Iran: Wer folgt auf Carlos Queiroz?

Mit sieben Punkten und 7:0-Toren aus den Vorrundenspielen gegen den Irak (0:0), Vietnam (2:0) und den Jemen (5:0) sowie sowie dem ungefährdeten 2:0 über den Oman im Achtelfinale und einem noch deutlicheren 3:0 über China im Viertelfinale galt der Iran vor den Halbfinal-Spielen der Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten als heißester Titelkandidat.

Dann aber zogen die Perser im wohl vorweggenommenen Endspiel gegen zuvor nur bedingt überzeugende Japaner überraschend klar mit 0:3 den Kürzeren. Eine Niederlage, die zugleich die achtjährige Amtszeit von Trainer Carlos Queiroz beendet hat. Bei der WM 2018 in Russland war der Iran bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden.

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Zunächst war nach der Pleite gegen Japan noch offen, ob Queiroz seine im April 2011 begonnene Tätigkeit fortsetzen würde. Dem Vernehmen nach soll der iranische Verband FFI durchaus großes Interesse daran gehabt haben, den 65 Jahre alten Portugiesen zu halten, allerdings nicht die finanziellen Mittel für eine weitere Zusammenarbeit.

Queiroz verlässt den Iran

Medienberichten zufolge soll der iranische Verband in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken und unter anderem auch Queiroz sowie dessen Assistenten noch Gehälter schulden. Deshalb hieß es zuerst, der erfahrene Fußball-Lehrer würde so lange im Iran bleiben bis er und seine Mitarbeiter die vollständigen Zahlungen erhalten haben.

Laut der Nachrichtenagentur Isna soll Queiroz am Donnerstagmorgen das Land nun aber doch schon vorzeitig verlassen haben. Dem Bericht zufolge ist der frühere Assistent von Sir Alex Ferguson aus Teheran nach Lissabon geflogen. Die Ausreise erfolgte indes offenbar erst, nachdem Queiroz von Seiten des Verbandes die Bezahlung des ausstehenden Gehälter zugesichert worden ist.

Queiroz, der den Iran in seiner Amtszeit zu den Weltmeisterschaften 2014 und 2018 geführt hatte, aber jeweils nicht über die Vorrunde hinausgekommen sind, wurde bereits mit einem Engagement als Nationaltrainer Kolumbiens in Verbindung gebracht. Ob der Portugiese aber kurzfristig eine neue Herausforderung annehmen wird, ist noch offen, zumal die Trennung vom iranischen Verband bislang noch gar nicht offiziell bestätigt worden ist.

Große Namen in der Diskussion

Allerdings haben bereits die Spekulationen darüber begonnen, wer die Nachfolge von Queiroz antreten könnte. Dabei machen einige große Namen von Jürgen Klinsmann über Zinedine Zidane und Laurent Blanc bis hin zu Jose Mourinho die Runde, die vom iranischen Sportministerium sogar öffentlich als Kandidaten genannt wurden.

Realistisch ist es aktuell aber kaum, dass ein renommierter Coach aus dieser Kategorie den Job beim 30. der aktuellen Weltrangliste der FIFA übernehmen wird. Schon alleine aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit den US-Sanktionen gegen den Iran stehen. Ein großes Problem stellt mit Blick auf die genannten Kandidaten auch dar, dass im Moment internationale Banken nicht mit dem Iran zusammenarbeiten dürfen, also derzeit kein Geld ins Ausland überwiesen werden kann.

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