Vahid Halilhodzic neuer Nationaltrainer von Marokko

Knapp einen Monat nach dem Rücktritt von Herve Renard im Anschluss an einen mit dem Achtelfinale-Aus gegen Außenseiter Benin enttäuschend verlaufenen Afrika-Cup hat die marokkanische Nationalmannschaft einen neuen Trainer. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab der Fußballverband Marokkos (FRMF) die Verpflichtung von Vahid Halilhodzic bekannt, der seinerseits erst vor zwei Wochen sein Amt als Trainer des FC Nantes niedergelegt hatte.

Nach Differenzen mit Präsident Waldemar Kita, der zugleich Eigentümer des französischen Erstligisten ist, und dessen Sohn Franck hatte Halilhodzic eine Woche vor dem Start der Ligue 1 die Brocken hingeworfen. Den FC Nantes hatte der 67 Jahre alte Fußball-Lehrer erst im Oktober übernommen.

Zuvor war Halilhodzic nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2018 in Russland überraschend zwei Monate vor Turnierbeginn als Coach der japanischen Nationalmannschaft entlassen worden. Der japanische Verband begründete die Entscheidung damals mit mangelnder Kommunikation und einem gestörten Vertrauensverhältnis zwischen dem Bosnier und seinen Spielern.

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Renard hinterlässt große Fußstapfen

Auch wenn der Afrika-Cup, in den die Mannschaft um Superstar Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam als Mitfavorit gestartet war, nicht nach Wunsch verlaufen ist, so tritt Halilhodzic dennoch in große Fußstapfen. Denn Vorgänger Renard hatte die Löwen vom Atlas während seiner 2016 begonnenen Amtszeit vom 81. Platz der FIFA-Weltrangliste auf Rang 45 und vor allem zur WM 2018 geführt. Dort kam Marokko zwar nicht über die Gruppenphase hinaus, hinterließ aber mit zum Teil begeisternden Offensivfußball einen bleibenden Eindruck.

Halilhodzic freilich kann auch eine Reihe von Erfolgen vorweisen, die teilweise auch in Zusammenhang mit dem Fußball in Nordafrika im Allgemeinen und in Marokko im Besonderen stehen. So gewann der frühere Torjäger mit dem marokkanischen Klub Raja Casablanca während seines einjährigen Engagements in der Saison 1997/98 die afrikanische Champions League. Darüber hinaus schaffte Halilhodzic sowohl mit der Elfenbeinküste als auch mit Algerien die Qualifikation für eine WM-Endrunde.

Während Halilhodzic vom Verband der Elfenbeinküste aber ähnlich wie in Japan wenige Monate vor der WM 2010 entlassen wurde, sorgte Algerien 2014 für Furore und hatte den späteren Weltmeister Deutschland im Achtelfinale am Rande der Niederlage. Erst in der Verlängerung musste sich Algerien der DFB-Elf damals mit 1:2 geschlagen geben.

Qualifikation zum Afrika-Cup 2021 als erste Aufgabe

Auf seiner vierten Station als Nationaltrainer will Halilhodzic natürlich seine Erfolge wiederholen und es zur WM-Endrunde schaffen, die 2022 in Katar stattfindet. Zuvor allerdings steht für Marokko die Qualifikation für den Afrika-Cup 2021 in Kamerun auf dem Programm. Dabei wird es nach einem Doppeltest im September und Oktober gegen Algerien im November ernst. In einer Vierergruppe mit Mauretanien, Burundi und der Zentralafrikanischen Republik startet die Auswahl Marokkos dann als klarer Favorit.

Parallel zur Qualifikation für den Afrika-Cup beginnt im März 2020 auch die bis November 2021 dauernde WM-Qualifikation. Marokko ist dabei automatisch für die zweite Runde qualifiziert, die erst nach den Erstrundenpartien im September ausgelost wird.

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