EM 2024 Spielort Olympiastadion in Berlin

Im Juni und Juli 2024 soll die EM 2024 in Deutschland stattfinden. Nach 1988 kehrt die Europameisterschaft zum zweiten Mal in die Bundesrepublik zurück. Es ist also das erste Mal, dass es sich um eine gesamtdeutsche EM handelt. Es ist zugleich das größte Sportereignis, das Deutschland seit der WM 2006 der Herren und der WM 2011 der Frauen ausrichtet.

Berlin als Hauptstadt steht dabei natürlich besonders im Mittelpunkt. Dies gilt zwangsläufig auch für das Olympiastadion, das hier als Spielstätte dient. Wie die meisten Deutschen wissen, ist die Geschichte des Stadions nicht ganz einfach – sie steht sinnbildlich für die Ereignisse in Deutschland im 20. Jahrhundert. Dies gilt im Guten wie im Schlechten.

Das Olympiastadion in Berlin als Austragungsorte der EURO 2024 in Deutschland

Olympiastadion Berlin (Quelle: Wikipedia, Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0 de)

Das Olympiastadion in Berlin: die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Eröffnet: 1. August 1936
  • Kapazität: 70.033 Plätze
  • Kosten: 242 Millionen Euro
  • Spiele bei der EM 2024: noch nicht bekannt

Die Geschichte des Olympiastadions in Berlin

1912 wurde Berlin eine große Ehre zuteil. Das IOC vergab die Sommerspiele 1916 an die damalige Reichshauptstadt. Innerhalb von nur 200 Tagen wurde deshalb das Deutsche Stadion errichtet, das als Schauplatz dienen sollte. Es entstand nach Plänen des Architekten Otto March. Durch den Ersten Weltkrieg konnten die Spiele nicht stattfinden. Deutschland war zudem 1920 und 1924 ausgeschlossen. In dieser Zeit konnte die Olympiade deshalb auch nicht nachgeholt werden.

Ab 1928 sah die Lage anders aus. Mit der Rückkehr der deutschen Athleten zu den Spielen war auch eine Austragung im Reich wieder vorstellbar. Und tatsächlich vergab das IOC im Jahr 1931 die Olympiade 1936 in die Reichshauptstadt. Man fühlte sich damals gut. Schließlich war Deutschland zu dieser Zeit eine Demokratie. Und wieder sollte das Deutsche Stadion Schauplatz der Spiele sein.

Zwei Jahre später wandelte sich die Lage jedoch dramatisch. Das Dritte Reich kam an die Macht. Hitler entzog Berlin die Planungen für das Turnier und machte sie zur Reichssache. Das Deutsche Stadion war für seinen Geschmack viel zu klein und zu wenig pompös. Es wurde deshalb für ein neues Olympiastadion abgerissen. Architekt war kein anderer als Werner March, Sohn des ursprünglichen Architekten Otto.

Hitler stellte ihm seinen persönlichen Architekten Albert Speer zur Seite, um sicherzugehen, dass das Ergebnis seinen Vorstellungen entsprechen würde. Entgegen Speers sonstigem Charakter soll er sich mit seinem Kollegen sofort ausgezeichnet verstanden haben. Es war deshalb sogar nur ein persönliches Treffen nötig.

1934 begannen die Arbeiten, die 1936 beendet waren. Umgerechnet gab das Reich 191 Millionen Euro aus bzw. damals 42 Millionen Reichsmark. Ursprünglich veranschlagt waren 5,5 Millionen Mark gewesen. Hitler soll bei der Olympiade 1936 jeden Tag persönlich im Stadion gewesen sein und das Geschehen aus seiner persönlichen Loge verfolgt haben. Über 100.000 Menschen leisteten ihm dabei Gesellschaft. Im Krieg wurde die Anlage schließlich schwer beschädigt.

Das Olympiastadion bis zur Wiedervereinigung

Das Stadion wurde nach dem Krieg notdürftig repariert und zur Heimat von Hertha BSC Berlin. Beispielsweise musste der Glockenturm aus Sicherheitsgründen gesprengt und wieder aufgebaut werden. Ansonsten passierte wenig. Die britische Militärverwaltung verfügte 1957 lediglich, dass die Führerloge gesprengt würde, um die Entstehung einer Kultstätte für Rechtsradikale zu verhindern.

Da sich die Arena mitten im geteilten Berlin befand, durfte sie keine prominente Rolle bei von der Bundesrepublik organisierten Turnieren spielen. Sie war beispielsweise zwar Spielort der WM 1974, kam aber als Finalort nicht in Frage. Bei der EM 1988 wurde das Stadion überhaupt nicht berücksichtigt. Immerhin wurde es 1985 zum Austragungsort des Finales des DFB-Pokals der Männer – und lange auch der Frauen.

Die Arena nach der Wiedervereinigung

In den 1990er Jahren war das Stadion mit dem Ausdruck „baufällig“ noch recht freundlich umschrieben. Mit dem Aufstieg von Hertha BSC in die Bundesliga war deshalb klar, dass etwas passieren musste. Dies galt umso mehr, als Deutschland den Zuschlag für die WM 2006 erhielt. Der DFB hatte seine Bewerbung stark auf ein Turnier in Gesamtdeutschland zugeschnitten. Berlin fiel deshalb zwingend die wichtigste Rolle zu. Das Stadion war allerdings weitgehend noch immer die von Nazis gebaute Arena.

Zwischen 2000 und 2004 wurde sie deshalb kernsaniert und modernisiert. Teile des historischen Mauerwerkes wurden unter Denkmalschutz gestellt und entsprechend abgesichert. Dies galt beispielsweise für den sogenannten Feuerring. Die Zuschauertribünen wurden zudem etwas näher an das Spielfeld gezogen, um eine dichtere Atmosphäre zu schaffen. Alle Änderungen wurden so gestaltet, dass sie sich theoretisch leicht wieder entfernen ließen, um den Zustand von vor 2000 herzustellen. Dies geschah auf Wunsch von Umwelt- sowie Denkmalschützern.

Das Stadion richtete das Finale der WM 2006 aus und kam 2011 bei den Frauen für die Eröffnung des Turniers zum Einsatz. 2015 fand hier zudem das Champions League-Finale statt. Die Leichtathletik-WM 2009, die entsprechende EM 2018 sowie diverse Konzerte wurden und werden hier ebenfalls ausgetragen.

Das ist der EURO 2024 Spielort Berlin

Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik und zugleich eines der 16 Bundesländer. Mit rund 3,7 Millionen Einwohnern ist zudem keine Stadt größer als die Spree-Metropole. Fußballerisch ist nicht nur Hertha BSC von Bedeutung. Mit Union Berlin gibt es ein zweites sehr erfolgreiches Team in der Stadt. Dieses spielt allerdings in einem eigenen Stadion – der Alten Försterei.

 

Das sind einige weitere Stadien der EURO: