EM 2020 Austragungsort Aviva Stadium in Dublin (Irland)

Irland ist ein sportverrücktes Land. Der Fußball steht dabei bei den Briten ganz weit hoch im Kurs. Nur der Rugby kann die Popularität des beliebtesten Sport der Welt einigermaßen erreichen. Das Aviva Stadium in Dublin erzählt davon eine ganz eigene Geschichte. Es zeigt, wie Sport sich auch über unterschiedliche Disziplinen hinweg ergänzen kann. Deshalb schlug der irische Verband FAI das Stadion als Gastgeber der EM 2020 vor und die UEFA gab nur zu gerne grünes Licht.

Aviva Stadium Dublin

Wikimedia, Hoops341, (CC BY-SA 3.0)

Aviva Stadium in Dublin: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Eröffnet: 2010
  • Kapazität: 51.700 Zuschauer
  • Kosten: 410 Millionen Euro
  • EM-Spiele: 3 Gruppenspiele, 1 Achtelfinale

Die Geschichte des Aviva Stadiums

Das Aviva Stadium verdankt seinen Namen einem irischen Versicherungskonzern, der die Bezeichnungsrechte für zehn Jahre erwarb. Dieser Vertrag läuft 2020 aus – es ist gut möglich, dass bei der EM eine andere Bezeichnung zu lesen und zu hören sein wird. Möglicherweise kommt dann wieder der Name „Landsdowne Road“ zum Einsatz, der an den Ort markiert, wo die Arena gebaut wurde.

Dies führt direkt zur Geschichte der Arena: Von 1872 bis 2007 gab es hier ein Stadion mit diesem Namen. Es war vor allem für Rugby-Spiele gebaut worden. Vereinzelt fanden hier aber auch schon wichtige Fußballspiele statt. Die Anlage kam allerdings im Laufe der Zeit zunehmend in die Jahre. Schließlich war sie einfach nicht mehr benutzbar.

Der irische Rugby-Verband IRFU wandte sich deshalb an die FAI und schlug vor, dass der Rugby und der Fußball gemeinsam ein neues Stadion bauen könnten. Ihre Nationalmannschaften sollten es gleichermaßen für ihre Heimspiele nutzen. Beim Fußballverband stieß diese Idee auf durchaus große Gegenliebe. Und auch der irische Staat konnte sich damit anfreunden. Die Pläne für das Aviva Stadium wurden abgesegnet. Von den Baukosten in Höhe von 410 Millionen Euro trug Irland 191 Millionen Euro. Die restlichen Kosten teilten sich der Rugby- und der Fußballverband zu gleichen Teilen.

Optisch fällt die Arena sofort ins Auge. Das Aviva Stadium ist in Hufeisenform gehalten. Nach Norden hin scheint es allerdings „abzusacken“. Dies hat einen baurechtlichen Hintergrund: An der Nordseite des Stadions stehen Wohnhäuser. Die Arena liegt mitten in der Stadt. An den Wohnhäusern durfte aus Sicherheitsgründen nur eine Tribüne mit einem Stockwerk gebaut werden. Die anderen Tribünen zählen vier Etagen. Das Dach des Aviva Stadiums fällt deshalb nach Norden hin deutlich erkennbar ab.

Aber auch ansonsten zählt die Arena zu den Stadien, die sofort ins Auge fallen. Die Fassade ist verglast. Das Dach wurde zudem mit einer durchsichtigen Kunststoff-Schicht überzogen. So erklärt sich auch der Beiname „Glaspalast“, den das Aviva Stadium in Dublin hat.

Eigentlich sollte der Bau bereits im Frühjahr 2010 beendet sein. Die Arbeiten verzögerten sich jedoch – und dies hatte Folgen. Das Aviva Stadium hatte eigentlich den Zuschlag für das Finale der Europa League 2010 erhalten. Da das Stadion jedoch erst am 14. Mai 2010 offiziell eröffnet werden konnte, war es nicht möglich, diesen Termin zu halten. Das Endspiel wurde stattdessen nach Hamburg vergeben. Die irische Arena wurde ein Jahr später zum Ausrichter des Finales.

2011 fand auch der Nations Cup in der Arena statt, der die British Home Championship ablöste. Seit 2010 ist das Aviva Stadium zudem der Austragungsort des Finales des irischen Pokals (FAI-Cup).

Das ist der EM 2020-Spielort Dublin

Dublin ist die Hauptstadt von Irland. Übersetzt bedeutet der Name „Stadt an der Hürdenfurt“ oder „schwarzer Teich“ – je nachdem, ob man ihn auf den englischen oder den keltischen Ursprung zurückführt. Die Metropole zählt etwa 550.000 Einwohner. Dublin ist damit die größte Stadt Irlands. Bekannte Vereine wie die Bohemians Dublin, Shelbourne FC oder St. Patrick’s Athletic zeugen von der engen Verbundenheit der Stadt zum Fußball.

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