Copa America: Argentinien beendet lange Durststrecke

28 Jahre nachdem Gabriel Batistuta die Albiceleste im Finale der Copa America 1993 in Ecuador mit einem Doppelpack zu einem 2:1-Sieg über Mexiko geschossen hat, ist die Durststrecke der argentinischen Nationalmannschaft ohne großen Titel in der Nacht von Samstag auf Sonntag mitteleuropäischer Zeit zu Ende gegangen. Im Endspiel der diesjährigen Copa landete Argentinien beim “Auswärtsspiel“ im legendären Maracana in Rio de Janeiro einen 1:0-Sieg, womit endlich auch Lionel Messi seinen ersten großen Titel mit seiner Heimat feiern durfte.

Der mittlerweile 34 Jahre alte Superstar hatte mit Argentinien zwar 2008 bei den Olympischen Spielen Gold und drei Jahre zuvor mit der U20 die Junioren-Weltmeisterschaft gewonnen, doch bei vier WM-Teilnahmen und fünf Starts bei der Copa America war der beim FC Barcelona erfolgsverwöhnte Messi leer ausgegangen. Dabei verlor Messi nicht nur das Finale der WM 2014 gegen Deutschland mit 0:1 nach Verlängerung, sondern ging auch in drei Endspielen der Copa America als Verlierer vom Platz. 2007 unterlag der noch junge Messi Brasilien mit 0:3, bevor Argentinien 2015 und 2016 jeweils auf tragische Weise im Elfmeterschießen gegen Chile den großen Wurf verpasste.

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Gegen Chile musste man auch direkt vor der Copa America in der WM 2022 Qualifikation ran, wo man ebenso wie gegen Kolumbien nur unentschieden spielte. Der Ausblick auf das kommende Turnier war dadurch nicht ganz so rosig, wie von vielen angenommen.

Angel di Maria mit dem goldenen Tor

Diesmal aber gelang es endlich, sich die Krone des südamerikanischen Fußballs aufzusetzen. Der vor dem Turnier 8. der FIFA-Weltrangliste Argentinien steht nun insgesamt bei 15 Triumphen und hat in dieser Hinsicht Rekordsieger Uruguay wieder eingeholt. Vor 7.800 Zuschauern im damit schon ausverkauften Maracana war Brasilien anfangs zwar die bessere Mannschaft, doch richtig zwingend für die Selecao dabei nicht. Anders als Argentinien, das in der 21. Minute in Person von Angel di Maria zuschlug, der einen langen Ball von Rodrigo de Paul über den brasilianischen Schlussmann Ederson hinweg ins Tor lupfte.

In der Folge kontrollierte Argentinien das Geschehen zunächst weitgehend, ehe im zweiten Durchgang Brasilien wieder etwas stärker aufkam und spürbar um den Ausgleich bemüht war. Dieser gelang zwar durch Richarlison, der dabei allerdings im Abseits stand, sodass der Jubel schnell wieder verstummte. Anschließend erwies sich der argentinische Torhüter Emiliano Martínez  mehrfach als stabiler Rückhalt seiner Mannschaft und hatte damit seinen Anteil daran, dass die Albiceleste den knappen Vorsprung über die Zeit bringen konnten, obwohl Kapitän Messi diesmal eher unauffällig blieb.

Messi mit neun Scorer-Punkten auf dem Weg zum Titel

Nichtsdestotrotz hat der sechsfache Weltfußballer, der aktuell seit 1. Juli vertragslos ist, aber mutmaßlich in Kürze ein neues Arbeitspapier beim FC Barcelona unterzeichnen wird, eine starke Copa gespielt und wurde schon vor dem Finale gemeinsam mit Brasiliens Neymar zum Spieler des Turniers ernannt.

“Es ist unmöglich, nur einen besten Spieler zu küren, denn dieses Turnier hat zwei beste Spieler“erklärte der Verband CONMEBOL eine durchaus ungewöhnliche Entscheidung. Dass Messi diese Auszeichnung verdient hat, steht mit Blick auf vier Tore und fünf Vorlagen im Turnierverlauf indes außer Frage. Ob Messi diese Leistung bei der WM 2022 noch einmal wiederholen kann, hängt einerseits davon ab, ob er bis dahin spielt und inwiefern Messi und Argentinien das Level, auf dem sie nun angekommen sind, halten können.