Die Favoriten der historischen Europameisterschaft 2020

Schon bevor der erste Ball bei der EM 2020 rollt, ist klar, dass diese Europameisterschaft ihren Platz in den Geschichtsbüchern sicher hat. Und dies aus zwei Gründen: Erstens feiert das Turnier seinen 60. Geburtstag. Zweitens wird (deshalb) zum ersten Mal eine EM wirklich in ganz Europa ausgetragen (hier alle EM 2020 Austragungsorte).

Der Europameister-Titel ist für jeden Starter immer der Traum – aber aufgrund der historischen Tragweite der EM 2020 gilt dies hier ganz besonders. Wir haben uns für euch angeschaut, wer die EM-Favoriten sind. Dazu haben die EM 2020 Quoten von Tipico zur Hilfe genommen (Stand November 2019). Wir werfen einen Blick auf die Top 5.

Frankreich: Der Topfavorit

Der Weltmeister ist selbstverständlich auch der große Favorit auf den Gewinn der Europameisterschaft. Spieler im Frankreich-Trikot wie Lucas Hernandez, Nabil Fekir, Kingsley Coman, Antoine Griezmann oder Kylian Mbappé sind beeindruckende Beispiele dafür, dass Les Bleus in jedem Mannschaftsteil mit Weltklasse-Akteuren besetzt sind.

Viele Spieler, auf die Trainer Didier Deschamps zurückgreifen kann, sind zudem sehr jung und werden bis zur EM (und darüber hinaus) noch besser werden. Dies gilt beispielsweise für den 20-jährigen Matteo Guendouzi oder dem 23-jährigen Thomas Lemar. Frankreich hat durch dieses gigantische Spielerpotenzial keine Schwächen – und sich die Quote von 4,5 von Tipico für den Turniersieg redlich verdient. Doch es bleibt abzuwarten, ob es die Franzosen wirklich ins EM Finale 2020 schaffen.

England: Endlich wieder ein Titel?

Bei der WM 2018 bewies England, dass es endlich wieder eine Mannschaft von Weltklasse-Format besitzt. Die Three Lions wurden damals Vierter. Das Team von Gareth Southgate galt noch als zu jung. Inzwischen ist die Mannschaft jedoch zwei Jahre reifer und die englischen Vereine haben in den internationalen Wettbewerben in dieser Zeit eindrucksvoll ihre Vormachtstellung demonstriert – nicht zuletzt wegen der Nationalspieler.

Mit Jordan Pickford hat England endlich einen guten Torwart. Die Innenverteidigung aus Harry Maguire und Joe Gomez (alternativ: Michael Keane) ist vielleicht sogar das Beste, was es auf dem Planeten gibt. Im Mittelfeld agieren brillante Akteure wie Declan Rice und James Maddison. Für die Offensive kann Southgate auf Raheem Sterling, Jadon Sancho, Marcus Rashford und mit dem möglichen EM 2020 Torschützenkönig Harry Kane auf den vielleicht besten Mittelstürmer überhaupt zurückgreifen. Wenn England auf dem Platz funktioniert, ist es eine beeindruckende Macht. Die Tipico Quote von 5,0 hat ihren Grund.

Belgien: Die letzte Chance

Die WM 2018 galt als die letzte Chance der „goldenen Generation“ Belgiens, einen großen Titel zu gewinnen. Nach dem dritten Platz entschieden sich viele der Stars, doch noch weiterzumachen. Relativ sicher ist aber die Endrunde 2020 die tatsächlich letzte Gelegenheit, damit der große Wurf endlich gelingt. Der Kader des Weltranglisten-Ersten macht Hoffnungen.

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Mit Thibaut Courtois steht ein Weltklasse-Keeper zwischen den Pfosten. Toby Alderweireld ist ein würdiger neuer Abwehrchef. Kevin de Bruyne, Youri Tielemans, die Hazard-Brüder und Dennis Praet bilden ein brutal starkes Mittelfeld. Romelu Lukaku, Dries Mertens und Michy Batshuayi sind herausragende Angreifer. Coach Roberto Martinez hat ein deutlich stärkeres Team zur Verfügung als viele Fußballfans außerhalb Belgiens realisieren. Tipico sieht das Team als den drittgrößten Favoriten an und gibt eine Quote von 7,50.

Spanien: Auf der Suche nach einstiger Größe

Platz 4 im Favoriten-Ranking für die EM 2020 geht an Spanien. Die Iberer, die eigentlich einen der stärksten Kader der Welt haben, enttäuschten bei den letzten großen Turnieren. Die Leistungsstärke der Spieler war auf dem Platz nicht zu sehen. Zudem gab es viele Störungen von außen. Erinnert sei an die Trainer-Posse vor der WM 2018. Doch eine Wahrheit gilt auch für die kommende Europameisterschaft: Der Kader Spaniens ist brutal stark.

Mit David de Gea und Kepa streiten sich zwei Weltklasse-Keeper um den Platz zwischen den Pfosten. In der Abwehr stehen Akteure wie Sergio Ramos, Jordi Alba oder Daniel Carvajal. Das Prunkstück ist das Mittelfeld mit Rodri, Saul Niguez und Thiago. Im Sturm spielen Rodrigo, Paco Alcacer, Mikel Qyarzabal und Suso. Coach Roberto Moreno hat seit seinem Amtsantritt jedes Spiel gewonnen – dies sollte eine ausreichende Warnung sein. Die Tipico-Quote für Spanien liegt bei 8,0.

Deutschland: Gelingt der Umbruch?

Deutschland ist ein ähnlicher Fall wie Spanien. Der Kader ist nach wie vor brutal stark, aber zuletzt war das trotzdem sehr schwach. Die Katastrophe der WM 2018 und in der Nations League sitzt noch tief im System. Bundestrainer Jogi Löw hat den Umbruch eingeleitet, aber wie konsequent dieser gelingt und wie schnell, ist offen.

Das Tor ist ein gutes Beispiel. Mit Marc-André ter Stegen hat Deutschland den derzeit weltbesten Keeper in den eigenen Reihen. Spielen tut allerdings der wesentlich ältere Manuel Neuer, der in der Vergangenheit oft geschwächelt hat. Die Innenverteidigung bilden womöglich Niklas Süle und Matthias Ginter. Beide sind starke Akteure – mit Mats Hummels hat sich Löw aber entschieden, auf den besten deutschen Abwehrspieler zu verzichten.

Das Prunkstück ist das Mittelfeld um Spielmacher Ilkay Gündogan, aber hier gibt es ähnliche Probleme: Der 20-jährige Kai Havertz ist beispielsweise der wohl stärkste deutsche Spieler. Einen Platz in der Startelf hat er nicht. Dafür hält Löw an seit geraumer Zeit schwächelnden Akteuren wie Toni Kroos oder Emre Can fest. Mit Julian Brandt hat ein junger Akteur aber seinen Platz im DFB-Trikot erobert.

Im Sturm hat Deutschland mit Serge Gnabry, Timo Werner und Marco Reus einen sehr guten ersten Anzug – aber auch nur den. Mit Luca Waldschmidt steht derzeit lediglich der Torschützenkönig der letzten U21-EM als schlagkräftiger Ersatz bereit. Abzuwarten bleibt zudem, wie fit Leroy Sané nach seiner schweren Verletzung bis zur EM wieder werden kann. Die Tipico-Quote für Deutschland beträgt 9,0.