EM 2024 Spielort Veltins-Arena in Gelsenkirchen

Ein Herz des deutschen Fußballs schlägt ohne jede Frage im deutschen Ruhrgebiet. Vereine wie Borussia Dortmund oder FC Schalke 04 sind nicht nur für ihre Erfolge bekannt, sondern auch für ihre einzigartige Fan-Kultur. Deutschland legte bei seiner Bewerbung für die Europameisterschaft 2024 viel Wert darauf, dass der Fußball nach Hause käme und die Freude am Spiel zu sein werde.

Deshalb sollten die großen Hochburgen des Sports in Deutschland unbedingt bedacht werden als es um die EM 2024 Stadien ging. Praktisch von Beginn sicher war deshalb, dass auch die Veltins-Arena in Gelsenkirchen unter den Spielstätten sein würde. Besser bekannt ist sie schließlich unter den Worten „Auf Schalke“. Und auch, wenn der Verein letzthin viel von seinem einstigen sportlichen Glanz eingebüßt haben mag, erwartet die Besucher der EM-Spiele fraglos ein einzigartiges Erlebnis.

Arena AufSchalke in Gelsenkirchen als EURO 2024 Spielort

Arena AufSchalke (Quelle: Wikipedia, Friedrich Petersdorff, CC BY-SA 3.0 de)

Die Arena AufSchalke in Gelsenkirchen: Fakten & Infos zum EURO 2024 Stadion auf einen Blick

  • Eröffnet: 13. August 2001
  • Kapazität: 49.471 Plätze
  • Kosten: 19 Millionen Euro
  • EM-Spiele: noch nicht bekannt

Die Geschichte der Veltins-Arena in Gelsenkirchen

Die Veltins-Arena ist zweifelsohne das „Baby“ des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer – aber der Reihe nach. Ursprünglich gab es in Gelsenkirchen ein Stadion namens Glückauf-Kampfbahn. Diese musste allerdings im Vorfeld der WM 1974 dem neuen Parkstadion weichen, das deutlich zeitgemäßer war. In den 1980er Jahren zeigte dieses aber seinerseits deutliche Spuren der Zeit. Es litt unter Bergschäden. Es entstanden deshalb Ende der 1980er Jahre Pläne für ein neues Stadion. Diese wurden zu Beginn der 1990er Jahre mehrfach überarbeitet. Die Kosten kletterten von 100 Millionen DM auf 250 Millionen DM und schließlich sogar auf 320 Millionen DM. Dann zogen die Verantwortlichen den Stecker und legten das Projekt als unbezahlbar zu den Akten.

Schalke 04 war als Verein zu dieser Zeit nicht in der Lage, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Verein stand am Ende des Bankrotts. Das Trainingsgelände war verrostet und verschimmelt. Der Klub konnte kaum die Spielergehälter zahlen. Präsident Günter Eichberg, der die ursprünglichen Neubaupläne maßgeblich vorangetrieben hatte, musste deshalb geben. 1996 kam Assauer in den Verein, der vom ersten Tag an aggressiv mit dem Gedanken spielte, doch wieder einen Neubau anzustoßen.

Assauer gelang es in relativer kurzer Zeit, die finanzielle Situation seines Vereins zu stabilisieren. 1998 hoben die Banken deshalb den Daumen und der Neubau konnte beginnen. Es entstand ein gänzlich anderes Stadion als ursprünglich geplant. Es verfügt beispielsweise über ein komplett schließbares Dach und eine Rasenfläche, die aus der Arena herausfahren kann. Zur Eröffnung war die damalige Arena auf Schalke das modernste Stadion der Welt. Die Knappen hatten während der Bauzeit weiterhin im Parkstadion gespielt, das direkt gegenüber von der neuen Arena lag. Nach dem Umzug wurde das alte Stadion abgerissen.

Neueröffnung gegen den BVB & Nürnberg

Zur Eröffnung des neuen Stadions reisten Schalkes Lieblingsfeind Borussia Dortmund und der 1. FC Nürnberg für ein Blitzturnier an. Das erste richtige Spiel im neuen Stadion folgte im August 2001 in der Bundesliga. Assauer präsentierte die Arena voller Stolz und wurde dabei nicht müde zu betonen, dass es sich um das erste komplett privatfinanzierte Stadion handelt. Tatsächlich schoss die öffentliche Hand keinen Cent zu. Hierfür vermarkteten die Schalker ihre Arena auch immer wieder für andere Events. Der Liga total! Cup, der Super-Cup 2011 oder die Biathlon World Team Challenge sowie diverse andere sportliche Ereignisse sowie Konzerte fanden und finden hier statt.

Ihre Feuertaufe auf der ganz großen Bühne erlebte die neue Arena im Jahr 2004. Sie durfte das Champions League-Finale austragen. Ein Jahr später erfolgte die Umbenennung zur heutigen Bezeichnung. Der Bier-Hersteller Veltins hat sich die Namensrechte mindestens bis 2027 gesichert. 2006 war die Veltins-Arena eines der wichtigsten Stadien im Rahmen der WM. 2010 musste das Stadion zum ersten Mal renoviert werden. Eine Dach-Membran aus Glasfaser riss im Januar ein. Zuerst gab es die Befürchtung, dass Schneemassen dafür verantwortlich gewesen sein könnten. Dies hätte bewirkt, dass das gesamte Dach hätte saniert werden müssen. Tatsächlich soll es aber rutschendes Eis gewesen sein. Der Verein tauschte aus Sicherheitsgründen trotzdem großflächig Membranen aus.

Die Fans liebten die neue Arena. 2014 war sie das am besten besuchte Stadion Deutschlands. In den folgenden Jahren belegte sie den zweiten Rang hinter der Münchner Allianz Arena. Der Verein musste in dieser Zeit allerdings mit einem schweren Verlust umgehen. Der langjährige Manager Rudi Assauer verstarb. Schon einige Zeit zuvor war seine Alzheimer-Erkrankung von ihm selbst bekannt gemacht worden. 2019 wurde der Platz deshalb umbenannt, an dem die Arena steht. Er heißt jetzt Rudi-Assauer-Platz. Sein „Baby“ hat die Hausnummer 1.

Das ist der EM 2024 Spielort Gelsenkirchen

So schillernd der FC Schalke 04 ist, desto weniger gilt dies für Gelsenkirchen als Heimatstadt des Vereins. Selbst die wenigsten Deutschen wissen mit der rund 260.000 Einwohner starken Metropole in Nordrhein-Westfalen etwas anzufangen, das über den Fußball hinausginge. Dies wird der Stadt aber nicht gerecht, die erfolgreich den Strukturwandel von einer Bergbau-Region zu einer Technik- und Wissensstadt geschafft hat. Der Stadtwald oder auch der Nordsternpark zeigen dabei in beeindruckender Manier an, dass Gelsenkirchen auch wunderschöne Natur zu bieten hat.