Alles zum EM 2024 Spielort Signal-Iduna-Park in Dortmund

Borussia Dortmund zählt zu den größten und erfolgreichsten Vereinen Deutschlands. In der ewigen Tabelle der Bundesliga belegt Schwarz-Gelb den zweiten Platz hinter dem FC Bayern München. Auch international ist der BVB eine Top-Adresse. Wenig überraschend ist der Signal-Iduna-Park als Heimat der Dortmunder eine der bekanntesten Arenen des Kontinents. Noch immer kommen in kein anderes Stadion mehr Fans pro Saison als die Heimat der Borussia.

Die Südtribüne mit den größten Fans der Dortmunder wird dabei gerne als „Wand“ von den Gegnern beschrieben. So war es keine Frage, dass der Signal-Iduna-Park auch EM 2024 Spielort sein wird. Zum zweiten Mal nach 1988 darf Deutschland das Turnier ausrichten. Wir stellen die Arena vor, die während der EURO 2024 offiziell BVB Stadion heißen wird. Kommerzielle Namen sind bei derartigen Turnieren nicht gestattet.

Das BVB Stadion in Dortmund als Austragungsort der EURO 2024

BVB Stadion (Signal Iduna Park) in Dortmund (Quelle: Wikipedia, DerHans05, CC BY-SA 3.0 de)

BVB Stadion in Dortmund: Die wichtigsten Fakten zum EM 2024 Stadion

  • Eröffnet: 2. April 1974
  • Kapazität: 61.524 Plätze
  • Kosten: ca. 200 Millionen Euro
  • EM-Spiele: noch nicht klar

Die Geschichte des Signal-Iduna-Parks: Alles beginnt mit dem Kölner Geiz

Der Signal-Iduna-Park wurde im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1974 gebaut, die in Westdeutschland stattfand. Der ursprüngliche Name der Arena war dabei Westfalenstadion. Tatsächlich hätte es dieses aber eigentlich nicht geben sollen. Ursprünglich hätte das Stadion in Köln für die WM kernsaniert (faktisch neu gebaut) werden sollen. Die Kosten für dieses Projekt waren dem Stadtrat der rheinischen Metropole jedoch zu hoch. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen, das einen Teil der Kosten trug, wandte sich deshalb an Dortmund.

Hier war die Gemeinde aufgeschlossener. Der Rat der Stadt entschied sich dabei für ein Palettenstadion in Fertigbauweise. Dies hatte zwei Gründe. Erstens war die Arena günstiger. Sie fasste ursprünglich 54.000 Zuschauer und kostete 31 Millionen Mark. Zweitens drängte langsam die Zeit. Das Stadion musste schließlich rechtzeitig zur WM fertig sein und es war schon 1971. Die gelben Pylonen, die bis heute optisch signifikant für den Signal-Iduna-Park sind, waren damals schon vorhanden. Allerdings lagen sie tiefer. Sie stabilisieren die Stapel der Tribünen.

Ausbau in den 1990er Jahren

In den 1990er Jahren gab es die erste große Ausbauphase nach mehreren kleinen Modernisierungen. Das Ganze war sehr lange verschleppt worden. Dies führte dazu, dass Dortmund als Austragungsort für die EM 1988 nicht berücksichtigt wurde. Die Ausbauphase fand zwischen 1995 und 1999 statt. Sie war dem Umstand geschuldet, dass immer mehr Menschen ins Stadion wollten, da der BVB inzwischen zu einem internationalen Top-Verein gereift war. Beispielhaft sei nur der Champions League-Sieg 1997 genannt. Entsprechend groß war das Interesse an Karten. Die Ausbauphase konnte und sollte endgültig nicht mehr aufgeschoben werden. Deshalb erhielt die Arena einen Oberrang, der Tribüne für Tribüne nacheinander aufgebaut wurde.

Ausbau in den 2000er Jahren

Im Jahr 2000 erhielt den Zuschlag für die WM 2006. Von Beginn an war klar, dass auch dieses Mal in Dortmund gespielt werden sollte. Das Stadion war allerdings noch nicht in dem Zustand, wie sich ihn der Verein und der DFB wünschten. Insbesondere die offenen Ecken des Stadions sollten endlich verschwinden. Geplant wurden deshalb die „Aussichtstürme“ an den Seiten der großen Tribünen, die über große Fensterfronten verfügen. Sie wurden praktisch ins Stadion eingesetzt – wie gigantische Lego-Stücke. Die Pylonen zeigen an, wo genau die ursprünglichen Tribünen aufhörten und die neuen Türme begannen. Von außen ist ebenfalls gut zu erkennen, dass die Türme später entstanden. Unter der obersten Fensterfront gibt es beispielsweise eine Stahlfassade, die außen ansonsten nicht zum Einsatz kommt.

Gleich in dreifacher Hinsicht war der zweite große Ausbau eine gelungene Sache. Das Westfalenstadion hatte optisch zwar erstens immer einen ganz eigenen Charme, der durch die Masse an Menschen auf engem Raum erzeugt wurde. Allerdings galt das Stadion nie als wirklich schön. Durch die Türme änderte sich dies. Die Arena schien endlich fertig zu sein. Zweitens konnte die Zuschauerzahl weiter aufgestockt werden. Sie kletterte von 68.000 auf über 80.000. Drittens entstanden viele teure Logen.

Sonstige Nutzung des Signal-Iduna-Parks

2005 wurde aus dem Westfalenstadion der Signal-Iduna-Park. Dortmund holte den Namenssponsor in einer Zeit großer finanzieller Not ins Boot. Es war immer eine rein für den Fußball gedachte Arena, woran sich nie etwas geändert hat. Neben dem BVB trägt deshalb ausschließlich die deutsche Nationalmannschaft Spiele in der Arena aus. Andere Nutzungen wie z.B. als Schauplatz von Konzerten sind ausgesprochen selten.

Das ist der EM 2024 Spielort Dortmund

Wer in Deutschland lebt, bringt Dortmund klassisch mit dem Ruhrgebiet in Verbindung, in dem es liegt und das bis heute für die Wirtschaft der Stadt wichtig ist. Komplett gerecht wird diese Reduzierung auf die Region dem Ort aber nicht. Mit knapp 590.000 Einwohnern ist Dortmund die drittgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens (hinter Köln und Düsseldorf) sowie die neungrößte der Bundesrepublik.

Gegründet wurde Dortmund im 9. Jahrhundert. Gut 100 Jahre später folgten die Stadtrechte. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit lebte Dortmund vor allem von seinen Brauereien und vom Handwerk. Dies alles änderte sich als im 19. Jahrhundert die Kohleförderung sowie die Stahlproduktion begannen. Dortmund wurde eine Stadt der „Kumpel“. Inzwischen findet zwar der Strukturwandel statt, durch den viele High-Tech-Unternehmen gekommen sind. Prägend sind aber noch immer Förderwerke, Depots und Bahnstrecken, die durch den Bergbau und die Schwerindustrie entstanden.

 

Neben dem Signal Iduna Park in Dortmund wird bei der EURO unter anderem auch hier gespielt: