EM 2024 Spielort Volksparkstadion in Hamburg

Hamburg zählt als „Tor Deutschlands zur Welt“ zu den bekanntesten deutschen Städten überall auf der Erde. Bis heute hält sich vehement die Theorie, dass der Hamburger seinem Namen einem in die USA ausgewanderten Ex-Bewohner der Elb-Metropole verdankt. Allein das Fast-Food-Sandwich sorgt deshalb für viel Bekanntheit.

Sportlich hat Hamburg aber ebenfalls einiges zu bieten. Mit dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli spielen beispielsweise gleich zwei bekannte und beliebte Vereine in der Stadt. Das Volksparkstadion, Heimat des ersteren Klubs, wurde aus diesen Gründen als einer der EM 2024 Spielorte ausgewählt, die nach 1988 zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragen wird.

Die Hamburg Arena als Stadion & Spielort der EURO 2024

Hamburg Arena / Volksparkstadion (Quelle: Wikipedia, Mufingg, Gemeinfrei)

Das Volksparkstadion in Hamburg: Die wichtigsten Fakten zur EURO 2024 Spielstätte

  • Eröffnet: 1953
  • Kapazität: 50.215 Plätze
  • Kosten: ca. 130 Millionen Euro
  • EM-Spiele: 4 Gruppenspiele, 1 EM-Viertelfinale

Die Geschichte des Hamburg Arena

Das Volksparkstadion liegt im Hamburger Stadtteil Altona. Der namensgebende Park bezieht sich dabei tatsächlich auch nur auf den Bezirk und nicht etwa auf die gesamte Arena. Die Vorgeschichte begann im Jahr 1925. Damals wurde hier das Altonaer Stadion gebaut. Dieses war durchaus populär. Seit 1927 war es Schauplatz von Länderspielen des deutschen Teams. Ein Jahr später fand hier das Finale der deutschen Meisterschaft statt, dass der HSV für sich entscheiden konnte. Dieser spielte freilich nicht hier, sondern am Sportplatz am Rothenbaum. Es war Zufall, dass er das Endspiel in der eigenen Stadt bestreiten durfte.

Hamburg nahm im Krieg schwere Schäden. Dies galt auch für das Altonaer Stadion, das schnell als nicht mehr zu retten eingestuft wurde. 1951 wurde es deshalb abgerissen. Kurz danach begannen an der gleichen Stelle die dreijährigen Bauarbeiten für den Nachfolgebau. Das neue Volksparkstadion fasste 76.000 Zuschauer und bekam wegen seiner runden Bauweise und dem doch recht großzügigen Gebrauch von Beton den eher nicht schmeichelhaften Namen Betonschüssel. Bis in die 1990er Jahre zählte das Stadion bei den meisten Fußballfans zu den unbeliebtesten Arenen des Landes. Es kam kaum Stimmung auf und das Stadion war optisch nicht sonderlich schön. Der HSV zog trotzdem 1963 ein, weil seine bisherige Heimat einfach nicht mehr den Anforderungen der Zeit genügte.

An der Beliebtheit des Volksparkstadions änderten auch die Bauarbeiten in den 1970er und 1980er Jahren nichts. Sie wurden für die WM 1974 notwendig. Eine Tribüne wurde dabei komplett neuerrichtet. Die Kapazität sank auf 61.300 Plätze. Die Bundesrepublik spielte bei der WM in Hamburg gegen die DDR und verlor mit 0:1 – das Volksparkstadion hatte so seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher.

Mehr Sicherheit durch Renovierung und Umbau

Die nächsten Umbaumaßnahmen erfolgten aus dramatischen Gründen. Bei der Meisterfeier des HSV im Jahr 1979 kam es zu massiven Ausschreitungen mit 71 Verletzten. Ein komplett neues Sicherheitskonzept musste entwickelt und umgesetzt werden, durch das die Kapazität nochmals massiv sank.

In den 1990er Jahren entstand der Wunsch einer kompletten Renovierung. Das Stadion sollte eine reine Fußballarena werden. Zudem sollten die Bausünden von einst beseitigt werden. 1998 begann die Arbeiten, die bis ins Jahr 2000 dauern sollten. Sie fahnden während des regulären Spielbetriebs statt. Jede Tribüne wurde einzeln abgerissen und wieder aufgebaut. Die Kosten für den Umbau sollten eigentlich nur 80 Millionen Euro betragen, kletterten aber auf 100 Millionen Euro. In der Folge ging einer der wichtigsten Investoren insolvent. Das Stadion wurde ohne ihn wesentlich vom HSV sowie von öffentlichen Zuschüssen bezahlt.

Um die Umbauten bezahlen zu können, entschieden sich die Verantwortlichen der Hamburger für einen Schritt, der damals noch als Sakrileg für viele Fans galt. Sie verkauften die Namensrechte des Stadions an einen Investor. Von 2001 bis 2007 spielte der HSV in der AOL Arena. Auch während der WM 2006 trug es also diesen Namen. Von 2007 bis 2010 hieß das Stadion HSH Nordbank Arena. Von 2010 bis 2015 hatte es die Bezeichnung Imtech Arena. Dann kaufte Investor Klaus-Michael Kühne die Namensrechte und gab dem Stadion seine alte Bezeichnung zurück. Die entsprechende Vereinbarung ist allerdings zum 30. September 2020 ausgelaufen. Die Namensrechte liegen damit wieder beim Verein, der beispielsweise mit der Telekom intensiv verhandelt haben soll. Wie lange es wirklich noch das Volksparkstadion ist, steht damit in den Sternen.

Die Arena hat sich trotz wechselnder Bezeichnungen ihren Namen gemacht. Ein Jahr nach der WM war sie Schauplatz vom Live Earth Konzert. Musiker treten ohnehin regelmäßig im Stadion auf. 2010 richtete die Arena das erste Finale der neugeschaffenen Europa League aus. Es folgten Ausrichtungen nationaler Wettbewerbe wie dem Liga total!-Cup 2012 und dem Telekom Cup 2014. Die EM 2024 ist allerdings mit Abstand die größte Bühne, die das Stadion seit langem sieht.

Das ist der EM 2024 Spielort Hamburg

Hamburg ist einer der drei deutschen Stadt-Staaten. Dies bedeutet, es handelt sich um Stadt und Bundesland zugleich. 1,85 Millionen Einwohner machen Hamburg zudem zur zweitgrößten Stadt Deutschlands. Geschlagen wird die Elb-Metropole nur von der Bundeshauptstadt Berlin.

Verantwortlich für die zahlreichen Einwohner war lange vor allem der Hafen, der viele Arbeiter anzog. Er ist bis heute einer der größten Warenumschlagplätze des Planeten. Sportlich spielen neben dem Fußball vor allem der Handball und das Eishockey die entscheidende Rolle in der Stadt. Die Aushängeschilder sind der HSH Hamburg und die Hamburg Freezers.

 

In diesen Stadien rollt der Ball bei der EM 2024 ebenfalls: