit, um die Nachfolge zu regeln, geht es doch erst am 8. Juni mit dem Auswärtsspiel in Island weiter. Drei Tage danach erwartet Albanien am 11. Juni Moldawien. Nach dem Fehlstart gegen die Türkei, die zusammen mit Island als größter Rivale um den zweiten Platz hinter Top-Favorit Frankreich gesehen wird, stehen die Adler in diesen beiden Spielen sowie auch schon in Andorra unter Druck. Gelingen keine drei Siege, wird es bereits schwierig, die zweite EM-Teilnahme in der Geschichte des Verbandes noch zu realisieren, können doch in den beiden Spielen gegen Frankreich sowie im Rückspiel in der Türkei nicht unbedingte jeweils drei Punkte eingeplant werden.

Personelle Änderungen bereits gegen Andorra denkbar

Abzuwarten bleibt, inwieweit die beiden Interimstrainer die Mannschaft im Vergleich zur Pleite gegen die Türkei verändern. Durchaus vorstellbar, dass es zu mehreren Umstellungen kommt. Insbesondere in der Offensive, die sich gegen die türkische Defensive nur wenig in Szene setzen konnte, ist frisches Personal denkbar. Armando Sadiku oder Eros Grezda wären zwei Kandidaten, die für Schwung sorgen könnten.