EM 2024 Spielort Deutsche Bank Park in Frankfurt

Wenn im Juni und Juli 2024 bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland der Ball rollt, dann ist klar, dass auch Frankfurt unter den Spielorten sein wird. Die Mainmetropole hat einen doppelten Heimvorteil: Sie ist nicht nur Teil des Gastgeberlandes, sondern auch der Heimatort des deutschen Verbandes DFB.

Zudem bietet Frankfurt eine herausragende Infrastruktur. Hier gibt es schließlich einen der größten Flughäfen der Welt, was die An- und Abreise aus ganz Europa deutlich entspannt. Gespielt wird dabei im ehemaligen Waldparkstadion, das heute den Namen Deutsche Bank Park trägt. Auch, wenn die Bezeichnung einen anderen Gedanken nahelegt: Die Arena befindet sich vollständig im Besitz von Eintracht Frankfurt.

Der Deutsche Bank Park in Frankfurt als EURO 2024 Stadion in Deutschland

Frankfurt Stadion (Quelle: Wikipedia, Patrik Meyer, CC BY-SA 4.0)

In Frankfurt am Main wird auch die Auslosung der EM Qualifikation 2024 stattfinden. Diese ist für den 9. Oktober 2022 geplant.

Das Frankfurt Stadion: Die wichtigsten Fakten zur EURO 2024-Spielstätte

  • Eröffnet: 21. Mai 1925
  • Kapazität: ca. 200 Millionen Euro
  • Kosten: 48.057 Plätze
  • EM-Spiele: 4 Gruppenspiel, 1 EM-Achtelfinale

Die Geschichte vom Deutsche Bank Park in Frankfurt

Es ist nicht ganz klar, ob das heutige Stadion die vierte Arena am gleichen Standort ist oder dieselbe Anlage, die nur vier Mal extrem umgebaut wurde. Das erste Waldstadion wurde 1925 auf einem alten Militärgelände gebaut und sollte ursprünglich das Herzstück einer Olympia-Bewerbung Frankfurts werden, die jedoch zugunsten Berlins zurückgezogen werden mussten. Im Dritten Reich wurde die Arena auf 55.000 Plätze ausgebaut.

Nach Kriegsende sollten hier wieder Profi-Fußballspiele abgehalten werden. Aber bereits 1953 gab es massive Probleme: Eintracht Frankfurt hatte für ein Heimspiel gegen 1. FC Kaiserslautern 70.000 Karten für nur 55.000 Plätze verkauft. Es kam zu einer Schlägerei mit mehreren Hundert Verletzten. Es folgte der erste Komplettumbau, der 19 Monate dauerte und 1955 abgeschlossen war.

Der zweite Komplettumbau hatte erfreulicherweise einen deutlich weniger unschönen Hintergrund. Deutschland hatte die WM 1974 erhalten und natürlich sollten auch schon damals Spiele in Frankfurt stattfinden. Von 1972 bis 1974 wurde die Arena deshalb einmal mehr praktisch neu gebaut. Es lohnte sich: Deutschland bestritt in Frankfurt die legendäre „Wasserschlacht“ gegen Polen, gewann mit 1:0 und erreichte so das Finale, dass das DFB-Team gegen die Niederlande mit 2:1 gewinnen sollte. Aufgrund dieser „feucht-fröhlichen“ Erfahrungen wurden in den Folgejahren eine Drainage und eine Rasenheizung eingebaut.

Glanzzeit des Waldstadions in Frankfurt

Die 1980er Jahre meinten es gut mit dem Waldstadion. Es begann mit den zahlreichen Spielen im UEFA-Pokal, den die Eintracht 1980 gewann. Es folgten Konzerte von berühmten Bands und Künstlern wie Michael Jackson, U2, Bruce Springsteen, Tina Turner und den Rolling Stones. Der evangelische Kirchentag 1987 fand ebenfalls hier statt. Die dritte Umbauphase wurde für die EM 1988 notwendig, die wieder in Deutschland stattfand. Optisch am deutlichsten erkennbar waren die neue Videoleinwand und die ersten VIP-Anlagen, die aufgebaut wurden.

Dem Hoch der 1980er Jahre folgte allerdings ein Tief in den 1990ern. Dies konnte auch der American Football nicht kompensieren, der neben der Eintracht ins Stadion einzog. Die Adler sackten sportlich ab und spielten mehrere Jahre in der zweiten Liga. Ambitionierte Umbaupläne mussten deshalb aufgegeben werden. Erst im Jahr 2000 änderte sich die Lage. Deutschland erhielt den Zuschlag für die WM 2006. In Frankfurt sollte deshalb einmal mehr ein komplett neues Stadion am gleichen Ort wie das bisherige entstehen.

Umbauarbeiten für die WM

Die Arbeiten begannen 2002 und zogen sich bis 2005. Tribüne für Tribüne wurde nacheinander umgebaut. Die Arena blieb in dieser Zeit in Betrieb. Optisch am meisten zu beeindrucken wusste anschließend das neue Faltdach, das bei Bedarf aus- und eingefahren werden kann. Es überdeckt das Spielfeld komplett. Allerdings verpatzte es sogleich seinen ersten richtigen Einsatz. Frankfurt war der wichtigste Spielort des Confed-Cups, den Deutschland ein Jahr vor der WM ausrichtete. Hier fand das Finale statt. An diesem Tag goss es, weshalb das Dach geschlossen wurde. Es war allerdings an einer Stelle undicht. Über einer Eckfahne ging deshalb während der gesamten Partie ein Wasserfall nieder.

Davon abgesehen bewährte sich das neue Stadion, das anschließend bei der WM der Männer und der Frauen (2011) zum Einsatz kam. Für die Umbaufinanzierung wurden erstmals die Namensrechte verkauft. Das Stadion hieß von 2005 bis 2020 Commerzbank Arena. Seit damals trägt es seinen heutigen Namen. Es kommt neben dem Fußball nach wie regelmäßig für andere Ereignisse zum Einsatz wie z.B. Eishockey, Football oder Konzerte. In der Bundesliga kommen jährlich mehr als eine Million Fans, um die Eintracht zu sehen. Die Arena zählt damit zu den am besten besuchten Stadien des Landes.

Hier erfährst du alles über die EM Austragungsorte 2024.

Das ist der EM 2024 Spielort Frankfurt

Frankfurt zählt etwa 763.000 Einwohner. Die Main-Metropole ist damit die größte Stadt Hessens. Im Deutschland-Ranking liegt sie auf Platz 7. Frankfurt wäre wohl auch die Landeshauptstadt Hessens, wenn sie nicht als Bundeshauptstadt 1948/49 vorgesehen gewesen wäre. Ihre historische Bedeutung, ihre Lage und ihre Infrastruktur sprach dafür.

Es war Konrad Adenauer, der dies verhinderte und Bonn durchsetzen konnte. Sportlich hat Frankfurt im Fußball nicht nur die Eintracht zu bieten, sondern auch den FSV. Bei den Frauen zählte der 1. FFC Frankfurt zu den erfolgreichsten Frauen-Teams des Landes. Seit 2021 ist er aber die Frauen-Abteilung der Eintracht geworden, die entsprechend diese Ehrung geerbt hat.

 

Neben dem Deutsche Bank Park ist auch das RheinEnergieStadion EM 2024 Spielort, genauso wie das Olympiastadion Berlin oder auch die Merkur Spiel-Arena als EURO Stadion. Insgesamt wird an 10 Standorten in Deutschland gespielt.