EM 2020 Auslosung

Die Auslosung der Gruppen gehört seit der Aufstockung auf 16 Teilnehmer zur Endrunde 1996 in England zum fixen Bestandteil einer Europameisterschaft. Im Laufe der Zeit wurden die Bedingungen dabei immer wieder geändert, bis zum aktuellen System, das auch die Ergebnisse der Nations League berücksichtigt.

Gruppenauslosung am 30. November 2019

Am 30. November 2019 werden in Bukarest die zwanzig Mannschaften, die zu diesem Zeitpunkt bereits als Teilnehmer der EURO 2020 feststehen, in sechs Gruppe zu je vier Mannschaften eingeteilt. Ausschlaggebend für die Topfeinteilung ist, anders als bei den vergangenen Endrunden, nicht der UEFA-Koeffizient, sondern die Platzierung in der Nations League entscheidend.

Da die restlichen vier Plätze erst bei den Play-Offs Ende März 2020 vergeben werden, könnte es sein, dass am 1. April eine weitere Auslosung durchgeführt wird. Dies ist aber nur der Fall, wenn beispielsweise verhindert werden muss, dass zwei Nationen, die politische Differenzen haben, wie etwa Russland und die Ukraine oder Georgien. Die Endrunde beginnt schließlich am 12. Juni und endet exakt einen Monat später mit dem Finale.

In der Vergangenheit mehrere „Hammergruppen“

1996 waren Gastgeber England, Titelverteidiger Dänemark sowie die beiden Mannschaften mit dem höchsten UEFA-Koeffizient, Spanien und Deutschland in Topf 1 gesetzt und zierten damit je einen Gruppenkopf. Die restlichen zwölf Teilnehmer wurden frei zugelost, weshalb es unter anderem zur „Todesgruppe“ C kam, in welcher die späteren Finalisten Deutschland und Tschechien auf die ehemaligen Europameister Italien und Russland trafen.

2000 kam es dann erstmals zur Austragung durch zwei Länder, Belgien und die Niederlande. Neben den beiden Gastgebern war Titelverteidiger Deutschland in Topf 1 gesetzt, hinzu kam erneut Spanien, das im UEFA-Ranking von 1999 die Spitzenposition belegt hatte. Die DFB-Elf wurde automatisch als Kopf der Gruppe A eingeteilt, Belgien kam in die Gruppe B, Spanien in C und die Niederlande in die Gruppe D.

Die restlichen Teilnehmer wurden, anders als vier Jahre zuvor, ebenfalls nach dem UEFA-Koeffizient in Lostöpfe gesetzt. Dies sollte für eine gerechte Aufteilung der Spitzenmannschaften sorgen, trotzdem ergab die Auslosung erneut zwei Hammergruppen. Titelverteidiger Deutschland traf auf die damalige Nummer zwei der UEFA-Rangliste, Rumänien, sowie die Mitfavoriten Portugal und England. Gastgeber Niederlande bekam es mit dem späteren Europameister Frankreich, dem amtierenden Vizeeuropameister Tschechien und dem Sieger von 1992, Dänemark, zu tun.

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Nach dem selben Prozedere wurden auch die Gruppen der EURO 2004 in Portugal ermittelt. Der Gastgeber war in Gruppe A gesetzt, Titelverteidiger Frankreich wurde automatisch in Topf 1 gegeben. Die restliche Einteilung erfolgte erneut nach dem aktuellen UEFA-Koeffizient, wieder hatte die Auslosung einen richtigen Leckerbissen parat. In Gruppe D trafen mit Tschechien, Deutschland und den Niederlanden gleich drei Topfavoriten aufeinander, der krasse Außenseiter Lettland komplettierte den Pool.

Die EURO 2008 fand wie acht Jahre zuvor in zwei Ländern statt, diesmal wurde mit der Schweiz aber ein Gastgeber in Gruppe A gesetzt, Österreich war Kopf der Gruppe B. Die restlichen Teilnehmer wurden nach dem mittlerweile bewährten Prozedere eingeteilt, erneut ergab sich eine absolute Hammergruppe. Die damalige Nummer eins der UEFA-Rangliste, die Niederlande, mussten sich in Gruppe C mit Weltmeister Italien, Vizeweltmeister Frankreich und Rumänien messen.

Ein leichte Veränderung gab es bei der Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine. Erneut war mit den „Bialo-Czerwoni“ ein Gastgeber in Gruppe A gesetzt, die Ukrainer zierten aber nicht die Gruppe B, sondern die Gruppe D, um ein vorzeitiges Aufeinandertreffen der Gastgeber vor dem Endspiel so gut wie möglich zu verhindern. Die Auslosung ergab die Hammergruppe B, in welcher Vizeweltmeister Niederlande auf Erzrivale Deutschland, Portugal und Dänemark traf.

Die EM 2016 war die erste mit 24 Teilnehmern, am Prozedere der Auslosung änderte dies aber vorerst nichts. Gastgeber Frankreich war auf A1 gesetzt, Titelverteidiger Spanien in Topf 1. Der Rest wurde erneut nach dem UEFA-Koeffizient eingeteilt. Aufgrund der gestiegenen Anzahl an Nationen wurden sogenannte „Todesgruppen“ weniger, die Gruppe E hatte aber mit Belgien, Italien, Schweden und Irland vier große Namen zu bieten.