Ghana erhält Verstärkung – Fünf neue Optionen für Otto Addo

Der Afrika-Cup zu Beginn des Jahres ist mit dem Vorrunden-Aus als Schlusslicht einer keineswegs übermächtig besetzten Gruppe hinter Marokko, Gabun und den Komoren alles andere als wunschgemäß verlaufen, doch dafür hat die Nationalmannschaft Ghanas Ende März dank der Auswärtstorregelung mit einem torlosen Unentschieden zu Hause und einem 1:1 in Nigeria das Ticket für die WM 2022 in Katar gelöst.

Dort warten auf die Black Stars bei der überhaupt erst vierten WM-Teilnahme nach 2006, 2010 und 2014 in Gruppe H mit Portugal, Uruguay und Südkorea drei nicht einfache, aber auch nicht unschlagbare WM Mannschaften 2022. Klar aber ist, dass Ghana sicherlich nicht als Favorit starten wird, wobei die mit der geschafften WM-Qualifikation unter dem erst im Anschluss an den verkorksten Afrika-Cup installierten Trainer Otto Addo entstandene Euphorie auf eine positive Überraschung hoffen lässt. Die WM 2022 Quoten sprechen aber auch nicht unbedingt für Ghana.

Quintett mit ghanaischen Wurzeln

Für Zuversicht sorgen gut vier Monate vor Turnierbeginn auch fünf zusätzliche Alternativen, auf die Addo künftig zurückgreifen kann. Denn wie der ghanaische Fußballverband GFA mitteilte, dürften mit Stephan Ambrosius, Ransford-Yeboah Königsdörffer (beide Hamburger SV) und Patric Pfeiffer (SV Darmstadt 98) drei ehemalige deutsche U21-Nationalpieler ab sofort ebenso für die A-Nationalmannschaft Ghanas auflaufen wie Inaki Williams (Athletic Bilbao) und Tariq Lamptey (Brighton & Hove Albion), die auf Einsätze für Spanien und England zurückblicken können.

Williams kam 2016 sogar in einem A-Länderspiel für Spanien zum Einsatz, doch weil es sich damals lediglich um einen freundschaftlichen Vergleich mit Bosnien & Herzegowina handelte, darf der 28-Jährige nun den Verband noch wechseln. Grundvoraussetzung dafür sind wie bei Königsdörffer, Ambrosius, Pfeiffer und Lamptey ghanaische Wurzeln.

“Dass diese Spieler jetzt verfügbar sind, bedeutet sehr viel für den ghanaischen Fußball-Verband und das Trainerteam der Black Stars“, freute sich Verbandspräsident Edwin Simeon-Okraku, betonte indes auch, dass mit der Entscheidung des Quintetts, für Ghana zu spielen, nicht automatisch ein Platz im WM-Kader verbunden ist. Vielmehr will der Verband die Akteure erst einmal „weiter im Auge behalten, um sie für künftige Einsätze inklusive der Begegnungen im September und der Weltmeisterschaft in Katar zu bewerten.“

Williams und Lamptey als potentielle Soforthilfen

Gerade Angreifer Williams, der auf 272 Einsätze in der spanischen La Liga zurückblicken kann und dabei 54 Treffer und 39 Vorlagen für sich verbuchen konnte, dürfte für die Black Stars aber auf Anhieb eine Verstärkung darstellen. Selbiges gilt für den beim FC Chelsea ausgebildeten Rechtsverteidiger Lamptey, der bislang auf Spiele in der Premier League kommt und dessen Marktwert von “transfermarkt.de“ auf 18 Millionen Euro taxiert wird.

Der lange verletzte Ambrosius, Königsdörffer und Pfeiffer können derweil keine wesentlichen Erfahrungen auf höchstem Niveau vorweisen und dürften von Ghanas Verantwortlichen mit ihren 20 bis 23 Jahren auch eher perspektivisch angeworben worden sein. Mit guten Leistungen an den ersten Spieltagen der neuen Zweitliga-Saison kann sich das Trio aber natürlich auch für die Partien im WM 2022 Spielplan empfehlen.

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